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Montag, 19. Dezember 1949:

Die offiziellen Weihnachtsferien beginnen.

Später aufgestanden.

Mein Artikel ist überraschenderweise in der "Welt am Montag", mit einem treffenden Nachsatz von "Octavian" und Rückenstütze von Manfred Z.

Auch sonst die Zeitung interessant. Meine Idee vom 25.10. ist in Frankreich tatsächlich ausgeführt. Es scheint, als ob manche Gedanken in der Luft lägen und da wie dort aufgenommen würden.

Sehr angenehme Stimmung. Holz gemacht. Linzerstraße zweimal (Schlüssel vergessen), einen Christbaum gekauft von einem zungenfertigen Händler.

Ordnungen. Laufmappe zu behandeln

Nm. Tante Fini da, unterhaltsamer (besonders für sie) Nachmittag. ↘, ↗.

Abends noch im Bett geschrieben: Neue Übersicht über die partnerschaft-lichen Fragen. Freilich ist die Tätigkeit wegen der Kürze nur von beschränktem Wert.


Riesige Totogewinne standen in der ; eine Tatsache, über die wir wie verständlich sehr viel den Tag über sprachen.

Holz.Ordnungen.

Mauerspaziergang.

Reinschriften.

Nm. viel geplaudert. Ebert zu Ende gelernt. Weihnachtsbrief an Papa geschrieben.

Angenehme Radiosendungen.

Wechselnde produktive Stimmung. eines ADLER-Schülers im Radio. ↗.Viel noch geplaudert


730 auf. Sehr gemütlich früh. Prachtvoller Sonnenaufgang.

T Über fremde gelesen.

Eine Fahrt voll traditioneller Stimmung in Zehner und Stadtbahn: in TantesBüro. Frl. Huber war netter als das letzte Mal, wo ich sie das erste Mal gesehen.

Tante erzählt, mein WaM-Artikel habe Sensation im Büro gemacht. Sie sagt, ich dürfe nicht mehr diesen "elenden" Schal anhaben, ich müsse elegantere Sachen mit der Zeit bekommen, wo ich nun "in der Stadt bekannt" werde (!) So ist Tante.

Ich hatte Weihnachtssachen abzuholen. Morgen muß ich nochmals kommen.

RAVAG hat mir eine Karte gesandt.

Fini war da, schenkte uns eine Gans!

Ein Haneckerpackerl kam an.

Radio schöne Sendungen.

Alles in allem ein Tag voll Weihnachtsstimmung.


Früh gleich zwei Artikel zum Jugendproblem die Tasten herunter polemisiert. Ich halte es allerdings für unzweckmäßig, sie hier in die Debatte zu werfen. Ob das Gewerkschaftsblatt meine Stellungnahme von endlich veröffentlicht hat oder veröffentlichen wird?

Arbeiten im Haus.

sehr viel nachgeholt.

Weihnachtserwartung.


Wieder später aufgestanden. Vm. kein Weg. Schönes Radio. Viel . Gali aus eigener Lust gelernt.

Büro wieder sehr angenehm. Karlsplatz. Nochmals geschleppt. Und Tante selbst wird morgen noch etwas bringen.

Fini war da.

Radio..

17hKonsum, auch dort sehr nett.

Das Wetter ist nicht zeitgerecht: Keine Minusgrade, kein Schnee. Dennoch eigentümlich. Die Kiefern rauschen in einem näßlichen Frost, dämmrig ist es schon so zeitig, der Mond so dünn.

Weihnachtsgedicht vergebens zu "machen" versucht.

Stimmung weihnachtlich.


Blauer Himmel, 0°, aber schön.

SV.

Viele Überschreibungen, die PLauf-Mappe zum Teil liquidiert.

Weihnachtserwartung!

Tante kam um 15h. Sie kam festlich und bepackt. Postweg.

Frl. Huber fand meine Augen so "ausdrucksvoll", wie sie noch nie, u.s.w., und ähnlich Schandhaftes tratschte mir Tante. Frl. Huber "könnte mich in einem fort anschauen".

Pfui, so etwas zu notieren.

Phil. Laufmappe - Ordnungen.

Zeitige Bescherung. Weihnachtsbaum schön aufgeputzt. Tante schenkte mir: ShakespearesWerke aus ihrem Bücherkasten,noch nagelneu! Lyrik der Weltliteratur und einen deutschen weniger bed. .

Briefpapier,

100.- S, die sie für mich im Sparverein gesammelt hatte

100.- S Anzahlung auf einen künftigen neuen Anzug, nachdem ich seit diesem Jahr keinen mehr habe.

Ferner die alle Familienmitglieder angehenden Fressalien, eine Unmenge voll (Tantes Weihnachtsgeld ist nun aber wirklich 'tschü! Sie tut es aber für sich wie für uns gern).

Auch Mama bekam 100.- S außertourlich.

Essen: Filet (Kabeljau) 2 Stunden später: FinisGans.

Tante ging nach der Bescherung und unserem Dank. Finis halbe Gans machte ihr aber auch Freude, und wir können selbst mit der halben nicht fertigwerden. Trotz unserer theoretischen Not die bisher üppigsten Weihnachten.

Ich genoß die Lyrik der Welt-literatur.

Norbert, pardon: Kapellmeister und Direktorssohn, brachte naserümpfend ein blödes über Statistik.


Blauer Himmel.

Zeitiger auf.

Kirche; weiter geführt, den Tag über die hinreißende Lyrik gelesen:

Die Franzosen bezaubern mit ihrem Talent fürs Unwägbare, Milieu, Schwüle,

die Engländer mit ihrem Sinn fürs Energische und wo es um Tieferes geht: Verhaltene,

die Amerikaner des Ländlichen mit ihrer Naturhaftigkeit,

die Russen mit ihrem befreiend revolutionären oder sonnigen Realismus.

Alles in mir drängt nach einer Synthese der Stärken und Schönheiten ohne Konzession an die Schwächen.

Im Einzelnen: Rossetti mit seiner Revoluzzer-Braut, Villon der Mörder, die Browning, Kiplings "Mandalay" (langgestreckte Verse und wiederkehrende klangvolle Reime, wie auch im Dschungelbuch und "Licht erlosch", vor allem dessen Mottos). Hingegen gefallen mir PoesÜbersetzungen gar nicht, wenn ich sie den mir bekannten gegenüberstelle (Anstalts-bibliothek). Es handelt sich um "Rabe" und "Ulalume".

Tante und Onkel kamen. Schweinsbraten. 3 Flaschen Wein. Gar nicht beschwipst. So recht und schlecht unterhalten.

Dem Klassizismus der Nur-Form kann ich nichts abgewinnen, vor allem neben fluidischen kann er nicht bestehen. Auch die reine Reflexion, soweit sie papieren ist, brauchte wegen meiner nicht zu bestehen.

Abends nochmals Schweinsbraten mit genossen.


Strahlend blauer Himmel, wie im Vorfrühling. Früh herrlicher Reif, -4°, tags wärmt sehr die Sonne.

Gegen Nachmittags kam Sturm auf, der Wolken mitführte und Wärme bringen soll.

Abends regnet es zart, der bekannte Lichtstreif am Horizont, ein Wind raunt aufrührerisch, als ob es schon Frühling wäre.

Früh ein Gedichtchen intermediären Stils strömen lassen.

Vorbereitung und Vollzug der heiligen Beichte und Kommunion. Spät Frühstück. Überschreibg.

Sonst noch nachgeholt.

Schöne Radiosendungen.

Es war sehr gemütlich, wie die ganzen Weihnachten überhaupt. Ein schönes Fluidum liegt über allem.

vollständig nachgeholt.

Es ist das Parlament der Radiohörer eingeführt worden.

Ab. über die Schwierigkeiten der Übersetzung einige Wortenotert.

Es war ein sehr schönes Weihnachtsfest dieses Jahr!


Sehr windig. Regnerisch.

Es ist wie ein Vorfrühlingstag, aufrührerisch.

"Welt am Montag" wieder sehr nett. Die Jugenddiskussion ist jetzt abgeschlossen.

Konsum. Auf die Linzerstraße Spaz. (M.). Sehr angenehmer Tag, wenn auch die Weihnachten aus sind. Bücherordnung. Frau Direktor Pawlicki besuchte uns, freundlich wie früher!!

Nm. umsonst Bibliothek. Viel zur "Logik der Diskussion" zusammen- und neugeschrieben. Tante Fini kam, lud uns wieder zu Silvester ein (wenn es auch dies Jahr fader sein wird).

Wir zündeten nochmals unseren Christbaum an. Lustig.

P-Einordnung

Ich habe die letzten Wochen über - was sage ich; immer und immer! - solch ein heftiges Verlangen nach dem einen Mädchen, die meine sein wird und - - -

Wozu das aufschreiben.


Herrlich blauer Himmel über einer sturmzerzausten klaren Landschaft. +5.5° früh. Frühling schon zu Silvester?

Später auf.

gelesen und frisch .

Spaziergang Steinhofer Mauer (M.). Ein Wetter!

.Honorar (10.-) für den Prolog Weihnachtsfest von NW. bekommen.

Nm. gelesen. Wieder umsonst versucht, zur Bibliothek zu gehen.Friseur, . Ein reizhaftes Wetter!

weitergelesen. WB kam. Eine Weihnachtsfeier war von der Klasse, nur er und wie ich nicht uninteressiert feststellen konnte auch ich sind von Niki nicht geladen worden.

Susi hat sich nicht gerührt bei ihm.WB hat seine Braut wieder stehenlassen, es gibt für ihn nichts anderes als Susi. Würde man es ihm sagen, täte er einen erschlagen.

Daheim las ich Mama die trübselige Geschichte "Die Nacht Giorgiones" vor.

Eine Feststellung: Ich habe wohl die Fähigkeit, etwas liter. zu schaffen, die bestimmende Grundhaltung, Eindrücke, die mich anregen und die stilist. Nebenfertigkeiten vielleicht auch noch dazu, aber - der konkrete Inhalt, den ich gestalten soll fehlt offenbar. Seele ohne Gehirn.


Wegen der Klarheit der Nacht etwas kühler; wenn keine Eisblumen, so doch Dunst am Fenster niedergeschlagen. Strahlend schöner Morgen.

Früher auf.

Konsum. .

Wie die Skepsis, die mich in früheren Jahren gelegentlich heimsuchte, bis sie durch FranklsBuch endgültig in mir ausstarb, so hindert mich die "geistige Krise" nicht unerheblich, die auch im Mangel eine Einsatzes meiner Ideen mitbegründet liegt. Es sind durchwegs Fragen der Diskussions-technik:

Vm. zur Querfrage weitergearbeitet. Dann überhaupt die Phil.-Laufmappe liquidiert.

Nm. damit zu meiner Erleichterung fertiggeworden.

Ab. zwei Gedichte gegen den Krieg im speziellen und im besonderen aus mir stürmen lassen.


Vm.Linzerstraße (M.)"Julia"-Auszug gemacht.

Viel Lyrik gelesen. heute noch aktuell. (zum Teil leider)

Bibl. wieder umsonst.

Ab.Konsum (Fleisch geholt). Unterwegs Rückseite Pav. 2 fiel mir ein Chemiegedicht ein, das ich daheim gleich ausführte.


Ziemlich zeitig auf. Gedicht.

Vm.Bernklau Bier. Das literar-kritische Gedicht vom ausgeführt als "Liter. Brief an meinen Freund im Mond 1."

Nm. neue Sprüche für meinen Schreibtisch angefertigt.

Tante kam, brachte einige Fressalien und Wein noch mit.

Nach Tantes Abgang erschien "Tante" Fini. Überm Bunsenbrenner Blei gegossen. Ein

kam heraus, daneben viele.

Gemütlicher Abend. Gut gegessen, Rohscheiben, schönes Radio.

Christbaum ausbrennen lassen. . Noch eine angefertigt von unserm Zimmer.

Die Kabarettsendungen im Radio brachten nichts Besonderes. Auch meine Sachen nicht.

Es ist 15 Minuten vor . Eine Jahrhunderthälfte ist bald - in wenigen Minuten - zu Ende. Ich wage es nicht zu sagen: Trete ich über diese Schwelle in die Welt - ?


Temperatursturz auf -7°, (früh) Tags -3, -4°. Klar bis leicht bedeckt. Erster echter Wintertag.

Kirche.

Jahresordnungen.

Ich habe nichts nachzuholen mehr, Chemie kann beginnen.

Nur gesammelt innerlich. Radio gehört, noch etwas gelesen, dann das aufgegeben.

Tante kam nm.

Den Tag gemütlich und "unbeschrieben" zu Ende geführt.


Klirrender Frost. -9°. Eisblumen. Und doch, als ob der Winter nur eine Komödie wäre, die man sich ein paar Tage anschaut und nicht ernst nimmt.

Wir haben gestern im Toto nichts gewonnen.

Neue Diskussion in der "Welt am Montag" zu meinem Lieblingsthema der Jugendfrage: dem Schund und Schmutz-Problem.

Solche Diskussionsartikel, kleinere philosophische Arbeiten und Gedichte werde ich neben der Chemie gelegentlich noch weiter schreiben.

Konsum. Einige Produktionen der vergangenen Wochen habe ich an die "Neuen Wege" eingesandt. Den "Julia"- Auszug werde ich persönlich einreichen.

.

Spaziergang Waidhausenstr. (Mama Stoff).

Die "Neuen Wege" schrieben mir sehr freundlich. Die "3 Hüte" und den Thirring haben sie behalten, die "Ethik und ihr Nährgehalt" sandten sie begreiflicherweise zurück. Wie immer große Absichten. Ich stellte allerlei zusammen.

Nm. lernte ich Gali, 81/2 von den 48 Seiten. Sehr angenehm. Gespräche über und ihr Verständnis. ↗.

Ab. über religiöse und natur-wissenschaftliche Unvorstellbarkeiten geplaudert. Zus.Stellung über Häußlers Lieblings-Idee: Kunst und Moderne.


Glatteis bzw. Tauwetter. ~Nullpunkt. Ein komödienhafter Märztag. Nachts Sturm.

Gleich früh Totoschein (nur 1 Einzahlung) abgegeben. Ich bin diesmal recht sicher.

Spaziergang (M.) bis ein Stück Wientalstraße. Sehr windig. Wienfluß schon schön märzig.

Ich kokettiere mit meinem Lustspiel (um die Filmstadt Goldringels-Au) die letzten Tage. Freilich muß man die Sache anders angehen als ich es tat: Man muß aus dem Leben schreiben, jede Konstruktion verdammen, intuitiv das fertige Gehirnkonzept aus dem Unbewußten, worin es sich gebildet haben soll, abschreiben. Aus dem Vollen schöpfen, nicht mit kargen Situationskomiken krampfhaft zur rechten Zeit zu kommen versuchen.

.

Nm. weitere 8 S. für die Zwischenprüfung gelernt.

Fini da. Gemütlich.

Weitergeführt die Zus.stellg. meiner frühesten Lyrik, was davon aufhebenswert od. aufschlußreich ist.

Im Radio Dichterlesung der Danneberg Erika u. einer anderen. Danneberg schreibt kristallklar, das ist das Schöne.

Über die Autorentagung palavert.


Früh die Illusion eines Schneegestöbers, eine halbe Stunde später Frühling. Äußerst wechselnde Bewölkung. 0°

Später auf. Wir gingen auf die Linzerstraße um Grünzeug. Portier Brandstätter ist rührend um alles besorgt, Gesundheit und Lebensweisheit.

.

Mein Wunsch nach einem lieben Mädel ist unausdrückbar gewaltig. Er würde aber kraft dieser Gewalt jeder vermeintlichen |Lösung in Ersatzmitteln| eisern entgegentreten.

Die lyrische Zusammenstellung rasch zu einem Ende geführt.

Nm. weitere 8 Seiten gelernt.

Bibliothek: "Pippa", Franz Resl, .. geholt. Gelesen, abends traditionell die "Pippa" vorgelesen. Man versteht sie von Jahr zu Jahr besser, wenn es hier überhaupt etwas zu "verstehen" gibt.

Anschließend noch allein "Gabriel Schillings Flucht" gelesen.


Laden...
Montag, 19. Dezember 1949:

Die offiziellen Weihnachtsferien beginnen.

Später aufgestanden.

Mein Artikel ist überraschenderweise in der "Welt am Montag", mit einem treffenden Nachsatz von "Octavian" und Rückenstütze von Manfred Z.

Auch sonst die Zeitung interessant. Meine Idee vom 25.10. ist in Frankreich tatsächlich ausgeführt. Es scheint, als ob manche Gedanken in der Luft lägen und da wie dort aufgenommen würden.

Sehr angenehme Stimmung. Holz gemacht. Linzerstraße zweimal (Schlüssel vergessen), einen Christbaum gekauft von einem zungenfertigen Händler.

Ordnungen. Laufmappe zu behandeln

Nm. Tante Fini da, unterhaltsamer (besonders für sie) Nachmittag. ↘, ↗.

Abends noch im Bett geschrieben: Neue Übersicht über die partnerschaft-lichen Fragen. Freilich ist die Tätigkeit wegen der Kürze nur von beschränktem Wert.


Riesige Totogewinne standen in der ; eine Tatsache, über die wir wie verständlich sehr viel den Tag über sprachen.

Holz.Ordnungen.

Mauerspaziergang.

Reinschriften.

Nm. viel geplaudert. Ebert zu Ende gelernt. Weihnachtsbrief an Papa geschrieben.

Angenehme Radiosendungen.

Wechselnde produktive Stimmung. eines ADLER-Schülers im Radio. ↗.Viel noch geplaudert


730 auf. Sehr gemütlich früh. Prachtvoller Sonnenaufgang.

T Über fremde gelesen.

Eine Fahrt voll traditioneller Stimmung in Zehner und Stadtbahn: in TantesBüro. Frl. Huber war netter als das letzte Mal, wo ich sie das erste Mal gesehen.

Tante erzählt, mein WaM-Artikel habe Sensation im Büro gemacht. Sie sagt, ich dürfe nicht mehr diesen "elenden" Schal anhaben, ich müsse elegantere Sachen mit der Zeit bekommen, wo ich nun "in der Stadt bekannt" werde (!) So ist Tante.

Ich hatte Weihnachtssachen abzuholen. Morgen muß ich nochmals kommen.

RAVAG hat mir eine Karte gesandt.

Fini war da, schenkte uns eine Gans!

Ein Haneckerpackerl kam an.

Radio schöne Sendungen.

Alles in allem ein Tag voll Weihnachtsstimmung.


Früh gleich zwei Artikel zum Jugendproblem die Tasten herunter polemisiert. Ich halte es allerdings für unzweckmäßig, sie hier in die Debatte zu werfen. Ob das Gewerkschaftsblatt meine Stellungnahme von endlich veröffentlicht hat oder veröffentlichen wird?

Arbeiten im Haus.

sehr viel nachgeholt.

Weihnachtserwartung.


Wieder später aufgestanden. Vm. kein Weg. Schönes Radio. Viel . Gali aus eigener Lust gelernt.

Büro wieder sehr angenehm. Karlsplatz. Nochmals geschleppt. Und Tante selbst wird morgen noch etwas bringen.

Fini war da.

Radio..

17hKonsum, auch dort sehr nett.

Das Wetter ist nicht zeitgerecht: Keine Minusgrade, kein Schnee. Dennoch eigentümlich. Die Kiefern rauschen in einem näßlichen Frost, dämmrig ist es schon so zeitig, der Mond so dünn.

Weihnachtsgedicht vergebens zu "machen" versucht.

Stimmung weihnachtlich.


Blauer Himmel, 0°, aber schön.

SV.

Viele Überschreibungen, die PLauf-Mappe zum Teil liquidiert.

Weihnachtserwartung!

Tante kam um 15h. Sie kam festlich und bepackt. Postweg.

Frl. Huber fand meine Augen so "ausdrucksvoll", wie sie noch nie, u.s.w., und ähnlich Schandhaftes tratschte mir Tante. Frl. Huber "könnte mich in einem fort anschauen".

Pfui, so etwas zu notieren.

Phil. Laufmappe - Ordnungen.

Zeitige Bescherung. Weihnachtsbaum schön aufgeputzt. Tante schenkte mir: ShakespearesWerke aus ihrem Bücherkasten,noch nagelneu! Lyrik der Weltliteratur und einen deutschen weniger bed. .

Briefpapier,

100.- S, die sie für mich im Sparverein gesammelt hatte

100.- S Anzahlung auf einen künftigen neuen Anzug, nachdem ich seit diesem Jahr keinen mehr habe.

Ferner die alle Familienmitglieder angehenden Fressalien, eine Unmenge voll (Tantes Weihnachtsgeld ist nun aber wirklich 'tschü! Sie tut es aber für sich wie für uns gern).

Auch Mama bekam 100.- S außertourlich.

Essen: Filet (Kabeljau) 2 Stunden später: FinisGans.

Tante ging nach der Bescherung und unserem Dank. Finis halbe Gans machte ihr aber auch Freude, und wir können selbst mit der halben nicht fertigwerden. Trotz unserer theoretischen Not die bisher üppigsten Weihnachten.

Ich genoß die Lyrik der Welt-literatur.

Norbert, pardon: Kapellmeister und Direktorssohn, brachte naserümpfend ein blödes über Statistik.


Blauer Himmel.

Zeitiger auf.

Kirche; weiter geführt, den Tag über die hinreißende Lyrik gelesen:

Die Franzosen bezaubern mit ihrem Talent fürs Unwägbare, Milieu, Schwüle,

die Engländer mit ihrem Sinn fürs Energische und wo es um Tieferes geht: Verhaltene,

die Amerikaner des Ländlichen mit ihrer Naturhaftigkeit,

die Russen mit ihrem befreiend revolutionären oder sonnigen Realismus.

Alles in mir drängt nach einer Synthese der Stärken und Schönheiten ohne Konzession an die Schwächen.

Im Einzelnen: Rossetti mit seiner Revoluzzer-Braut, Villon der Mörder, die Browning, Kiplings "Mandalay" (langgestreckte Verse und wiederkehrende klangvolle Reime, wie auch im Dschungelbuch und "Licht erlosch", vor allem dessen Mottos). Hingegen gefallen mir PoesÜbersetzungen gar nicht, wenn ich sie den mir bekannten gegenüberstelle (Anstalts-bibliothek). Es handelt sich um "Rabe" und "Ulalume".

Tante und Onkel kamen. Schweinsbraten. 3 Flaschen Wein. Gar nicht beschwipst. So recht und schlecht unterhalten.

Dem Klassizismus der Nur-Form kann ich nichts abgewinnen, vor allem neben fluidischen kann er nicht bestehen. Auch die reine Reflexion, soweit sie papieren ist, brauchte wegen meiner nicht zu bestehen.

Abends nochmals Schweinsbraten mit genossen.


Strahlend blauer Himmel, wie im Vorfrühling. Früh herrlicher Reif, -4°, tags wärmt sehr die Sonne.

Gegen Nachmittags kam Sturm auf, der Wolken mitführte und Wärme bringen soll.

Abends regnet es zart, der bekannte Lichtstreif am Horizont, ein Wind raunt aufrührerisch, als ob es schon Frühling wäre.

Früh ein Gedichtchen intermediären Stils strömen lassen.

Vorbereitung und Vollzug der heiligen Beichte und Kommunion. Spät Frühstück. Überschreibg.

Sonst noch nachgeholt.

Schöne Radiosendungen.

Es war sehr gemütlich, wie die ganzen Weihnachten überhaupt. Ein schönes Fluidum liegt über allem.

vollständig nachgeholt.

Es ist das Parlament der Radiohörer eingeführt worden.

Ab. über die Schwierigkeiten der Übersetzung einige Wortenotert.

Es war ein sehr schönes Weihnachtsfest dieses Jahr!


Sehr windig. Regnerisch.

Es ist wie ein Vorfrühlingstag, aufrührerisch.

"Welt am Montag" wieder sehr nett. Die Jugenddiskussion ist jetzt abgeschlossen.

Konsum. Auf die Linzerstraße Spaz. (M.). Sehr angenehmer Tag, wenn auch die Weihnachten aus sind. Bücherordnung. Frau Direktor Pawlicki besuchte uns, freundlich wie früher!!

Nm. umsonst Bibliothek. Viel zur "Logik der Diskussion" zusammen- und neugeschrieben. Tante Fini kam, lud uns wieder zu Silvester ein (wenn es auch dies Jahr fader sein wird).

Wir zündeten nochmals unseren Christbaum an. Lustig.

P-Einordnung

Ich habe die letzten Wochen über - was sage ich; immer und immer! - solch ein heftiges Verlangen nach dem einen Mädchen, die meine sein wird und - - -

Wozu das aufschreiben.


Herrlich blauer Himmel über einer sturmzerzausten klaren Landschaft. +5.5° früh. Frühling schon zu Silvester?

Später auf.

gelesen und frisch .

Spaziergang Steinhofer Mauer (M.). Ein Wetter!

.Honorar (10.-) für den Prolog Weihnachtsfest von NW. bekommen.

Nm. gelesen. Wieder umsonst versucht, zur Bibliothek zu gehen.Friseur, . Ein reizhaftes Wetter!

weitergelesen. WB kam. Eine Weihnachtsfeier war von der Klasse, nur er und wie ich nicht uninteressiert feststellen konnte auch ich sind von Niki nicht geladen worden.

Susi hat sich nicht gerührt bei ihm.WB hat seine Braut wieder stehenlassen, es gibt für ihn nichts anderes als Susi. Würde man es ihm sagen, täte er einen erschlagen.

Daheim las ich Mama die trübselige Geschichte "Die Nacht Giorgiones" vor.

Eine Feststellung: Ich habe wohl die Fähigkeit, etwas liter. zu schaffen, die bestimmende Grundhaltung, Eindrücke, die mich anregen und die stilist. Nebenfertigkeiten vielleicht auch noch dazu, aber - der konkrete Inhalt, den ich gestalten soll fehlt offenbar. Seele ohne Gehirn.


Wegen der Klarheit der Nacht etwas kühler; wenn keine Eisblumen, so doch Dunst am Fenster niedergeschlagen. Strahlend schöner Morgen.

Früher auf.

Konsum. .

Wie die Skepsis, die mich in früheren Jahren gelegentlich heimsuchte, bis sie durch FranklsBuch endgültig in mir ausstarb, so hindert mich die "geistige Krise" nicht unerheblich, die auch im Mangel eine Einsatzes meiner Ideen mitbegründet liegt. Es sind durchwegs Fragen der Diskussions-technik:

Vm. zur Querfrage weitergearbeitet. Dann überhaupt die Phil.-Laufmappe liquidiert.

Nm. damit zu meiner Erleichterung fertiggeworden.

Ab. zwei Gedichte gegen den Krieg im speziellen und im besonderen aus mir stürmen lassen.


Vm.Linzerstraße (M.)"Julia"-Auszug gemacht.

Viel Lyrik gelesen. heute noch aktuell. (zum Teil leider)

Bibl. wieder umsonst.

Ab.Konsum (Fleisch geholt). Unterwegs Rückseite Pav. 2 fiel mir ein Chemiegedicht ein, das ich daheim gleich ausführte.


Ziemlich zeitig auf. Gedicht.

Vm.Bernklau Bier. Das literar-kritische Gedicht vom ausgeführt als "Liter. Brief an meinen Freund im Mond 1."

Nm. neue Sprüche für meinen Schreibtisch angefertigt.

Tante kam, brachte einige Fressalien und Wein noch mit.

Nach Tantes Abgang erschien "Tante" Fini. Überm Bunsenbrenner Blei gegossen. Ein

kam heraus, daneben viele.

Gemütlicher Abend. Gut gegessen, Rohscheiben, schönes Radio.

Christbaum ausbrennen lassen. . Noch eine angefertigt von unserm Zimmer.

Die Kabarettsendungen im Radio brachten nichts Besonderes. Auch meine Sachen nicht.

Es ist 15 Minuten vor . Eine Jahrhunderthälfte ist bald - in wenigen Minuten - zu Ende. Ich wage es nicht zu sagen: Trete ich über diese Schwelle in die Welt - ?


Temperatursturz auf -7°, (früh) Tags -3, -4°. Klar bis leicht bedeckt. Erster echter Wintertag.

Kirche.

Jahresordnungen.

Ich habe nichts nachzuholen mehr, Chemie kann beginnen.

Nur gesammelt innerlich. Radio gehört, noch etwas gelesen, dann das aufgegeben.

Tante kam nm.

Den Tag gemütlich und "unbeschrieben" zu Ende geführt.


Klirrender Frost. -9°. Eisblumen. Und doch, als ob der Winter nur eine Komödie wäre, die man sich ein paar Tage anschaut und nicht ernst nimmt.

Wir haben gestern im Toto nichts gewonnen.

Neue Diskussion in der "Welt am Montag" zu meinem Lieblingsthema der Jugendfrage: dem Schund und Schmutz-Problem.

Solche Diskussionsartikel, kleinere philosophische Arbeiten und Gedichte werde ich neben der Chemie gelegentlich noch weiter schreiben.

Konsum. Einige Produktionen der vergangenen Wochen habe ich an die "Neuen Wege" eingesandt. Den "Julia"- Auszug werde ich persönlich einreichen.

.

Spaziergang Waidhausenstr. (Mama Stoff).

Die "Neuen Wege" schrieben mir sehr freundlich. Die "3 Hüte" und den Thirring haben sie behalten, die "Ethik und ihr Nährgehalt" sandten sie begreiflicherweise zurück. Wie immer große Absichten. Ich stellte allerlei zusammen.

Nm. lernte ich Gali, 81/2 von den 48 Seiten. Sehr angenehm. Gespräche über und ihr Verständnis. ↗.

Ab. über religiöse und natur-wissenschaftliche Unvorstellbarkeiten geplaudert. Zus.Stellung über Häußlers Lieblings-Idee: Kunst und Moderne.


Glatteis bzw. Tauwetter. ~Nullpunkt. Ein komödienhafter Märztag. Nachts Sturm.

Gleich früh Totoschein (nur 1 Einzahlung) abgegeben. Ich bin diesmal recht sicher.

Spaziergang (M.) bis ein Stück Wientalstraße. Sehr windig. Wienfluß schon schön märzig.

Ich kokettiere mit meinem Lustspiel (um die Filmstadt Goldringels-Au) die letzten Tage. Freilich muß man die Sache anders angehen als ich es tat: Man muß aus dem Leben schreiben, jede Konstruktion verdammen, intuitiv das fertige Gehirnkonzept aus dem Unbewußten, worin es sich gebildet haben soll, abschreiben. Aus dem Vollen schöpfen, nicht mit kargen Situationskomiken krampfhaft zur rechten Zeit zu kommen versuchen.

.

Nm. weitere 8 S. für die Zwischenprüfung gelernt.

Fini da. Gemütlich.

Weitergeführt die Zus.stellg. meiner frühesten Lyrik, was davon aufhebenswert od. aufschlußreich ist.

Im Radio Dichterlesung der Danneberg Erika u. einer anderen. Danneberg schreibt kristallklar, das ist das Schöne.

Über die Autorentagung palavert.


Früh die Illusion eines Schneegestöbers, eine halbe Stunde später Frühling. Äußerst wechselnde Bewölkung. 0°

Später auf. Wir gingen auf die Linzerstraße um Grünzeug. Portier Brandstätter ist rührend um alles besorgt, Gesundheit und Lebensweisheit.

.

Mein Wunsch nach einem lieben Mädel ist unausdrückbar gewaltig. Er würde aber kraft dieser Gewalt jeder vermeintlichen |Lösung in Ersatzmitteln| eisern entgegentreten.

Die lyrische Zusammenstellung rasch zu einem Ende geführt.

Nm. weitere 8 Seiten gelernt.

Bibliothek: "Pippa", Franz Resl, .. geholt. Gelesen, abends traditionell die "Pippa" vorgelesen. Man versteht sie von Jahr zu Jahr besser, wenn es hier überhaupt etwas zu "verstehen" gibt.

Anschließend noch allein "Gabriel Schillings Flucht" gelesen.


Zitiervorschlag

Okopenko, Andreas: Tagebuch 19.12.1949–04.01.1950. Digitale Edition, hrsg. von Roland Innerhofer, Bernhard Fetz, Christian Zolles, Laura Tezarek, Arno Herberth, Desiree Hebenstreit, Holger Englerth, Österreichische Nationalbibliothek und Universität Wien. Wien: Version 1.1, 15.1.2019. URL: https://edition.onb.ac.at/okopenko/o:oko.tb-19491219-19500104/methods/sdef:TEI/get?mode=p_5

Lizenzhinweis

Die Transkriptionen der Tagebücher sind unter CC BY-SA 4.0 verfügbar. Weitere Informationen entnehmen Sie den Lizenzangaben.

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Jegliche Nutzung der Digitalisate muss mit dem Rechtsnachfolger von Andreas Okopenko, August Bisinger, individuell abgeklärt werden.