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Wegen Renners Tod spielte das Radio nur mehr bis 0 Uhr 30.

Danach auch rasch niedergelegt.

(Es hatte Brötchen und Malteser Wein gegeben)

Relativ zeitig aufgestanden.

9 Uhr Steinhofer Kirche, immer sehr unerhebend.

Ordnungen gemacht. Das Archiv eingemappt, das diesmal nur aus zwei Stücken bestand; in den alten gelesen.

Nachmittag kam ich auf den Gedanen, ein Thema mit den Mitteln und in den Arten meiner literarischen Kollegen zu bearbeiten. Ich machte elf solcher Charakteristika.

Tante kam, übermüdet (Friers u. Erika waren bei ihr gewesen).

Mäßiges Radio gehört.

Ich hatte erstes und letztes Kapitel von "Lotte in Weimar" gelesen. Mehr wollte ich nicht davon.

Abends die Silvester-aufzeichnungen der vergangenen Jahre überlesen. Vieles hat sich entwickelt, einiges abgeändert, Stil, Wünsche und hielten an.

Es sind bloß sekundäre Einflüsse Altmann und Eisenreich. Ich entdeckte übrigens Jirgalismen in meinem , da ich Jirgal noch nicht gekannt hatte.

Ich möchte ein Mädchen.


Früh auf. , WaM, Ko.

Wieder in die PHG. KeineNW.

Abends WaM-Artikel geschrieben. (Die Kultur, das Stehparterre und der Kragen).


PHG. Brief an WaM ab. Konsum.

Bis über die Mittagspause bei Mj gearbeitet.

Ich machte vom Schinkoabend keine umfangreichen Notizen. Die Notizen sind da eine halbe Erdkugel weiter.

Früh taute es; fast vorfrühlinghaft.


PHG.

Artmann abends noch aufgesucht. Sein Mädchen war bei ihm.


Renners feierliches Begräbnis. Dr. Machwitz verreist. Gelockerter Bürobetrieb. Nur die lange fällige Ordnung in den Akten.

Mittag viel Geplauder. Morgen wieder frei.

Früh Gedanken gegen den Krieg.

Abends Artmann aufgesucht. Musste lange warten.


Bei Weissenborn. "Keller" besprochen.


Zu Polakovics.


Abends erfuhr ich, dass ich meinen chemischen Arbeitsplatz zu räumen habe.



Manchmal merkt man, wie wohl es tut, von gewissen Bindungen frei zu sein.

Dienstag, als Elfriede Sevcik mit Altmann und Weissenborn in den engeren Arbeitskreis kam, wagte keiner vom Keller, sie - die gewesene und eigentlich immer noch Gegerin - zu kritisieren. Zu den farbloseen schrieb jeder "ja". Altmann -

Grosser Streit im Büro. /Frl. Huber und Hr. Witzmann/. Ich bin hier, vielleicht ohnehin das einzige Mal im Leben, ein Neutraler.


Eisenreich-Brief kam.


Früh direkt frühlingshaft.

Tante kam mit vom Büro.

Kein erwartet. Er kam erst gegen 16 Uhr. Ich schrieb dem Eisenreich.

Bernklau.


In der Früh ist es immer etwas föhnig. Polakovics.

Schon zeitiger etwas heim. Tante kam nicht. Ich arbeitete am Eisenreich-Teilmanuskript. Schrieb meinen Brief rein. Der Tag war an dies verausgabt.

Radio ziemlich öd.


Wieder im Trott auf.


NW. Kein, Artmann - Wirtshaus. Mit Artmann bis 23 Uhr geplaudert. Sehr interessant.

Bis zum : Fasching jetzt.


Immer zwischen Frühlingsluft und leichtem Frost, besonders früh.

Anzug sowie Schuhe gekauft, nach langer Zeit. Ein Brief aus Russland kam, nach langer Zeit.

An einem gemütlichen Nachmittag schrieb ich die "Lose Trilogie", wieder eine Prosa, nach langer Zeit.

Kein kam /EisenreichMskr. 2/

Bernklau abends.


Zu Polakovics /Kein/ Besprechung über die Almanach-"Krise" und Einweihung Keins in die "Publikationen". Viel weiter gekommen, bald erscheint er. Besprechung.

Nm. Umschlaggestaltung für die "Publ." ausgearbeitet.

Eisenreich kritisiert und geschrieben.

Brief an Papa geschrieben.

Noch Publ.- zusammengestellt und von mir selbst Sachen ausgewählt. Einiges noch vorgeesen. Sehr angenehm.


In der "Welt am Montag" überraschenderweise noch mein Artikel. Konsum, PHG. Offert für chemischen Betrieb aufgesetzt.

Zu Wendl; brauche nicht oft zu kommen.


Redaktion. Keine Mädchen. Nachher mit Kein über die "Publ." viel geredet, Setzplan, ArtClub-Pläne. Nachfolge.


Schnee fiel. Knapp unter Null.

Zeitiger Büroschluss.


Uni weitere Formalitäten erledigt. Weissenborn bei der Gelegenheit besucht. Altmann filmt. Pläne ...

Abends zu "Orpheus".


Nachmittag schrieb ich an Eisenreich und Klinger. Abends Schnitzel.


Ziemlich kühl. Unter Null Grad. Zu Polakovics: n Teil Eisenreich-Almanachs beurteilt. Sonst weniger los. "Publikationen" nicht so rege in Arbeit wie in letzter Zeit.

Bei Artmann war dessen Mädchen.

Ich schreibe einen nicht schlechten Stil im Vergleich auch zu SchlorhaufersProsa. Alte Sachen von mir auch durchgesehen bei Pol. Um 14 Uhr daheim. Ich machte noch Ordnungen, wenig, und schrieb ein Gedicht, aber es ging wieder im Radio-Unsinn unter. Abends noch geordnet.


Amtege Hietz. Kai.

Dr. Machwitz im Büro: "Ich habe Offenbachs Orpheus in der Unterwelt gehört, und das war schön."

Abends Wendl. Fertig!


Zweiten Brief an Felmayer geschrieben, diesmal mit Rückporto.

Vorbesprechung zur Autorntagung. Entschluss: /da auch kaum wer kam/ es wird keine stattfinden. Ein Jugoslawe, Maja Norell, /neu/, Hauer, Fritsch, Wimmer, Lechleitner, Sevcik ..... kamen.

Matrizenplan, Druckplan weiter.


Uni. Weiserbestätigung, Kaution von Pailer. Dort Abschied von Sonja.

Büro: Steger vergass auf Auszahlung


Matrize v. d. Red. geholt.

Preis erkundet.

1/2.


1/2 ✓.


14 Matr. gek.; Probematrize . Red. übergeben. ✓

erledigt gleich an Ort u. StelleMit od. ohne unser Zusehen abgezogen? Wann?
erledigt gleich an Ort u. StelleSpätestens Mi !
erledigt gleich an Ort u. StelleJedenfalls die Abzüge wollen wir sehen, die Fehler einzeln wissen.

Vorrede! Zus.stellg. (zieml. sicher schon auf engzeilig" einrichten).


Matr. schreiben! ← Sa


Restliche 30-40 S einzuzahlen? Matr. kaufen.


1. Abzug


2. schreiben! Naturpap. + weiße Streifen kaufen, schreiben


2. Abzug. Dann Fertigstellung, Versand.


Klinger das VVf. Pap. anhängen; dafür kaufen, wenn genug billig durch Mang.


um Korr.-Lack Pol geschrieben, Pol aber hat keinen.

Ich schrieb, ohne Lack zu brauchen. S. 6-9 matriziert


Noch 500 Bl. Vvf. Pap. bestellt

Von Kein gingen S 5.- ein. S. 2-5 matriziert.


Noch 10 Matr. gekauft (21,50!) S. 10-18 matriziert.


geschrieben


matriziert (S. 1)


S. 19-22 matriziert.

Ab. endgü. Vorwort verfaßt


Vorwort fertig u. atriziert (S. 1 endgü.) Diese Arbeit fertig.


1. Hälfte Papier NW abgegeben. Am selben Tag noch v. Hn. Kern ab-gezogen. Wird die Arbeit noch fertig werden?


erfuhr, daß 11 Matrizen bereits abgezogen. Sehr gut ausgefallen.


Restpapier i. d. Red. getragen. Bis fertig!


voraussichtlich alle Abzieharbeit fertig.

Den Rest der Woche die Zeitung zusammenlegen.

Naturpapier kaufen, Streifen schneiden, , beschriften


1 l Rum (12.-) f. Hn. Kern gekauft, ihm übergeben.

ab. 14.- Honorar u. 10.- von Kein gingen ein.


Ke + Pol.

Zeitg. zus.gelegt


Zeitg. geheftet, beklebt (begonnen).


600.- ealt bekommen.


2. Amtsweg. In der Mittagspause Rum gekauft im Rusengeschäft.


Nachmittag zu Pol.

Noch kein Vorwort für die "publ."

Klingers "Von Mensch zu Mensch" kam bei Polakovics an. Diese Zeitung ist trotz Keins und WeissenbornsBeiträgen am Hund

Ich sekierte Pol, den Ordner auszumisten.

Wir begannen oben bei Frau Maria tatsächlich mit der Arbeit. Auch Diskussion über den "Orpheus"-Film und über meine Gedichte wieder.


"NW": Donnerstag kommt Eisenreich.


Wege Nationalbank, Institut /Semester bestätigt/, Uni. "Dichtung von heute", Band: Frankreich, nicht bekommen. Matrizen gekauft.

Nm. bürofrei. Ich blieb indes dort und schrieb Matrizen.

Das Wetter ist ganz in der Stimmung Maja Norells. ""


Nur das Vorwort geschrieben.

18,30 Eisenreich in die Redaktion.

Auch Strobach, Ebner /die ich hier kennen-lernte/, Vera Ferra /ebenso/, ebens: Kräftner, Mayröcker, Georg Schreiber; Fritsch, Ke, Ok, Pol, Altmann. Grosse Almanach-Besprechung. Streit um Altmann.


Ich blieb Nachmittag nicht im Büro Matrizen schreiben sondern fuhr gleich heim. Kein brachte mir das Eisenreich-Teilmanuskript. Ich suchte aus meinen Mappen Neues zum Einreichen heraus.

Sehr vorfrühlinghaft. " / "

Lesung Klubsaal in der Urania /Altann, Artmann, Weissenborn/


Abends schon sehr vorfrühlingshaft.

Die Durchdrungenheit der Strassen, überall die Glocken von Breitensee.

Stadtbahnfahrt die ungewohnte Strecke bis Schwedenplatz. Beinah nachts und die beleuchtete Urania.

Altmann hat am Tag seines Debüts hier seine Mitarbeit am "Almanach" zurückgelegt.

Den Applaus für die Gelesenen heute habe ich inszeniert. Er kam später von Herzen.

Nach der Lesung mit Weissenborn, Hauer und noch drei Mädchen zur Stadtbahn. Bohemiens, so sieht es aus, in zwangloser Ausgelassenheit alle. Mir was fremd, aber einmal etwas sympathisches Fremdes.

Als Mädchen freilich betrachtet, nichts. Mit einer fuhr ich noch im Zehner. Sie ist Mittelschülerin und rechnet uns als die zukuftträchtigen und schon jetzt Dichter. Wie wenig übermenschlich wir aber in Wirklichkeit sind.

Ich wollte heute mehrmals etwas schreiben.

Daheim war es dann zu spät.


/Auch schon voher/ vorfrühlinghaftes Wetter.

Dreizehn Uhr kamen Polakovics, Eisenreich, Kein zu mir. Sehr lebhafte Besprechung über den Almanach. Altmann wurde nun ausgeschlossen.


18 Uhr College Kolingasse. Hansen-Loeve kennengelernt. Sehr akademisch das ganze. Schwärmerei von einem Gottfrid Benn.

Altmanns Einfluss auf Hauer wurde nachher von Kein, Polakovics diskutiert.

Wenig ergiebiger Dienstag.


Für Steger in die Zentralsparkasse, erstes Papier und die Matrizen in den NW abgegeben. Pol. mit meinem Vorwort sehr zufrieden.

Jetzt ist wieder Arbeitsruhe mit "publ.", Klinger und Eisenreich.


Die letzten Tage wieder etwas kühler.

Restliches Papier in die NW getragen.

Abends fiel etwas Schnee. /Mittags Schnee-regen./ Immer aber vorfrühlinghaft schon.


Gegen Mittag plus 6 Grad!

Nm. Ordnungen in Z und alten Mappen.


Polakovics besucht. Er ist infolge der Kürzung seines Lehrergehalts in der ödesten Laune.


"Semesterbeginn"

Plante, den Brief über den "Arbeitskreis zum Sammeln schlechter Erfahrungen" endgültig an H. Weigel abzusenden.

Briggi getroffen.


Ich stelle mir jetzt immer so viel Liebes vor mit Maja.

Es liegt schon sehr der Vorfrühling in der Luft.

Meine Arbeit im Literarischen nimmt mich ganz in Anspruch, ans Büro verliere ich außerhalb der Dienstzeit keinen Gedanken. So bin ich freier als auf der Uni.

Freilich, die freigenommenen Nachmittage damals ... Ich fuhr dann zu Artmann und diutierte begeistert; (meine Vergangenheit reicht kaum länger zurück als ein Jahr) ich kam mir damals wie der extremste Surrealist vor (auch heute denke ich sehr extrem zu sein, und unter den hiesigen Surrealisten der Beste - aber mit Artmann, Altmann, auch Weißenborn verbindet mich gegenwärtig kaum etwas; und reiner Surrealist bin ich literarisch wohl auf keinen Fall. Im Leben aber, im Leben.)

In den nächsten Tagen werden meine "publikationen" fertiggeellt. Polakovics, Fritsch, Kein unterstützten mich dabei in ihrer Weise. Aber wo ist die Begeisterung der "Linken" aus den "Keller"-Zeiten geblieben? Ich bin neuierig, ob sie nun begeistert - oder ganz bös sein werden. Dennoch möchte ich versuchen, aus ihnen wieder Revolutionäre zu machen.


André Gide gestorben.

Rum für Herrn Kern gekauft, abends ihm übergeben. Zeitung ist fertig abgezogen.

NW: ungute Atmosphäre:

Trinx, Braun da, Altmann Streit. Ausser Maja und mir wenig Vernünftige. Abends müde. Zeitungheimgetragen.


Vor der Lesung bei Weissenborn. Altmann war dort. Sie zählen mich noch immer zu den ihren. Dann in die Burg gegangen.

19 Uhr erste Autorenlesung zu zweit: Kein u. Vera Ferra. Mist. Schlecht organisiert. Gelächter der Angehörigen unserer Musiker. Abends sehr müde.


Früh: nichts hnter mir.

Die letzten Tage wieder recht kalt in der Früh. Nur im Licht liegt der Vorfrühling schon.

PHG. Postweg.

Bauer tat einen guten Ausspruch Er sagte über die Huber: "Der Huberin wird erst leichter, wenn sie an der Sauglocke läuten kann."


Unangenehmer Tag in der PHG. Friers Rudi die Arbeit bei der Wiener Messe abgesagt.


Freier Nachmittag. Mit Tante herausgefahren.

Die Zeitschrift gesichtet.


Ordnungen,

14 Uhr mit Kein u. Polakovics an der Zeitung gearbeitet.

Sehr heiser und Hexenschuss. Gemütlicher Nachmittag, in einer Woche wird die Zeitschrift fertiggebracht.


Papier-Inskription an der Uni. PHG.

Weigel trug mir Hilfe bei der Bewerbung um die Staatsbürgerschaf an.


Am Dienstag, , gab es wieder Streit bei der NW-Zusammenkunft. Weißenborn führte uns einen weiteren Kauz zu, namens Perfahl, aber die Leute, die in etzter Zeit so dazukommen, bringen absolut keine "Blutauffrischung" zu-stande; im Gegenteil.

Als die Mehrza gegangen war, unter ihnen Elfriede Hauer, die meine "Lose Trilogie" erst auf Altmannsch usw. Einflüsse schieben wollte und dann mit drei Rufzeichen hysterisch unterstützte, bleben wir (Maja Norell, Polakovics, Kein und ich) in der Redaktion zurück. Wir diskutierten erst die Hauerschen, dann die Einsendungen der Norell

und stritten dann ziemlich leidenschaftlich um die Rolle des /wie ich es nenne/ Minderbewussten. Ich setzte mich an die Maschine und schrieb einen Wortsalat, der einige schöne Stellen aufwies. Kein und auch Norell bestritten die künstlerische Wirksamkeit des nur Assoziativen. Ich ärgerte mich, weil ich Norell nach ihrem Jasmin-Gedicht für eine der Unseren gehalten hatte.

Das Naturpapier für die "publikationen" kostete mich S 30.--, Farbe und Leim 4.-- Die Pakete vergass ich dummerweise in der Redaktion.

Eine Woche später überreichte mir Norell eine Arbeit über die Rolle des Minderbewussten und sah nicht mehr ein, warum wir uns streiten mußten.


Mit Pol, Sonntag auch Ke und We, die "publikationen" fertigge-stellt.

Es schneite. Schöne Tage.


begann der Versand der "publikationen".


In den "Neuen Wegen" spär-liche Ueberraschung mit den "publ.", Altmann gar nicht verärgert. Schmied öde, mit Keinheim.

Bekam Karte für die Polakovics-Lampersberger-Lesung.


Vm. Quästur.

17,30-45 LesungPolakovics in RWR.


Von Klinger kam ein Brief. Mama krank.

Briggi hatte angekündigt, sie werde mich besuchen, aber sie kam einfach nicht. Ich wartete nach-mittags und tat sonst nichts. Ausgeruht einmal. In gelesen.


Zu Pol. Fürs heft zusammengestellt. Briggi gearbeitet. Nm. kam Pol zu mir, Briggi kam. NW-heft zusammengestellt. Briggi zeigte sich von den "publikationen" begeistert und bot uns an, Geld dafür zur Verfügung zu stellen /sie arbeitet gut bezahlt beiden Amerikanern als Uebersetzerin/; wir nahmen freilich nicht an.


Tante hat zwei Tage Urlaub vom Büro.

Abends in die Adamsgasse. Zahnbehandlung ist, besser als erwartet, abgeschlossen worden

Das Wetter ist sehr schön, wenn auch noch gänzlich dem Frühling verschlossen.


Gegen Nachmittag kam der Frühling. In den "NW" interessanter. Mein "Früher Nachmittag im April" wurde abgelehnt, da man in der letzten Strophe "die Mädchen so von dreizehn an ..." Strichmädchen auffasste.

Unlängst soll ich im Radio gelesen worden sein.


Früh plus 6°, plus 8°.

Abends die Pol.-Lesung Salon-Abend. Deprimierend fad.

Während dieser Tage läuft Antwortpost auf die "publikationen" ein.


Am kurze Flucht aus dem Büro.

/Ein Lohnspitzel war da/. Ich wollte zu Weisenborn fahren den Vormittag, wurde aber schon bei der Haltestelle zurückgewunken.

Ich arbeitete also den Tag normal.

Tantes Gesundheitszustand macht ernste Sorgen. Blutdruck 250. Dabei ihre grossen Aufregungen im Büro.



Das Wetter war die ganze Zeit so reaktionär. Erst gar nicht hässlich, sondern sogar blau, aber derart unfruchtbar und aller Entwicklung abgesinnt. Dann Novemberwetter und endlich Schnee, nasser Dezember /Ende Anfang /

Nun wurde es wärmer, einige Tage wie Frühling, aber die Luft ist oft wieder so kalt. Die Jahreszeit müsste sich so ändern, das hat die ganze Stadt, die so kalt heuer ist, nötig.

Maja Norell, mit ihr machte ich mehrere Runden ums Konzerthaus gestern, aber sie ist doch - so betrachtet - fremd.

Früh am Aufbruch.

Ob etwas ganz Neues beginnt ob sich etwas weiterentwickelt endlich.

Gestern schrieb mir Weigel, dass es Hertha Kräftner schlecht geht. Ich soll ihr etwas Nettes schreiben. Sie schaut immer hart drein, aber sie hat ein trauriges Gemüt.

Bei anderen Leuten fühlt man sich wieder geborgen.

Ich habe momentan zwei Quellen der Beeindruckung, im Literarischen:

Norell /vielleicht Seltenes von Rilke WeinheberHofmannsthal muss ich endlich lesen!/ und Eisenreich /Jirgal. Fritsch vielleicht/.

Wenn ich das aber so konkret hinschreibe, sehe ich weder sofort, dass ich nur bei mir fortsetzen kann.


Sehr angenehme Stimmung. Erica Jené schrieb mir. Eine wirklich liebe Frau.


Staatsbürgerschafts-Wisch.

Nm. Weigel und der RAVAG geschriebe


Frühling herangekommen. Eine schöne liebe Jahreszeit, meine Jahreszeit.

Am angenehmen Nachmittag für KapfenbergGedichte ausgesucht.

Das erste Mal Fnster offengelassen


Früh ein beschreibendes und ein Assoziationsgedicht. Schöner Frühlingsmorgen.

Zu Pol. gefahren /Artmann ist in Italien/. einlauf und Vor-bereitung für unseren Preisvor-schlag in Lyrik und Prosa.

15 Grad in der Sonne mittags.

Viele Briefe geschrieben.

Abends in den Surr. Publ. gelesen. Ganz angenehmer Abschluss.


Früh schon schön warm.

Artmann kam. Er brachte Italien-Gedichte mit. Ich zeigte ihm letzte Sachen vn mir. Meine Gedichte sind nun ein neuer Schritt.

Abends noch recht kühl, aber schön.

Ich dichtete "Lotte nach Weimar".


abends Auseinandersetzung Pol mit Alt in der Redaktion.

Hauer kam wieder einmal.

Der Nachhauseweg ist immer sehr anregend. J. Ebner erzählte, Weigel sei sehr be-geistert gewesen von den publ.


Frühlingsanfang mit Kälte, -1° früh, 10 Uhr beginnt Schneetreiben.


bewegter Tag im Büro, Sprengung des Hauses vis vis. Staub.

Abends erhielt ich den grundsätzlichen Brief von Eisenreich.

Ich fühle mich Altmann trotz seinen gegenwärtigen Fehlern viel näher als Eisenreich.


regnerischer Karfreitag


Einfall Ostermontag "Ich, aufgelöst im Frühling, selten beschwörend"

AOk.


schwankend zwischen Frühling und Kälte. Letzter Bürotag.

Gegen Abend: Briggi, Spaziergang um die Steinhofer Mauer. Wir verstehen uns schon viel besser als früher.

Sehr anregend gesprochen.

Abends danach: Korea-Gedicht 1.


freier Tag.

Konsum und kleiere Arbeiten.

Korea-Gedicht 2 und 3 gschrieben.

Brief Friedl /wie Eisenreich/ kam.

Ich machte nachmittags Ordnungen, vor allem in den Fragmenten.


Abends Bücherordnung.


frülinghafte Ostern, kein Vergleich mit , vorigen Jahres.

Zu Polakovics. Er ist mit MN soviel wie verlobt.

Nachmittag Bücher verpackt. Vergeblich zu dichten versucht. Blödes Radio.


In der WaM nimmt Weigel Stellunggegen die Hundsgruppe. Früh Null Grad. Keine Zusammenkunft abends.


Um die Staatsbürgerschaf eingereicht. Erste Post wieder: Jirgal, Kräftner.


Immer noch so trübes kaltes Wetter, noch kein Frühling dieses Jahr. Wie schön war es schon im vorigen ebruar.


Polakovics. Artmann kam von Italien zurück. Weissenborn ist wahnsinnig.

Zusammenarbeit Pol-Ok-Art.

Gemütlicher Sonntag.


Neue Kost: Warmes Mittagessen im Büro.

Schöneres Wetter, das nun den Frühling mit sich bringen wird


Früh wieder kühl.


In unruhigem Wetter Auto-fahrt zu Bernhard Altmann.


Immer wieder kalt.

Nachmitttag, solange Sonne, etwas wärmer.


Forsythien blhen schon.

Schön, aber noch nicht richtig durchgewärmt. Nm.: 17 Grad in der Sonne. Wieder einmal, so selten, ein frühlinghafter Tag. Dann ing allerdings böser Wind.


Erst NW, dann Schlichtung des Streites Alt-Pol-Ok-Eis in Gegenwart Weigels /Café/, mit Weigel und Eisenreich Gasthaus /Gulasch/, Ilse Perl kam dann, höchst anregender Abend. Bis 24 Uhr.

Die schätzen mich

Ich bekam zu lesen Eisenreichs "Felix Aique" "Exercises ”, deren Mittelstrophen zum Erregendsten gehören.



Regenwetter. Wieder kalt.

Zu Pol. Dort Kein, Artmann /der von Altmann nichts mehr wissen will!/, dann M. Norell.

Abstimmung. Schmied und Trenks werden in Hinkunft nicht mehr jeden Dienstag erscheinen.

Neues Lektorat begann seine Tätigkeit.

Recht angenehm.

Tief verregnet und unfreundlich kalt.

Meine neuen Gedichte sind wahrscheinlich ein Uebergang. Unter der öden Jahreszeit, wo mein Frühling sein sollte, leide ich sehr.

Kein Mädchen jetzt überhaupt.


Kalt, trüb.

Früh dann noch etwas Zeit.

PHG. Verkühlt. Ueber die indische Rechenkünstlerin in der WaM gelesen.


Büro, krank.

In der Rotweissrot-Zeitschriftenschau wurden die publ. genannt, das Gedicht von V. Ferra daraus gelesen.

NW. Der Arbeitskreis wird nun besser funktionieren. Sieben wurden gewählt.

M. Norell "Famagusta"

Langer Eisenreich-Spaziergang nachher, Wirtshaus Joachimsthalerplatz; dann vor Steinhof. Immer noch keine Einigkeit zwischen uns. Ueber Eros viel gesprochen.


Mehr krank.

Nach dem Büro: Sehr gemütlich abends. Mädchen gewünscht.

Wieder viel klarer gesehen. Solidarität mit .


früh nur plus zwei Grad.

Etwas besser gefühlt, gehustet.

McArthur abgesetzt.

Das leichte Wurzelziehen aus Quaraten ganzer Zahlen theoretisch gelöst.


Noch kein Frühling.

Abend immer die Gedanken.

Eisenreich Wie weit


Früh nur plus zwei Grad.

Noch keine schönen Frühlingstage.

Büro.


Tags etwas wärmer, aber nicht sehr, und abends wieder hässlicheres Wetter.

Nach dem Büro: Tante kam mit.

Ein Brief von der Diem kam, als einziger in der Woche. Auf Grund meiner unerfüllten Stimmung gelang kein Gedicht. Ich machte nur kleine Ordnungen und spannte aus.


Eintrübung. Kalt.

Zu Pol. gefahren. M. Norell ist aus dem Arbeitskreis eliminiert. Deshalb auch trat Pol. von der Stimme zurück. Die beiden haben mir so viel gegeben.

lektorat ausgeübt. Gutes Gedicht von Fritsch, Schmock von der Hauer.

Furche-Kritik "Wir trieben Schmock".

Meine gegenwärtige Art zu schreiben /Lotte .../ sei mein Eisenreich-Komplex, aber nicht Ok.

Ich bekam 30.-- für den Essay "Fall ins Wort" /Sonderfall/. Zog die Infinita Vera und das "Sommerlied" aus den NW zurück.

Geschrieben habe ich dieses Wochenende nichts. Abends Wein. Gedichte aus vorigem Frühjahr.


Wie jedes Wochenende verregnet ist, so ist jeder Wochenanfang schön. Freilich noch kalt. lus 1 Grad. WaM: Lob auf die jungen Komponisten und Lob aus Stockholm auf die NW.

Dr. Lindner kam wieder nach Wien.

Nicht mehr krank, aber müde.

Brief von Hilde Schinko kam!


Amtsweg. Steger in Salzburg. Letzter Tag ohne Huber. /Sie war 2 1/2 Wochen auf Urlaub. Alles fühlte sich wohler./

Freundliches Wetter nachmittags, sogar warm.

Alles blüht schon; wenn es nur schöne Tage gäbe.

NW. Kurzer Streit mit Polakovics über ein Fritsch-Gedicht. Ebner, Altmann. Fade Besprechung.

Strobach, Fritsch kamen. Interessanter. MN nicht mehr freilich. Langes Gespräch über die publ. nachher, mit Altmann. Viel besseres Verhältnis nun.

Wieder Eingänge für die publ.


Ich habe nur mehr 5 publ. nr. l zu vergeben.

Huber kam in die PHG.


Büro.


Steger fährt nächste Woche nach London.

Tante bekommt Urlaub vom an 3 Wochen. Uebernächste Woche mehrere freie Tage.

19,00 Lesung Altmann u. Ebner. Gut organisiert, 40 Anwesende, wenig Bleibendes, Diskussion gefährlich /Ein Kommunist über die Volkstümlichkeit der Kunst./ Deprimiert, mit M Norell und Polnoch gegangen.

Spät heim.


Frühlingshaft. Alles blüht schon, weiss und rosa in Grün.

Photograph erstmals nach 7 Jahren.

Gute Sonne. Ausgeruht, angenehm.


Strahlend blau, aber kalter Wind. Vier Grad nur. Von Pol wurde ich über Rückfragen wegen meiner Staatsbürgerschaft informiert.

Auf mein hartnäckiges Drängen wurde der alte Ordner-Inhalt für die neue Beurteilung durch den Arbeitskreis hergerichtet. Neue Stimmzettel, viel wird ausfallen, ich gab meine Stimme schon ab.

Ueber die jetzige Unfruchtbarkeit vieler gesproche Maja Norell ist sehr wertvoll.

Nachm. nachgeschriben wider. Viel gesprochen. Ueber die in meiner Sicht. Ein Licht ging mir auf, wie ich Artikel darüber zu schreiben hätte. Einiges notiert. Angenehmer Abend.


Montagzeitung: Eisenreich wurde von Weigel erwähnt; neue Jugenddiskussion übers Schminken.

Konum. PHG: Viel Arbeit.

Umschwung, vielleicht auch jahreszeitlich bedingt: es geht wieder weiter.

Abends "Vom Wesen und Unwesen" geschrieben.

Eine Lesung im "College" über Gottfried Benn, einen deutschen Dichter, von Hansen-Loeve sehr gelobt, entfiel.


Ich werde vorläufig nicht fest angestellt, bekomme aber nunmehr ein Gehalt von 700.--. Viel Arbeit im Büro, in der Mittagspause Artikel rein-geschrieben. Warmer Tag.

NW. Artikel wahrscheinlich angenommen noch fürs heft. Nur wenige da: Al, Wie, Pol, Ke ,Eb, Wei.

Pol und Ke pflanzten mich wegen lezten Dienstags mit Altmann. Sie kennen noch nicht meine Stellung-nahme.


Früh diesmal schon sieben Grad. Bald auf zehn gestiegen. Sonne.

Konsum, PHG.

20 Uhr Altmann-Hauer-Weissenborn-Lesung im "Kreis". Ueber zwanzig Anwesende. Paula Mindl grosse Tragödin; unerträglich.

Lesart, Neutralität der Stimmen, des Publikums und leider des Gebotenen.

worte, worte ...

Lebhaft gestritten. Ich sprach vom Verrat am Srrealismus. Altmannleute verhielten sich leider sehr undiszipliniert und unterlegen.

Mit Mindl und den andern noch ins Gasthaus Fröhlich viel gesprochen; mit Weigel auch zusammengekommen. Er hat meine achen in EisenreichsAlmanach noch-mals gelesen, wie er sagt, und findet sie "hervor-ragend". Mit Mindl-Wiesflecker noch durch die Stadt bis zum Lerchenfeldergürtel, sehr lebhaft. Wir ver-abschiedeten uns, ich ging allein nach Steinhof, um viertel zwei. Herrliche Baumblüte, erste Frühling-tage jetzt. Warme Nacht ..


Das Wetter in der Frühe schon. Sonne, ich wünsche mir einen Ausflug. Ich habe mich sehr von dem "Surrealismus" unseres Arbeitskreises distanziert, eine ganz neue Zeit hat angefangen. Ich möchte mehr unternehmen als zuvor.

Die Zeit ist uns für das Neue erst reifgeworden. Vor Monaten wäre alles das unmöglich gewesen. Aber der Zerfall des "Kellers", die Alt.Art.-Dissonanz, der Esenreich-Einbruch, der Ausverkauf an Lesungen haben das sehr ermöglicht.

Gestern abends waren meine Photos eingelangt.

Pol. teilt mir nachmittags telephonisch mit, dass meinArtikel schon in Druck ist. Auch die Epigramme aber kommen in die nummer. "Vom Wesen und Unwesen" sei eine meiner besten Arbeiten; er sei, was deren Stellungnahme anlangt, nicht aus dem Staunen herausgekommen.

Im Büro wurden die 700.- schon ausgezahlt.

Es wurde ein sehr anregender Abend. Gedicht-Idee nachmittags.

Ueber Mindl, die Lesung, die Neuerung - und das in meinen Arbeiten nie wirklich ausgedrückte Anliegen viel acedacht. Ein Frühlingsabend war.


Sehr angenehmer Tag, abends auch gute Stimmung zu Haus. Bald kommen die Pobisch-Möbel.


Im Büro schlechte Nachrichten von Tante. Paul hat sich fast bewusstlos getrunken.

Schinko-Brief. Ordnungen. Nachmittags 28 Grad n der Sonne. Begann den Antwortbrief an Hilde zu schreiben. Nichts gedichtet. Sehr blätterig schon.


Früh Hilde Schinko weitergeschrieben.

Sehr blätterige Jahreszeit. Abgekühlt.

Vormittags teils Schönwetter.

Zu Polakovics. Dort heft-Arbeiten, zum Rücksenden aussortiert.

"publ. nr. 2" besprochen.

Daheim: Tante und Paul kamen, vil Ordnungen. Das grosse Bild fortgegeben.

In alten Aufzeichnungen gelesen.

Fertiggeschrieben der Hilde.

Rum bis zum Liderreflex und zur Lockerung der Strukturen getrunken.


/Am PHG. Nur Hilde-Brief abgesandt./


In alten Aufzeichnungen, auch außerhalb des Tagebuchs, gelesen. Mich verblüffte mein Stil von , , der jirgal-los und altmann-los dennoch meine heutigen Merkmale trägt, selbst eliot-los (so habe ich mehr eigene Substanz als ich denke). Selbst dieses: das Doppeltpunktsetzen ist kein von jetzt Rilke-Ergebnis, sondern im Loidlbrief-Konzept nachzuweisen.

Es lohnt, wenn man auch kein Hundertstel des Reizes einfängt, dennoch, auf Papier soviel man kann inüberzuretten.


Frei.

Zu Artmann zeitig. Traditioneller Maispaziergang. Auch "Carlo" wieder getroffen.

Weissenborn besuchte nach zweifelhaften "surrealen Akten" Hurenhaus, Altmann sei im letzten Moment entwischt. Das sind Kinder.

Viel über die Sachen von vor einem Jahr ge-sprochen: Greguerias, Surrealismus, über Hilde Schinko und die Gefahr des Direkt-Satirischen. Heimgegangen. /r begleitete mich./ Daheim Zimmerordnung.

Das schöne Wetter ging weg, ich versuchte ein Gedicht und brachte nichts zuwege.

Es wurde öder. /Heute fällt keine Zusammen-kunft NW./


Halbfreier Tag im Büro. Alle Vgesetzten fehlten. Kohle kam ins Büro, sodass ich länger als bis elf bleiben musste.

Möbelgedanken, keine rechte Feiertagstimmung.

Zeitig heim. viel nachgeschrieben.


Frei. Ich trug die Pobischsessel in unsere Wohnung und die Uhr. Paul, Friers und Tante kamen. Es ist nichts einstweilen mit dem Verkauf. /Des Bildes und der Kredenz./ Oede. Trübes Wette Die lüte und die Ueppigkeit der Bäume wirken gar nicht aufs Gefühl. Längere Reinschrift, sonst natürlich nichts geschrieben. Sehr grosse Oedheit, krank gefühlt.


Früh Wrack.

Konsum, PHG.

Ziemlich missmutig über die "neuen" Möbel; und die Krankheit.


Noch recht krank gefühlt. Morgen gehe ich nicht zu Polakovics.

Früh Gedicht-Ideen, wie oft, in Strassenbahn und Stadtbahn.

PHG.

Zahlungsaufforderung für Staatsbürgerschaftkam. Zu Hause geplaudert ganz freundlich, ausgeruht, Sessel zum Teil demoliert.

Der Abend wurde sehr gemütlich. Wein.


Trübes Wetter.

Möbel-Grossordnung.

Bei mir brach eine Urethritis aus.

Wahlergebnis: Zunächst Gleissner.


Transport der Möbel von Pobisch.

Früh wieder Schönwetter. Angenehmer Tagesbeginn. Konsum. Auch die Zeitung ist ganz nett.

Im Büro Krankheit auf dem Höhepunkt?

Ein Haneckerpaket war eingelangt.


Büro. Stark krank.

Ein Telegramm von Weigel /Statsbürgerschaftsakt/ und ein Brief der Dr. Hofmanndaheim.

In den "Neuen Wegen" wurde mein Artikel vor-geesen. Stimmung gegen die "Surrealisten". Almann-Ausflug wurde von Wiesflecker bestätigt. Wohin sind die jetzt überhaupt gelangt? Bombastische Ankündigung einer Lesung in Mödling. Ich bin gründlich kuriert.


im Büro ziemlich müde gefühlt.


umsonst auf dem Gebührenamt. Rennerei /MBA 13/, bei ödem Regenwetter. Viele Arbeit im Büro. Rippenschmerzen.


Amtwege. Ich habe nur zweimal 100.-- für die Staatsbürgerschaft /bei positiver Erledigung/ zu zahlen. Im Büro anstrngender Dienst. Morgen ist frei. Schon für die "publ. 2" geplant.

/:/

Oede gefühlt, Schmerzen, Schüttelfrost und Fieber. Wegen Dr. Lindner konnte ich nicht zeitiger fort. Im nassen Wetter heimgewankt. Furchtbare Stadtbahnfahrt. Sofort zu Bett gegangen, mit 38.2. TP. Zitronensäure-Tee at mir gut.


Möbel wurden fortgeschafft. heft der "Neuen Wege" war gestern gekommen. Ich las viel darin, erbrachte den Tag im Bett. Sodawasser. Tante kam. Weiterhin Ueberschwemmunge und ödestes Wetter.


Die Frühlingsfeste und der Frühling selber verpatzt ...

Aufgestanden. Ein bisschen Sonne.

Ordnungen im Zimmer gemacht.

Rippenschmerzen. Nur gegen 17 Uhr einmal Fieber. Behandlung. Besser gefühlt. Eine Gabe ist das Sodawasser.


Wieder Eintrübung. Grössere Ordnungen. Gearbeitet. Den Tag über auf. Nur gegen achmittags später wieder Fieberrückfall.


Wieder Büro. Recht krank gefühlt.

Halb sechs Redaktion "Neue Wege".

Polakovics' Aerger mit Altmann.

Sezession Pol-Ke-Fr-Wiesflecker? Neue Zeitungsgründung des "Kreises".


Nachmittags kamen wieder die Schmerzen der Urethritis.

Ein schöner Abend. Hildis Brief langte ein. Ass gebackene Leber. Linder Abend nach qualvolle Tag.


Wieder Schmerzen, Büro. Etwas besserer Tag, Angenehmer Abend. Leber.


Schmerzen, doch schon besser.

Büro.


Büro. Mit Tanteheim. Sie fährt morgen in den Urlaub.

Arge Schmerzen, musste zu Bett gehen.

Behandlung.

Schönerer Abend.


Polakovics lobte sehr mein letztes Gedicht. Er tellte einen Uebergang zum Gerundeten fest und Rückkehr zu meinem Ausgang.

Aus den NW alles bis auf drei Sachen zurückgezogen.

Im -Heft nichts von mir. Redaktionelle Anordnung, aus Gründen des Anscheins.


Unnötig /Frl. H. im Büro zu Bauer/: Passens auf auf das Geld, hörns.


Früh chönwetter. Warm. Auch gestern.

Bei Pol Gespräch um Altmann. Mein neues Geicht gefiel.

Einiges wird jetzt auseinandergehen.

Pol wird übersiedeln, die Zusammenkünfte NW entfallen zunächst.

Gegen Nachmittag wieder Eintrübung.

Sogar regnerisch.

Ordnungen gemacht.

publ. nr. 2 zusammengestellt.

Ich habe jetzt immer Gedanken nach dem Mädchen.


Ich werde wieder einsam?

/Wie vor /.

PHG. Tante ist auf Urlaub. Zehner im Toto. Grosses LobWeigels in der Welt am Montag. Ich sagte der Dr. Hofmann ab.

"Stimmen der Gegenwart" in die Hand bekommen.


Keine NW-Zusammenkunft. Schon ganz gesund. Abends noch zum Fenster geschaut.


Wurde nachmittags vom Büro zur Pressekonferenz anlässlich der "Stimmen der Gegenwart" beur-laubt. /Weigel, Eisenreich, die Arbeiterdichter uw. kamen./ Es war sehr nett. Ich bekam Prosaauftrag von Weigel. Felmayers Appell an mich, so zu schreiben, wie man "hier" schreiben kann.


FRONLEICHNAM; frei.

Keine Zusammenkünfte sind abgemacht.

Der Auhofspaziergang nach langer Zeit wieder. Dort gesonnt. Angenehmer ag.

Erster schöner Tag dieses Frühlings /und ich nicht mehr krank/. Brief Hofmann geschrieben, der Hildi geschrieben, und publ. nr. 2-Vorrede /Glosse/ verfasst.

Wein. Die publ. nr 2 sind bald fertig.


Verregnet. Konsum. Büro.

Ich erhielt eine Einladung vom Kosmostheater.


Vom Büro ziemlich müde heim.

"publikationen" gehen in Ordnung.

Wein geholt. Der Tante geschrieben.

Viel gelesen.


Zweiter Wahlsonntag in Oesterreich.

Wir fuhren auf den Grinzinger Friedhof.

Stahlend blau; wirkende Sonne. Angenehmer Tag. /Nördlicher Westen von Wien hat einen anderen Reiz als unsere Landschaft. Schärfer - dieser Reiz würde für mich kürzer anhalten; ich besuche ihn nur./

Nachmittag, bei schönem Wetter, kam Polakovics zu mir. gesichtet, die Aufregung von Wahlen und Fussballänderspiel /gegen Schottland; 4:0/ gesucht. Mit Pol. in meinen früheren Gedichten gelesen.


Konsum. Körner ist Präsident.

Dem amerik. Kosmos-Theat schrieb ich ab und verständigte Weigel davon.

Trüberes Wetter. Aber schon frühlinghaft, immer ganz warm.

Die Lesung von Eisenreich, Mayröcker, Ebner im Kosmos-Theatre um 20,00 besuchte ich gleichfalls nicht. Es wurde ein wesentlich angenehmerer Abend daheim. Wein.

Ein verrückter Brief der Diem war gekommen, schlafwandlerisch ungefasst.


Ich wollte der Diem antworten. Erst nach der vielen Arbeit im Büro, in der Mittagspause, brachte ich es zuwege.

Nach Hietzing vom Büro aus gefahren.

J. Ebner getroffen, geplaudert im Park.

Bei Fritsch Zusammenkunft statt NW. 18,30. Fritsch hat eine nette Frau. Gut unterhalten, viel gelesen. ArEbFrKeOkPol. Spät heim. Herrliche Mainacht. Akazien.


Ich wollte Helene Diem auf hren Brief antworten.

Das erste Mal geriet ein rücksichtsloser Kritikbrief an ihrem menschlichen Gehalt,

das zweite Mal schrieb ich nichts als einen Wortsalat, um wenigstens auf der Insel des Surrealen ein Einverständnis zu bewirken,

dann wollte ich in einem Nachsatz von da zur Kritik lenken,

dann vernichtete ich alles und gab meinen Plan, zu schreiben, einstweilen wenigstens, auf.


Verregnet. Büro. Viel Arbeit.

Einladung für morgen kam.

Angenehmer Abend.

Gestern hörte ich, dass auch wieder der Igel-Schlager von Künneke gesungen wird. Sie wäre die eeignete für ein Literatenbrettl. Ihre Vortragsweise ist ausgesprochen dem neuen Lyrikstil verwandt.


/tags vorher eingeladen/ Celanlesung 19,00 Uhr Wollzeile 2Buchhandlung Heger.

Leopold Rosenmayr kennengelernt. Er kritisierte meine Oberflächlichkeit /in "Prosa hinter dem Wahnsinn", der Vorrde zu den "publikationen", auch deren Einband sei zu aufgehbscht/, andere Sachen wie Claif gefielen vorbildlich "wegen ihrer Haltung". Auch mein Elegisches Protokoll besser, wenn auch dies keine Form ist. Die könnte man von Celan lernen.

Rosenmayr hat studiert, will sich demnächst für Soziologie der Kunst habilitieren /Uni-versität hier/, lebte ein paar Wochen als Arbeiter, um dieses Leben kennenzulernen, übersetzte aus dem Griechischen und Syrischen, anonyme gotische Lithurgik usw.

Wir hätten alle noch nicht zur Form gefunden, seien aber - bis auf die genannten Ausnahmen hocherfreulich aufrichtig.

Lesung ausgezeichnet, ich lobte Kl. Demus dafür. Wieder ein sehr selbstkritikreicher Tag.

Abends wieder die blühenden Bäume /Johannesgasse Stadtpark/, wie Dienstag nach Gerhard Fritsch. Sehr zurückhaltend in letzter Zeit mit Selbst-überschätzung.


wieder ein regnerischer kühler Tag - -

Angenehmer Abend. Morgen wieder frei.


Tante die zweite Woche fort.

Gemütlicher Nachmittag; eine Prosa zu schreiben versucht /die Fahrt zu dem toten Mädchen/.


Früh wieder schön. Zu Polakovics.

Bekam die Matrizen. Wenig gearbeitet, viel geredet. Ueber die Sackgasse.

Regen zog auf.

Heimgefahren. Nur Eintragungen und Reinschriften. Ausgeruht. Gegen abends wieder schöneres Wetter. Hinausgesehen. Ein Gedicht geschrieben /"Im Sommer"/.


Viel Arbeit, durcheinander.

Wieder Eintrübung, abends.


Trüber Morgen. Im Büro eine Probematrize geschrieben. NW: Herrn Kern verständigt. Keine Sitzung, Pol fehlte. Eb, Eis, dann Al, Wei. Mit Wiesfleckerheim, politisiert literarisch. Müde heim, zeitig.


Regenwetter. Matrizen 1-3 geschrieben.


Regenwetter. Matrizen 4-7. LesungHertha Kräftner in RWR.


Schönwetter; Luft wie sommers im Bad. Der Regen der Erde verdunstet.

Frl. H. liest mit Stolz ein über Kaiserin Elisabeth.

Matrizen 8-13. Mama ist krank.


Keine Post noch von Hildi!

Tante kam aus dem Urlaub zurück.

Streifen geschrieben. Stadtrat Mandl, obwohl zuhause, versäumt.

Gemütlich, Wein, Schnitzel.


Nicht zu Pol. Stadtrat Mandl erwartet. Streifen geschrieben. Früh Idee zum "Lieben Augustin". Zum Fenster geschaut, gesonnt. Heute vormittags sehr warme Sonne, und Schönwetter. Aber wieder Zeichen der Eintrübung. Mandl kam nicht.

Onkel Paul Wassersucht /es stellte sich als Lymphdrüsenentzündung danach heraus/. Ich ver-suchte eine Uebersetzung von Prufrock. Ganz heisser Nachmittag.


Herrlich schöner Morgen. Mandl war da. Keine Hildipost.



grauer Morgen, sonniger Tag aber wieder. Das Heft der NW // morgens gelesen. Benn, Fritsch, Dienel, sonst wenig Gutes drin. Stimmzettel werden ausgefüllt werden.

Notiz: Mi heiratet Polakovics Maja Norell.


Titel: Lieder von der relativen Zufriedenheit.


Herr Kern noch krank. Ein Gedicht: "Gegen späterzu."


Schon warmer Tag. /Freitag./

Im Büro einen weiteren Ausschnitt aus der "Fahrt zu dem toten Mädchen" geschrieben. Meine Phantasie ist durch die Uebung in gestörtem Arbeiten das letzte Jahr sehr wendig geworden.


Samstag, den

Briggi getroffen wiederum. Sie war eine Woche krank, der Nachtdienst, und den Ausschlag gab Tennessee Williams, A Street-car named Desire. Sie hat in letzter Zeit Eliot gelesen und war in Paris mit Artclubleuten Sie hat eine nzahl moderner Karten mitgebracht und wird sie mir demnächst zeigen.

In der PHG fast überhaupt nichts zu tun.

Sommer kam, ich gehe ohne den Wettermantel.

Heimgekommen allein /auf der Rückfahrt hatte ich auch "Edith" getroffen/, wie gesagt, sehr sommerlich, gleich kurze Sachen angezogen.

Wollte Briggi gleh aufsuchen, sie war jedoch im Klosterneuburger Bad. Einen leicht absinkenden Nachmittag. Trotz wenig Zusammenhang spazieren gegangen, um die Steinhofer Mauer, allein.

Man kann braun werden.

Mich viel gesammelt, wieder eine Idee zu den relativen Liedern abends die ausführen wollen, es blieb beim Genuss des Sommerabends.

Ich bin /wenigstens in meiner günstigeren Zeit/ passiv und habe viel davon.


Sonnentag, heiss.

1/2 11 Theater der Courage Lesung WeAlAr, "Prosa hinter dem Wahnsinn" /von den "Keller"-Leuten zusammengestellt/. Nicht hingegangen. Ich erfuhr dann, dass die Veranstaltung abgesagt worden war.

Zu Pol. Meine letzten Gedichte sind ungesund. Auch meine verrücktesten surr. Gedichte waren dagegen nie krank.

Ich muss zurück oder weiter finden. Pol hat den Prozess sehr abgekürzt.

Heisser sommerlicher Tag. Material für die "publ." zum Teil bekommen, Ordner 2. Hälfte für die Wölfe.

Nm. Ordnungen, unterhalten. Geschrieben nichts. Abends gab es noch Wein. Sehr heisser schöner Abend, lange zum Fenster geschaut; sehr begehr-liche Gedanken. Spät niedergelegt.


Wenig interessante "Welt am Montag" -

Konsum, sehr schöne Frühe. PHG wieder viel Arbeit Von heute Nm. an bei Herrn Cäsar. Wir haben schon zweimal einen kleinen Zehner im Toto gewonnen. Keine Post. Sehr heisser Tag.


Was ist das Gegenteil eines unmöglichen Knochens?

Ein möglicher Knochen.


Erst Rege, tags wieder schön.

19 Uhr wieder "Kreis".

Abends gelobt worden // in der Zeit-schriftenschauRWR: Mayröcker, Okopenko, JirgalLyrik und Prosa ungewöhnlich hohes Niveau der Neuen Wege, dieser schönen Zeit-schrift.


Alfred Gong mit Unterstützung von

fordert ein Schreibverbot für Altmann u. Artmann und eine Rüge für G. Fritsch. (An den Stadtschulrat).

Vera Ferra u. K. A. Maly erklären, sie wissen nicht, wie ihre Gedichte in die "Neuen Wege" kommen.

Nur Chr. Busta rät, man möge die Leute schreiben lassen, wie sie wollen.


Abends kam Artmann zu mir, brachte mir d letzte und ein paar andere gute Kurzstücke, las aus einem Band Auden vor, der mich kälter ließ (als Eliot).

Er brachte mir die Nachricht vom Schriftstellerverband. Sehr aufschlußreich.

Wir fuhren in die Freilichtaufführung im Tivoli, vom Kreis.

Angenehmer Abend, "Romeo u. Jeanette" hinterließen in mir einen tiefen Eindruck. Den Zehner versäumt, Artmann heim (er ging bis Steinhof mit; wir sprachen und kamen verschiedenem Wesentlichen wieder näher.


Ich fand mich wieder sehr nahe dem "Breitensee Dreiviertel Glocken Schlag" und dem "Es müßte nicht so ein Nebel sein ..."

Vertrauter als die unfruchtbare Reflexion.


Friseur. PHG.

Was Hildi mit den aus "publ. nr. 1" anfangen könnte.

Heisses Wetter; es blieb schön.

Tante fuhr mit Dir. Steger nach Rabestein um Eier.

Kapfenberger Einsendung kam zurück.

Kleine Ordnungen. publ.-Einband für 40 Stück zusammengeklebt.

Herrlicher Abend. An dem lange Eindrücke aufgenommen.


Vor bedeutungsvollen Reaktionen sitze eine kleine Weile auf dem Klosett und lies abrute Zeitungstexte, nach Tunlichkeit, um dich an den einzelnen Worten länger zu sammeln, umgekehrt ge-haltenen Blattes.


Nach dem gestrigen Tag /Adamsgasse, Mädchen, schönes Wetter den ganzen Tag/ frisch aufgestanden. In der Mittagspause die "publikationen" von Herrn Kern abgeholt. Abschied von ihm. Es regnete sehr.


Streik der Fleischer, seit 6 Uhr früh auch der Mühlenarbeiter. In der PHG sehr wenig zu tun. Persienkrise.

Nach dem Büro mit Strassenbahn 71 Zentralfriedhof, dann 72 Schwechat spazieren gefahren /seltsamer Einfall für diesen Tag/.

19 Uhr im "Kreis" letzter Abend.

Kreis- und NW-Ferien.

Kein, Fritsch, Ok, Wiesflecker kamen. Erst treffen wir uns wieder. Sechs "publ." ausgegeben. Schönwetter. Wir werden uns im Sommer, glaube ich, sammeln.


Vom an wieder viel Arbeit. Immer schönes Sommerwetter. Erster Versandtag der "publ. nr. 2".


Früh Mantel in der Burggasse gekauft /520.-/

Abends noch Besuch bei Artmann. Gute Sachen hat er geschrieben. Laufer bei Altmann, vielleicht schon bei Ebner. Angenehm geplaudert. Im Regen heim, später.


Heute gleich in der Früh die "publ."-Post erledigt. /Rd. NW-Paket auf Mo verschoben./ PHG sehr viel Arbeit. Hitchman da. Grosse Preiserhöhungen in Anzug.

Viele Arbeit auch nachmittags. Zu Altmann, nur abgegeben Belegeemplar.


Die L. K.-Zeit jährt sich zum fünften

PHG Gehalt 700.- bekommen. Heisser Tag.

Daheim Ordnungen. Angenehmer Rausch, Wein, gutes Abendessen /Leber/. Kühle Nacht.

Komplexe Zeit.


Spät auf. Angenehme Frühsendung in RWR jetzt immer. . Spaziergang /M./ Steinhofer Mauer. Kühleres Wetter, auch nicht immer Sonne. Eine weitere /die letzte/ Partie "publ."-Umschäge geklebt.

Typhus-Epidemie /Ybbs und unser Infektionsspital/.

"Aus dem Sommer", eine improvisierte Prosa, geschrieben.

/Die Bilder sind auch von Schwechat genommen./


US-Sender am Steinhof.

PHG - viel Arbeit. Sommerlich. Was hat man viel davon.

Soviele Stufen, der ganze Frühling, übersprungen. Jetzt kommt wieder der Herbst bald.

Man müsste Zeit haben. Weigel Lesung; nicht hingegange


Hitchman aus Zürich im Büro: viel Arbeit.


Wie gestern. Furchtbar schwüler Tag. Fruhma - den abstrakten Maler mit den Dackeln /nunmehr einem/ - besucht. Riemerschmied Lesung in der Sezession: "Schwarzer Humor".

Nachher Briggi getroffen. Angenehme Eindrüce für lang.


Büro. Weiterer Versand der "publ. nr. 2".


abgesperrte Strasse vor Wiesen. Umleitung. Ueber Szenenbilder, über mein dramatisches Versagen nachgedacht.


PHG. /In der Stadtbahn Idee für ein Gedicht./

Tante kam mit heraus. 7 Photographien gemacht. Spaziergang. Heiss. Schutzhaus. Gemütlicher Bierrausch. Nachts noch gedichtet; viele überflüssige, schöne Strophen lang /die alle dann hinaus-kamen fast; es wurde das "Mittlere Lied"/.


Notiert:
91der hohe Tod
97der freundliche grüne

Assoziationen schon langher, .


Eine der Definitionen von "schwarzem Humor" /so definiert geht er über Spezialistisches weit hinaus/: Auf das Falsche plädieren, um das Wahre zu sagen.

Mittwoch erwähnt von Dr. Riemerschmied, Sezession.


Heute vormittag bei Brigitte Kahr. Ich kann nicht sagen, wie sehr ich ngenehm überrascht bin von ihrer Natürlichkeit. Wie einfach sie ist /ich hörte sehr anders reden. Daheim, wo sie mich gleich freundlich einlud zu sitzen, war sie ungeschminkt, ich werde sie mir nie mehr anders vorstellen.

Geredet, freundlich; wo diskutiert wurde, geschah es nicht persönlich sondern weil wir leider repräsentieren. - Ich habe, nach einem unklaren Nachmittag, eigene Ver-bindungen zwischen dem, was ich schreibe, und der Smetana-musik im Radio, auf die ich mich den Tag gefreut habe.


Heisser Sommertag, Sonne scheinte.

Diesen Kilian-Tag feierte ich nicht.

Das Gedicht in Ordnung gebracht. Nachgedacht und ausgeruht, wie ich konnte. /Was ist mit Hildi?/


Susi sei in Amerika drüben.

PHG. Cäsar fährt auf Urlaub.

Viele Katastrophen vergangene Woche.

Friedensberatung in Korea.

Uraubsgeld 350.-

Ich wurde von Weigel ins Café Raimund eingeladen. /Dor war ich zum ersten Mal./ Mr. Roditi, ein "heimatloser Linker", amerikanischer Sozialist, suchte die junge österrechische Literatur kennenzulernen. Mit ihm sprach ich nichts, aber es war dennoch interessant, weil ich wieder einmal Kräftner, auch die Ebner, sah und Moldovan, Absolon kennenlernte.

Auch Mauthe kam. Kräftner hat ein interessantes Gedicht geschrieben. Von Ebner bekam ich das der "Neuen Wege" das bereits die Lektorrunde gemacht hatte, zurück. /Mein Gedicht "Ach ich grüsse den Sack" kam zu Fall; die restlichen drei bleiben drin./ /Hilde SchinkosBeiträge bekamen immerhin diesmal positive Stimmen./


PHG. Viel Arbeit wieder.

Artmann kam abends. Er fährt nach Deutschland und Holland.

Holte lyrisches Material von mir, das er dort auch zeigen wird.

Er beschäftigt sich jetzt mit .

Ich spazierte noch ein Stück mit ihm. Ueber eine gewisse Vorliebe für Plexiglas und Lieder, die Evelyn Künneke singt, gesprochen.

Ich hätte den Plan für eine Prosa.


Hundstage jetzt.

Neuer Lohn-Preis-Pakt erwartet.

Bauer fährt heute abends 3 Wochen auf Urlaub, zum Teil nach Korsika. Erster Postweg sogleich.

Ich soll in die Welser hinüberkommen?

Post von Jirgal, Kahr, Frau Fuchs.


Eine schwüle Nacht war. Hundstage jetzt.

PHG: Postweg. Grosser Krach um die Huber. Wahnsinnige Arbeit im Büro.

Abends: Brief von Schmied /GedichteArmandola/.

Ene interessante Entdeckung.


Konsum, PHG.

Heisse Tage, schwül in der Nacht.

Eine Prosa wieder vertan; ich lege über die vertanen eine Mappe an.


Ich habe den Geruch von Nylon ebenso gern wie seine Oberfläche.

In der PHG wieder Arbeit, Machwitz wird sich vielleicht selbstädig machen. Mit Tante nach Steinhofheim gefahren. Das Postamt 109, das nie über die Provinz hinaus befrdert, mit Post für Israel in Verlegenheit gebracht.

Müde, ausgeruht, Montag wird der neue Preispakt in Geltung kommen. Wir bekamen 70.- Zulage.

Die Photographien von letztem Samstag gerieten gut.

Post: Ein Brief, überraschend freundlich, von Sokol. Ich beantwortete ihn sogleich.

Wein. Ich machte Ordnungen und versuchte mich an dem Gedicht.

Ich ging abends nicht viel zum Fenster.

Man kann, wenn man an den Grenzen ist, nicht weiter hinaus. Ich rannte hin und zurück, ohne es auszuhalten, und legte mich nach zwei Gedichten nieder.


Ich machte mich in aller Frühe /relativ/ in die Collinstrasse auf; unterwegs die trockenen sommerlichen Gärten, und doch auch wieder soviel Grün. Mir ist "Frühling", "Sommer", "Jahr", "Mädchen" nicht mehr vorstellbar ohne die westlichen Bezirke von Wien /wie freilich auch die Ebene mit-weht/. Das Mädchen, die Brigitte Kahr, fand ich indessen nicht zuhause; sie verreist nach Kärnten und bereitet jetzt schon vor. Daher ausser Haus, daher mein Weg umsonst; müde heim.

Sengende Sonne. Daheim sehr luftig bei den grossen geöffneten enstern. Ueberraschend kam ich doch noch zu einem Besucher: Ernst Kein. Wir unterhielten uns über die Aktualitäten publ. nr. 2, die Neuentdeckung Armandola, sehr angeregt über verschiedentlich und ; es macht den Eindruck, auch was mich anlangt, als ginge eine Krise dem Ende zu, oder ich heim-wärts.

Ein gutes Mittagessen, auf das ich mich freute. Für Nachmittag ist niemand erwartet; ich habe Ordnungen gemacht und werde vielleicht was schreiben.


Nachmittag:

Arnold Schönberg gestorben.

"Tagebuch neu" nachgeschrieben.

Starke Sehnsucht nach einem geliebten Mädchen.

Sommergewitter bis in die Nacht.


"Welt am Montag" wenig interessant.

Konsum. PHG. Witzmann wieder im Büro.

Wahnsinnig viel Arbeit.


Briggi früh getroffen. 25.- Einnahme von den nteressentinnen. /publ. nr. 2/. Nette Gespräche. Ich habe wieder vieles versäumt: Eliot "Cocktail Party", Sartre "Hinter verschlossenen Türen", Calder-Ausstellung wie seinerzeit die Hundsgruppe. Nur einen Vortrag in der Sezession unlängst; mir geht eigentlich viel von interessanten Begegnungen verloren. Nachmittags kam ein Anruf aus dem TdJ, dass ich den ersten Preis bei den NW gemacht habe.

/Ich muss zugeben, ziemlich überraschend./ Samstag soll ich wegen der "publikationen" mit Polakovics zu Hakel. Im heft werden meine "Martinigedanken" abgedruckt.

Die "harten tulpen" erhalte ich zurück.

Abends vernichtende Kritik an den "publikationen" im Sender Rotweissrot.

Bis dahin Hundstage; : Regen und die Gewitter von gestern und gestern brachten Abkühlung.


Steger fuhr den Rest der Woche nach Salzburg. Zeitiger Schluss. Mit Hildi ist nichts mehr?


wieder regnerisch. Die Tage wie immer.


Der Kalender zeigt Elias. Ich bin ein Kind: ich schrieb daneben "Eliot" und freute mich.

Abends Postweg.


Ins Büro. Regnerisch. Steger noch fort, doch viel Arbeit.

Nachmittags schönes Wetter. Halb vier bei Polakovics. In der Josefstadt.

Frau Norell empfing mich. Ein sehr heisser Tag.

Zur Chaakteristik der augenblicklichen Stimmung und nicht nur der psychischen Struktur Frau Norells ein mit ihr aufgenommener "Wortsalat" /grüner Kachelofen im Zimmer, Sonne scheinte herein; sie hielt sich sehr an die Sichtbarkeiten; auch als die zweiten sechzig Sekunden der Versuch mit ge-schlossenen Augen wiederholt wurde/:

Ich empfehle zur näheren Analyse, die Prosa "Vom Schreibtisch zur Maschine" von Norell /in den "Neuen Wegen"/ zu lesen, sowie die Tatsache zu berücksichtigen, dass sie das Wagnis auf sich genommen hat, de jure Polakovics' Frau zu werden, sodass sie Hausfrau und Fabrikarbeiterin nun ebenso sein muss wie sie Literatin ist und sein Mädchen.

Siehe auch "Chopin. Nocturne F-Dur" in publ. nr. 3.

Wir gingen und fuhren /erste Stadtbahnfahrt über Nussdorferstrasse seit ich in Wien/ zu Hakel-Dannebergs. Die halten sich in einem Haus in Döbling auf, Hermann Hakel krank, Danneberg um ihn, Kiessling war kurz zu Gast, sprach kaum ein Wort während wir zusammen waren. Hakel nannte ihn nachher einen Tepp und wahren Dichter. Hermann Hakel sprach sehr interessant; er ist eine faszinierende Persönlichkeit; den schielenden kleinen und blassen Juden /zumindest im Positiven/ gültig und prophetisch sprechen zu hören, ist wichtig. Seine negativen Urteile geb ich kommentarlos: Karl Kraus ein Charakterschwein, Hans Weigel eine eklige Wanze, Eisenreich ein gewiefter Literat und Journalist, kein Dichter; Keins "Jahreszeiten" grauslich; Jirgal - zum Lachen; Kot; Petzold zu nichts; Weinheber in anderer Weise ebenso. Hölderlin - wie Van Gogh - sind sündig.

Meine Sachen gefallen ihm und scheinen ihm auch im Sinn einer Gesellschaftsklasse, die nach Ab-sterben des Bürgertums aufgehen wird, modern.

Später abends gingen wir, ohne dass ich mich an Streit ausgegeben hätte. Ich nehme, diese Tage, lieber af.


Schönwetter. Juli ... Etwas kühl.

Will ein Essay schreiben.

Fenster geputzt, Brief an Armandola reinge-schrieben. Ordnungen.

Nicht mehr zum Essay frisch genug. Versuchte noch das gestrige Gedicht auszuführen, misslang aber.

Ernst Kein kam. Wir spazierten, erst in Steinhof, ich zeigte ihm die Schauplätze meiner Geichte, dann ausserhalb, ich begleitete ihn bis in die Gablenzgasse. Weniger interessant als letztes Mal. Er hat ein Gedicht /nach langer Zeit/ geschrieben, auf seiner Linie von zuletzt. Wird möglicherweise ein Kalendarium machen.

Ich las abends noch und war dann von allem müde.


Zeitiger auf, uninteressante "Welt am Montag" - Weigel neckt die Amerikaner. Saure-Gurken-Zeit.

Konsum, dann ins Bro. Wahnsinnig viel Arbeit, schlechte Stimmung unter den Angestellten.

Abends kam neues Heft der "Freude an Büchern". "Furche" mit Mauthe schweigt sich über uns aus.


Leere Tage. Immer sehr nass, sehr trüb und abgekühlt.

Bevor ich ins Büro fuhr, schrieb ich ein paar Minuten meine Aufzeichnungen.

Petai

Immer wieder Gedanken zum kommenden Essay.


Heute erhielt ich am Telephon die Mitteilung, dass ich zwei erste Preise gemacht habe: Einen Lyrik-, einen Prosapreis. /Einen vom Publikum, einen von der Jury./ /2×100 Schilling/.

Viel Arbeit in der PHG.

Früh hatte ich den Gedanken zu einem Theaterstück: aus einem /abstrakten/ Büro, in dem alle nur für ganz kurze Zeit zu verweilen glauben ..........

Abends erhielt ich eine Karte; ich soll der Buchhandlung Herzog, die sich um die jüngere Literatur annahm, je ein Exemplar der publ. nr. 1 und überlassen. Bekam die von Hakel. Gutes Abendessen vervollständigte das Vergnügen.


Grün, feucht, blätterschwer.

Büro wie immer.

Man geht heuer durch das Jahr keine Minute von der Strasse entfernt. Unbestimmbare Erinnerungen an Farben Gerüche ersetzen mir aber viel.

Ich soll in die Welser hinüber.


Jahreszeit wie immer.

Feucht. Im Büro "Palastrevolution", man will mich nicht weggeben. In der Welser soll ich Kalkulator für die neue grosse Papiermaschine werden.

Nachmittags warf bei der Gelegenheit Dr. Machwitz dem Direktor alle vor, was er das letzte Halbjahr gesammelt hatte.

Abends erhielt ich einen beleidigten Brief von Armadola, dem Snob aus Hinterbrühl. Strichweise seine Gedichte gefallen mir sehr gut.

Einstweilen prahlt er sehr mit "Mädchen".


Setzte etwas zum Antwortbrief an Armadola auf. Hatte nach dem Konsum noch etwas Zeit für diese Aufzeichnungen, zehn Minuten vor acht.

Das Wetter ist gleich. Fast gingen meine Gedanken schon in die klaren Herbstmorgen hinüber. Ich verfing mich gerade rechtzeitig an Erinnerungen über endloses Grün im vorigen .



Wetter gleichbleibend. Viel Arbeit im Büro. Dr. Machwitz hetzt nun gegen die Leitung.

Er will für sich und uns mehr herausholen. Sehr geladene Stimmung, doch weniger gegen einander.

Samstag nachmittags heimgekommen. Wetter hellt sich auf Ordnungen und Planung für die "publikationen nr. 3".

Aufzeichnungen geführt. Tante war da.

Angenehme Stimmung. Hatte Sehnsucht, zu malen. Versuchte dann, ein Gedicht zu schreiben, und sparte es mir dann für morgen auf. Dann redete ich nur.


Später auf, wie immer. Ich wusste nicht, ob Polakovics vor- oder nachmittags kommen würde, doch setzte ich mich /nach ein paar nötigen Reinschriften/ über meine Arbeit von gestern. Ich schrieb vormittags den Eindruck "Im August" und zeitig nachmittags das grössere Gedicht, das mich auch schon richtig verfolgt hatte: den "Lieben Augustin". Danach kam Maja mit Polakovics. /Maja das erste Mal hierher./

Wir sprachen viel und freundlich.

Meine Prosaversuche und die Gedichte von jüngst, und frühere, gefielen. Wir schrieben welche ab, zur Einreichung bei den "Neuen Wegen" und für Maja.

(Vormittags am Fenster gesonnt beim Arbeiten. Hundstage.)


Sehr viel Arbeit im Bro. Nachmittags sehr gereizteStimmung dort, auch eine Auseinandersetzung mit Frl. H.

Nach wie vor strahlende Hitze.

Abends viel gesprochen. Einige punktscharfe Erinnerungs"bilder" aus der Karpatho-Zeit kamen mir.


Wenig Posteinlauf, daher weniger zu tun. Jetzt sind die weiten Hundstage. (Presse und Radio bemühen sich auch sehr um d obligate Hundstage-Fludm.)

Bessere Stimmung als gestern.

700.- bekommen. Gestern erfuhr ich, dass mein .-Akt schon vom Rathaus angefordert wurde.


Wahnsinnige Fakturenarbeit in der PHG.

Ich werde nächste Woche den Urlaub bekommen.

Abends "Freude an Büchern", heft, mit einem grossen Lob Weigels über Eisenreich, erhalten.

Ebner schrieb mir, dass Bertoni Interesse an den "publikationen" habe.

Hundstage.


Fortlaufend grosse Krachs im Büro.

Huber Herzklaps und Nervenzusammenbruch.

Sie bleibt heute und morgen fort. Bauer kam /mittags vorübergehend zum Arzt/.

Tante bearbeitete Dir. Steger arg wie noch nie. Dr. Machwitz wird grosse Forderungen sellen und, wenn Lindner sie ablehnt kündigen.


wie immer, die Tage. Von heute Nacht an lästige Fliegen. Keine Post abs.


Letzter Tag im Dienst.

Freudige im Büro: Onkel Paul bekommt 100 Dollar /über 2000 Schilling/ Vergütung für die US Kriegsgefangeschaft.

Ich hätte LandeggersNeffen, einen 20-jährigen Amerikaner, durch Wien führen sollen, der kein Wort Deutsch kann, ebensoviel also wie ich Englisch. Zuletzt wurde es abgeblasen.

Bekam 200.-- Teuerungszuschuss. Von nun an 900.-- Gehalt in der PHG.

Tante kam, fröhlich, mit heraus nach Steinhof.

Ich freute mich an allem, auch am Urlaub, und machte fleissig Ordnungen.

Ich denke, einen Essay zu schreiben.

Früh hatte ich Christl getroffen; äusserste Hitze am Tage.

Ich führte Aufzeichnungen und genoss den Abend.


Später auf. Angenehmes Radio.

Erster Urlaubssonntag.

Spaziergang um die Steinhofer Mauer bei herrlichem Wetter; später regnete es.

In alten Heften der NW gelesen.

Nm.: Viel gelesen und vorgelesen.

Im ganzen ausgeruht. Nichts geschrieben. Nachmittag Schwüle und Gewitter.

Abends: Danach noch schön. Zum Fenster hinausgeschaut. Ein Gedicht geschrieben /Im August 2./.


Urlaubbeginn. Zeitig aufgewacht. chöner Morgen.

Auf die Linzerstrasse Einkäufe.

Herrlich klares leicht kühles Wetter nach den Gewittern. Bald wieder sehr heiss.

Zeitig heimgekommen. Lust, in die Stadt zu dem und dem zu fahren. Blieb aber vormittags zu Hause und schrieb am Fenster ein Gedicht. /Ebene hinter der Stadt./

Nachmittags in die Stadt gefahren. Lange umhergeirrt, bis ich jemand antraf, der nicht fortgegangen war. Rudolf Hausner in seinem Atelier im neunten Bezirk. Interessant ge-sprochen; namentlich als Beck vom ArtClub kam. Gespräche über Zusammenarbeit "" - Art Club. Die Leute von dort bekommen ein neues Lokal. Vielleicht werden dort Lesungen auch stattfinden können und anders. Länger dortgeblieben. Müdeheimgekommen, zufrieden mit dem Tag. Noch eine Gedicht-Idee.


Wieder ein ungemein heisser Tag.

Ich hatte vom Flötzersteig zehn Kilo Erdäpfel zu bringen und fuhr dann in die Stadt; aufs Rathaus, wo ich erfuhr, dass mein Staatsbürgerschafts-Akt bereits i Ministerium liegt und in vier bis sechs Wochen, positiv, erledigt wird.

Matrizen für ubl. 3 gekauft. Vergebens ver-sucht, Perz und Moldovan zu besuchen.

In brütender Hitze heimgefahren.

Ein ebenso heisser und ruhiger Nachmittag wird.

28 Grad im Schatten, eine zufällige /wahrscheinlich nicht die charakteristischeste/ Eintragung.

Aufzeichnungen. Ausgeruht.

Abends über gesprochen, einige Ergebnisse für den kommenden Essay nieder-geschrieben.


Eintrübung. NW gelesen. Früh Lust zum Essay. Konsum.

Auf die Linzerstrasse einkaufen gegangen. /Leber unter anderem, die ich gebacken seit gern esse/.

Spätnachmittags besuchte mich Polakovics /allein; mit dem Fahrrad/. Es ergaben sich anregende Gespräche und Berichte. Im wesent-lichen überbrachte er mir die Einladung für Sonnag 10 Uhr.

Gutes Abendessen. Ein Gedicht von unlängst fertiggeschrieben.


Strahlende Sonne. Wir pazierten vormittags zum Auhof und sonnten uns am Wasser.

Vormittags Bier. Angeregte Stimmung.

Nachmittags die Korrespondenz um die "publ. nr. 3" ein wenig geführt.

Ich las im Freud, der mir nie weniger interessant geworden ist.

Es hat geregnet und macht den Eindruck, dass Sonne weiterhin nicht kommt. Der Geruch von Regen ist wertvoller und um ein Verhältnis Objekt:Spiegelung frischer als die Aphorismen im Kopf.

/Ich schreibe Einzelheiten, weil ich mich nicht zu beeile brauche wie sonst of, den wichtigsten Inhalt mehrerer Tage auf-zuzeichnen; man kommt, wenn man von Tag zu Tag einträgt, zu Eröffnungen, die sonst ver-säumt werden; also ist solch ein Tagebuch aktive Tagesgestaltung. Das rückblickende ist weit mehr Rapport. Andere sagen, das Eintragen von Tag zu Tag ziehe an den Haaren herbei./

/Freilich verlasse ich mich bei rückblickende Tagebuchführung nicht auf mein Gedächtnis, sondern habe stets auf dem Kalender ein Gerüst bereit./


Konsum.

Linzerstrasse Einkauf. Erst trüb, dann später vormittags kam Sonne. Angenehmes Spazieren. Bier.

Vormittags ein bestimmtes Oel für Erdäpfelscheiben ausprobiert. Gut. Eintragungen.

In GoethesGedichten gelesen.

Noch gesonnt.

Die Prosa weitergeschrieben.

/Die alte Frau Pobisch lebt noch, ist wieder gesund./


Unheimliche Träume. Im Bett Freud und gelesen. Kartoffel vom Flözersteig geholt. Teils sonniges, auch trübes Wetter.

Den Vormittag und den zeitigen Nachmittag die "Fahrt zu dem toten Mädchen" weiter-geschrieben. Nachmittags Wein.

Abends wie immer in angeregter Stimmung von allem. Wünsche, zielend nach einer Beziehung. Zu einem frühlinghaften, jungen Mädchen.


Es ist interessant, Frauen zu beobachten, nachdem sie an einem vorüber-gegangen sind.


Zehn Uhr bei strahlendem Wetter zu Polakovics - Maja.

Wir redeten und lasen.

Von lyrischen "Kostbarkeiten" ins Aeusserste angewidert. / bei den "Neuen Wegen"./ Das meiste , wenn nicht unbegabt, will so "kostbar" sein. Die Anleihe flutet nicht ab.

Matiasek, seit Dr. Matiasek, ist ebenso schlecht wie Dr. Ludwig.

Nachmittag, während Tante und Onkel da waren schrieb ich ein Feuilleton.

Noch Schönwetter.

Im August gehen viele Mädchen.


Urlaub-Ende.

Nach Konsum und noch einigen Ordnungen wieder ins Büro.

Heisser Tag, viel Arbeit. Machwitz' Erpressung brachte jedem von den Ange-stellten zwei zusätzliche Gehälter ein. Ich erhielt 1500.- Schilling.

Von den Gedichten einiges, auch aus der alten Mappe, ausgesondert.


PHG. Schreibmaschine reparieren lassen, Donnerstag kommt nun auch das Vervielf.-Papier für die publ. nr. 3, nachdem ich Sonntag das Naturpapier von Pol mitgebracht habe.

Heisser Sommertag. Gerucheindrücke.

Eine gewisse lyrische "" stsst mich so ab; ich habe meine bisherigen Gedichte auf sie hin untersucht und mich sehr unbe-lastet gefunden; nur in den letzten, die zur Form hin tasten, bemerke ich den Zug zu dieser Scheusslichkeit. Da ich lieber dauernd als Dilettant gelte, ehe ich zu den schön dunkeln Verlegenheitsphrasen gehe, werde ich meine angekrankten Gedichte vernichten. Ich habe, ausser in ihnen, nie Verlegenheitswort, eine für mich nichts bedeutende Fügung, verwendet. Diesen meinen Realismus lasse ich mir von niemand aberziehen.

Polakovics liebt leider Spielereien und sekundäre Einfälle.

Abends Bier getrunken, eiskaltes hellgelbes, von Westermayer.


Himbeerrote mit ihrem Burschen in de Monochord-Kammer.

/Wo ich sitze./ "Ich spiel mich hier nur."


Mariä Himmelfahrt, freier Tag.

Spaziergang vormittags um die Steinhofer Mauer.

Viele Reinschriften.

Nachmittags strahlend heisser Tag; Tante kam.

Bier.

"Jedermann" aus Salzburg zugehört. Vorher ein Gedicht begonnen /"Rote Tinte wird in weisses Wasser geschüttet ..."/ Ein Odysseus-Gedicht, weniger dem klassischen Subjekt als Zeitlosigkeit des Bezugs zuliebe. Als einer Erinnerung an Eosin zuliebe.

Schöner Tag. Artmann kam noch abends.


Büro wieder. Samstag bin ich zu Hakel eingeladen. /Polakovics-Anruf im Büro./


Früh Schuhkauf /250.- Schilling, braune Halbschuhe, ziemlich elegant; noch vor der Teuerung im Schlepp des fünften akts/.

Anfang der Vorrede zu den publ. nr. 3 geschrieben.

Hundstage.

Zeitig Schluss, da Dir. Steger bis Montag vom Büro fort-bleibt. Auch Dr. Lindner noch in Wels.

Ich las daheim in "Dichtung der Gegenwart / Frankreich", das ich mir auf Herzogs Gutschein kommen liess. Louis Aragon. Paul Eluard. Die Resistace. Ein paar gute , gute .


Konsum. Dr. Uiberrak, Chemiker und Freund meiner gewesenen Dozenten, wollte mich sprechen. Ich weiss nicht wozu. /Auch er weiss nicht, dass ich im Büro arbeite./

Mittags zeitiger frei, nachdem ich auch weder an der Vorrede gearbeitet hatte. Daheim war Post von Klinger und Straka. Tante fährt Wochenende an den Neusiedlersee, zu Verwandten. Ich möchte die flache Gegend einmal kennenlernen.

Die letzte, verzögerte Zeile zur "Roten Tinte" geschrieben, dann in die Stadt gefahren. Der will nicht enden.

Bei Polakovics und Maja, dann zu Hakel-Dannebergs.

Angenehmer und anregender Nachmittag wie Abend.

Meine Gedichte bleiben unangegriffen. Ueber den Gemeinschaftsbezug, der vielen Heutigen mangle.

Von den verspreche er sich die kommende Erneuerung.

Bekam eine ausgeliehn; ich solle meine verschiedenen Formmöglichkeiten noch erweitern. Diskussion über den ausgesprochenen und unausgesprochenen Menschenbezug.

Wir stellten mit Maja nachher fest, dass die beiden Hakel inmitten eines Gesprächs trotz ihrer natürlichen Hässlichkeit schöne Züge annehmen.

Maja hat in ihrer früheren Zeit auch Chansons geschrieben. Sie wollte sogar Chansonnire gehen. Ein teuflischer treffender Gedanke.

Wir können im nächtlichen Wien, namentlich Samstag Abend, viele Schlurfs sehen.


Später aufgestanden. Das Radio brachte weniger.

Die , die ich mir ausgeliehen hatte, macht mir Freude. Zuerst, bei den älteren Sachen, ging ich nur interessiert mit, später im Vormittag - beim Rilke-Gedicht: "Zum Einschlafen" - weinte ich fast, und anschliessend Stefan George /"Urlandschaft"/ erschütterte mich sehr.

Nachmittag, nachdem ich noch gelesen hatte, schrieb ich ein Gedicht: "Septembersonne über einer Stadt".

Filmisch. Meine Gedichte führen weiter, gehen über alles hinaus, hinweg und halten nicht. Kein Halt etwa zum Genuss der einzelnen Schönheit.

Aber mir hat es nie Befriedigung verschafft, wenn ich eine Improvisation - und ich improvisiere durchwegs - auflöste und zu "verarbeiten" suchte.

/Anderseits biete ich freilich, wie Hakel sagt, genug Lebens-raum dem einzelnen gepriesenen Substantiv - oder Komplex - ehe der Sprung wieder kommt./

/Zum Ausgeniessen reicht es also nie, zum Fühlbarwerden reicht es gerade. Aus einer Sehnsucht kommen also immer zehn; freilich, die zehnfach tief -/


Ich liebe es - als Paradoxon zu meiner, an mir mehr bekannten, Abstinenz - den "kleinen Rausch" festzustellen; der macht sich /wiewohl ich konstitutionell viel vertrage/ nach dem Genuss geringer Quantitäten Wein - oder Schnaps - in eine Fühlbarwerden der Augenlider und einer danach einsetzenden gewissen grösseren Variabilität im Geistigen bemerkbar. Ich experimentiere damit, indem ich meine Wachheit kontrolliere oder meine Hemmungen, di ich hier mehr als sonst meiner Absicht unterwerfen kann.

Meine geschlechtlichen Konzepte ändern sich nicht. Wie sehr ich - vor allem durch Reden - meine Steigerung auch forciere, qualitativ ergibt sich keine Ueberraschung.


Merklich frischer am Morgen. einen Monat vor Herbstbeginn. Wenn die Sonne scheint, sind diese Morgen sehr eigentümlich.

Heute kommt Dr. Lindner ins Büro. Er war letzte Wochen in .


Fleischkrise in Wien.

Früh am traf ich Briggi am . Sie gab mir ihre Telefonnummer, ich soll sie in ihrem Büro anrufen.

Mittags erstmals Briggi angerufen.

In der PHG schrieb ich drei weitere Matrizen und vier Briefe, obwohl viel Arbeit war.

Als Uebung und zur Anregung variierte ich ein Gedicht von Traude Dienel ins Abstrakte.

Abend bei Briggi. Sie empfing mich am Gartentor. Der Sommerabend ist schön.

Sie ist jetzt ein hübsches Mädchen /sie hatte über anderem einen hellblauen Schlaf-rock an /, wir sprachen, aber tiefer. Sie war, wie sie erzählte, durch meinen "Gassen-Gang" fast aus ihrer Lebensbahn geschleudert worden; "Kravatten" bekamen es, wie sie sagte, zu fühlen; nun sieht sie, es muss doch wieder so weitergehn

Ich lehrte sie das . Sie freut sich daran sehr. Sie fährt in der Welt umher, hält aber mehr davon, wenn man zuhause wesentlich existieren kann. Sie glaubt, ich vermags, sie glaubt, sie vermöge es nicht.

er Abend war grün und schwarz bei ihr, sie öffnete sich weit ... einmal mich mit ihr schon verstanden, .. der Abend wird mir in Erinnerung bleiben.


Erinnerung Evakuationsbahnhof in Terešva Der Geruch nach Ungarn


Haarschneider.

Auf der Stadtbahn versuchte ich weitere Variationen zu DienelsGedichten.

Im Büro die Vorrede, drei Seiten un im ganzen, zu Ende geschrieben.

Viel Aufstellungsarbeit fürs Geschäft.

Seltsamer Tag nach der Briggi.

Heisse Tage.

Sehr angestrengt. Keine Post abends.


Sehr angestrengter Tag.

Wandlung zum Vorherbst. /Nälich grau/.


Ziemlich müde angefangen.

Mittags zweites Mal Briggi angerufen.


Im Büro, wo weniger Arbeit war, nach den gestrigen vier Matrizen nunmehr die Seite mit Notizen zum Minderbewussten zusammengstellt und matriziert.

Mittags. Ziemlich öde. Tante kam erst nach.

Ich stellte zuhaus die publ. 3 zusammen.

Ordnungen.

"Septembersonne" umgedichtet.

Ich rannte abends zu Briggi und warf ihr, wie verabredet "Lotte nach Weimar" ins Kasterl.


Ich schrieb einen rauchigen Augustmorgen, hörte Radio, hielt das Fenster offen, übersetzte nachmittags Eliot weiter, genoss abends Erdäpfelscheiben und las in "französischer Dichtung der Gegenwart". Abends noch Eintragungen.


Früh Briggi getroffen, gesprochen, /sie hat mein Gedicht übrigens noch nicht gelesen/. Ich sagte ihr, dass jener Abend schön war.

Wenig Arbeit vormittags. Letzte 5 Matrizen geschrieben. Red. NW vorbereitend angerufen.

Ein schwüler Tag. Neue Schachzüge im Büro. Dr. Lindner noch nicht von Zürich zurück.

Sehr pünktlich vom Büro frei.


Eine politische Dichtung /Edith: GassenGang- Prosa hinterm Wahnsinn:x/ steht aus.

Briggi nicht getroffen.

Dr. Lindner noch nicht im Büro, kommt erst den morgigen Abend.

Auftragstand im Büro geordnet. /Neueinführung von mir in letzter Zeit./

Bei der Zusammenkunft nächsten Dienstag werde ich über die "publ." referieren.

Von Brigitte Kahr kam ein - abschliessender - Brief. Die Preise von den NW kamen gleichfalls an.

Nach-Hundstage.


s dritte Mal Briggi angerufen. Ueber "Lotte nach Weimar" gesprochen.

Notiz: Vergleich zu Beispielzweck Nicht Rede mit geheimem Doppelsinn.

Besonders Nachmittag wenig Arbeit.

Schon nach halb fünf Uhr fort.

Gutes Abendessen /traditionell gewordene gebackene Leber/. Obstfrau. Louis Aragon!


Zeitiger aus dem Haus, Rathaus nachgefragt, nichts los.

Etwas verrauchter, aber bald recht freundlicher Morgen. Sommermorgen.

An meinem Gedicht weiter im Geist gearbeitet. Ich erwarte einen Durchbruch, wie zum Einige-Gassen-Gang.

/Seit damals nicht viel Gutes nach Lotte kaum mehr etwas. Augustin vielleicht eine gute - Randerscheinung./

Intrigenspiel in der PHG und viel Arbeit.

Erst nachmittags kam Dr. Lindner. Gehalt 900.-- bekommen.

Einsendung an "Welt am Montag" erhielt ich von Weltpresse zurück /!/. Abends mit dem Gedicht weitergekommen innerlich.


Früh politische Unruhstimmung.

Wder heisser Tag.

Keine Post.


Wochenende zu beginn.

PHG.

Post: Weigel nimmt meine Prosa an.

Eine neue Prosa nachmittags egonnen, nach der Idee vom Vortag.


Geschrieben.

Heisser Tag. Eine wunderschöne weltweite im Radio gehört, aus dem Französischen.

Nachmittag kamen Tante und Paul.

Machten wieder Fotoaufnahmen.

Werner Bazata besuchte mich nach langer Zeit wiedermal. Geplaudert.

Heimgekommen nicht mehr weitergeschrieben an der "Ingrid". Die Nächte werden kühl.

Nicht denken jetzt, wieviel einem vom Jahr entgeht. An die Mädchen, die vorbeigehen jetzt schreiben./Ingrid":/ Wahrscheinlich meine beste Prosa.


Direktor zeitiger fort.

Lange Mittagspause.

Briggi hat heute frei, ich erreichte sie telephonisch im Büro nicht.

Früh die Prosa fertiggeschrieben.

Titel "Die Skizzen vom September".

Morgen beginnt wieder die literarische Saison, heute ging die allgemeine an / - mit dem Schultag der Kinder/.

Ziemlich zeitig aus, nach wenig Arbeit am Nachmittag.


Früh konnte ich noch Ordnungen machen.

Briggi angerufen. Es bleibt bei Donnerstag neunzehn Uhr.

TdJ angerufen.

Ich fuhr dann am Nachmittag das erste Mal wieder in die Redaktion. Polakovics konnte nicht kommen, mehrere die dort waren langeilten sich erst, dann als auch Fritsch, Altmann und Weissenborn kamen, besprach ic umfassend die Weiterführung der "publikationen" mit ihnen.

Wir gingen dann ins Café und sprachen weiter und lasen .

Ebner gefällt meine letzte Prosa besser als die welche Weigel nahm.

Mit Kein und Artmann lange am Heimweg über Dichtung gesprochen, mich freute das Gespräch. Die neueren Arbeiten vonWeissenborn, Altmann sind klarer.

Mögliche Bilder tauchen auf.

Nach diesem sehr anregenden Abend kam ich spät heim.

Weigel hat geheiratet, Toman hat geheiratet.

abends:

Abend noch gar nicht septembrig empfunden.


Früh traf ich Briggi. Dazu kam am FlötzersteigKarl Sch., noch jemand, sie fuhr dann mit denen weiter.

Ich arbeitete wieder auf der Stadtbahn an meinen Gedichten.

Mittags in der PHG schreibe ich nach einem recht einsamen Vormittag meine Aufzeichnungen.

Letzte Fotoaufnahme in der Sonne.


Dr. Lindner wieder im Büro.

Dir. Steger fährt nach Gastein auf drei Wochen in Urlaub.

Wenig Arbeit in der PHG. Noch heisse Tage. Heute ist mein Abend mit der Briggi.

Zeitig Büroschlus.

Viele Ideen. Mich auf Briggi gefreut.

Zu Hause las ich in der diesmal wieder interessanteren Dietrich-Zeitschrift.

Zu Briggi in den Abend gegangen.

Sie liess sich entschuldigen, sie läge krank.

So lief ich zurück und schrieb noch einige Sachen vom Tage nieder. Dann wieder schlafengelegt.


Früh konnte ich noch einige Ordnungen machen.

Noch heisse Nachsommertage, blaue Morgen über grünen Schrebergärten und Parks.

Dr. Lindner kommt erst nachmittags ins Büro.

Ich suche etwas zu arbeiten. Ich finde, am besten ist es immer, wenn man sich zum Papier setzt und irgendtwas, was auch immer, schreibt. Da kommt man bald auf Gedanken, man braucht sich nur zu schütteln da wird das Potentielle frei.

Vm. einige grössere Briefe fürs Büro geschrieben. Dann wieder wenig zu arbeiten. Längere Mittagspause.

Ein Gedicht geschrieben.

Abends Briggi getroffen, von ihr für Montag gerufen. Sie hat private Sorgen, sagt sie, und möchte gern mit mir reden.


Nach einer Gedichtidee von vormittags "Wiedertreffen im Frühling" geschrieben. Arbeiten, Reinschriften, Ordnungen. Angenehmer Nachmittag. Noch schöner Nachsommerabend am Fenster.

Die kommende Woche wird bewegt werden.


Draussen ist ein Japanpakt geschlossen worden.

Eintragungen. Schöne Radiosendungen.

Wetter verdüstert sich.

Letzte Ordnungen; vorgeesen.

Nachmittag die Fotoalben zerstört und viele Bilder ausgeschmissen.

Andere Vergnügungen, und überhaupt gemütlicher Nachmittag.


Tags PHG.

Briggi sagte ab, es geht heute leider nicht aus "Die privaten Sorgen nehmen so überhand, dass ich das andere tun muss." Vielleicht Mittwoch möglich.

Abends als ich sie auf der Strassenbahn traf, schlug ich ihr vor, diesen Mittwoch lieber nicht zu kommen. Sie wird mich aber Mittwoch anrufen. /Auch ihre Nord-italienfahrt ist wegen ihrer Angelegenheiten aufgeschoben./


Zusammenkunft NW, wieder hinausgworfen. Nächsten Dienstag treffe wir uns schon im "Kreis". Heute gingen wir ins Café. Polakovics' Frau hat einen Betriebsunfall erlitten, so erwartete Pol bloss noch mein Eintreffen und ging dann raschest heim. Sonst wieder alle versammelt, auch Wiesfl. diesmal. Artmann plant Lesungen der"publ."-gruppe

Viel gesprochen, Vervielfältiger-Krise.

Ghosta, eine junge Schauspielerin, kam.

Neues Red. NW langte ein.

Sehr interessant mit Artmann geredet.

Bis lang in die Nacht.

Ein Satz von Artmann über das peinlich-missgreifende Verhalten Altmanns und Weissenborns auf deren Suche nach "der Frau":

Sie gehen auf einen Steinboden, säen Rosen und wollen Kartoffeln ernten.


Mittags im BüroBriggi angerufen. Ueber-raschenderweise rif sie mich für morgen.

Abend gebackene Leber.


Tante, die ihren Urlaub angetreten hat, lud Mama zur Wiener Messe ein.

Ich kam zeitiger vom Büro, es begann ein angenehmer Abend. Noch heisse Jahreszeit.

Ich ging zu Briggi. Sie war aber nicht zu Haus. Abends setzte ich mich zum Schreibtisch und wollte wenigstens am Gedicht arbeiten. Da klopfte Briggi an und holte mich zu einem Spaziergang.

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/Sie hatte mir nie zuvor etwas aus ihrem Leben gesagt./

Wir setzten uns auf eine Bank und versuchten, un voneinander zu erzählen. Ein warmer, schwerer Abend war.

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Daheim erzählte ich nichts und machte einen frohen Abend.

Man lese später einmal, vielleicht, in Briggis Tagebuch nach; mag sein, sie hat das damals gestalten können; ich war dazu, wiewohl ich mich mehrere Tage drum bemühte, endgültig ausser-stande.

Das will nicht einmal sagen, dass ich ein schlechter Schriftsteller bin; zerbricht plötzlich unsre Grenzen.


Ich hoffe, dass die restliche Zeit bald vergehen wird. Ich sitze heute den ganzen Tag nur mit Herrn Witzmann im Büro und mit Bauer, nachmittag mit Herrn Witzmann allein. Die Tage sind noch schrecklich heiss.

Tante ist seit Donnerstag im Urlaub, Machwitz seit Do Nachmittag, Dr. Lindner seit Donnerstag in Wels, Steger überhaupt auf Urlaub, Frl. Huber hat heute, was sehr angenehm ist, einen freien Tag genommen.

Nach-Sauregurkenzeit.

Morgen habe ich den ganzen Tag frei.

Briggi fand es gestern "stark" , dass ich mich ausge-rechnet im Bad vor Jahren /in L. K./ verliebt hatte. - Bkanntlich hatte ich heuer im Sommer Briggis Einladung, ins Klosterneuburger Bad zu gehen, abgesagt, weil ich Nichtschwimmer bin.

Soll ich sagen: Ich bin wie verwandelt?


Heute bürofrei für mich.

Früh Erdäpfelweg Flözersteig.

Ordnungen.

/nm./

Hörte im Radio einen Ausschnitt - die Vorrede - aus dem Film "Reigen". Die über allem Conference, die verhaltene Stimme, Stimmung, dahinter die Musik /Reminiszenzen und Perspektiven/ fassten mich so, dass ich vor dem Radio stand, zitternd.

Nachmittag konnte ich - hin und her gerissen - nichts arbeiten.

Zur hiesigen Situation: Ausspruch eines Hollywoodstars "Knaben sind bei mir Männer, wenn sie Geld haben".

Ich hatte Angst, was nun im Radioprogramm folgen würde. Sie gaben dann zum Glück aus André GidesTagebuch die "Begegnungen mit Claudel und Valéry".

Jetzt in dem Augenblick kam Polakovics zum Fenster. Seine Maja ist wieder halbwegs gesund /nur besteht die Möglichkeit, dass sie zeitlebens an Kopfweh leiden wird/.

Ich benachrichtigte ihn von meinen Umstürzen, und auch dass ich einiges geschrieben habe, er gab mir bis morgen das neue Heft der NW zu lesen. Er selbst ist jetzt est-angestellter Lehrer und unterrichtet an zwei Schulen. /Eine davon ist die der Korearuine in der Lothringer-strasse./


Bei Polakovics eingeladen, der in sehr schlechter Laune wr. Missgestimmt von den Gesprächen heimgekommen.

Abends viel am langeGedicht geschrieben. Es könnte gut werden.


Kühleres Wetter eingebrochen. PHG.

Den Brief an Briggi sandte ich als "Erika Danneberg" ab.

...

...


Dienstag 18. September:

Gestern eine elende Kritik über Fuchs und mich in der "Furche". Ebenso Abfuhren an Eisenreich, Jeannie Ebner.

Im "Monat" - einer Kriegshetzerzeitung mit Kulturanstrich - waren die "Stimmen der Gegenwart" unlängst freundlich rezensiert worden.

PHG.

Schon kühlerer Regen. Briggi früh getroffen. /Ungeschminkt, viel schöner./

Ich sagte ihr alles Aktuelle.

Angenehmer Morgen.

Sonntag war Dr. Krissmann, ein Beamter der ZAE, verhaftet worden, heute Lenardo aus Graz /beides Geschäftesfreunde der PHG/.

Nachmittag - Dr. Lindner hat Sitzungswoche - zeitiger aus. Letztes Mal in der Redaktion NW. /Nächsten Dienstag schon im "Kreis"./ Alt, Wei, Artins Café zu Kurt Klinger, wir /Pol, Ke, ich/ nach Hause. Mit Kein setzte ich mich in ein Gasthaus, wir besprachen lange Kräftners, der Altmann-Leute, Keins und meine Gedichte der letzten Zeit. Sehr anregend wieder einmal.

Dr. Nahlik hat die "publ. nr. l" für eine Unterrichtsstunde verwendet; , Neumayer, Jirgal und Hofmann verwenden ähnlich die "Neuen Wege". Diese Methode ist in Wien wahrscheinlich selten.

Meine "Martinigedanken" sollen in Zwanzger einen Tobsuchts-anfall ausgelöst haben. Auch andere haben bereits protestiert.


Mittwoch 19. September:

Ein Bürotag wie immer. Die Abende sind immer schön.


Donnerstag 20. September:

Schon herbstliche Frühe, einige Blätter schon gelb.

Es ist eigentümlich, dass die Luft wie im Vorfrühling ist. Briggi früh getroffen; jetzt ist alles so schön.

/Wetter seit 18, 19 9: Eintrübung und grosse Abkühlung dem Herbst zu./

"Was auch immer ..."

"Wie die Fenster im Winter sind, so sollten wir sein ..."


Freitag 21. September:

Fünfeinhalb Grad Wärme nur. Klarer Himmel.

Früh die Staatsbürgerschaft bekommen. Ich holte die Urkunde aus dem Rathaus.

Vor dem Nationalrat, wo eine ausserordentliche Sitzung stattfindet, grosses Polizeiaufgebot, Menschenansammlung, Revolutionsstimmung.

PHG. Viel Arbeit kam mittags /mit Dr. Lindner/.


Pendeluhr †

PHG. Dr. Lindner heut nicht da, aber viel Arbeit.

Früh hatte ich mich mit dem Gedicht bemüht.

Nachmittag kam überraschend Polakovics mit Maja. olakovics las mir zwei Erzählungen von W. Borchert vor, dann /zwei Stunden hatte es gedauert/ gingen sie wieder. Es besteht kein Zweifel, dass das die stärkste Prosa ist, die wir haben. Die Schnüffelidiotie eines oberflächlichen "Realismus" mag sich davor verstecken.

Richtig herbstliche Tage schon.

Mir tat es wohl, Rum zu trinken und eine icke Decke zu haben.


Ich las die zwei mir bekannten Gedichte von Gottfried Benn. Auch ihn stelle ich zu den strksten Kräften.


Herbstlicher Morgen.

Briggi getroffen. Wir wechseln früh, wenn wir uns sehen, immer einige Worte, bevor ihre Strassenbahn fährt.

Ich sagte ihr, seit unserm Gespräch fühle ich mich nicht einsam. Sie sah mich nur an und sagte: "Das ist wunderbar."

Im Büro viel Arbeit. Nm Dr. L da. Ziemlich müde heim.


fr. grosses Interesse am Gedicht.

/Briggi nicht getroffen./

Ich freue mich aufdie Zusammenkunft im "Kreis" abends.

Erste Zusammenkunft im "Kreis".

Mässige Fritsch-Gedichte. Schmied hat ene Handpresse angeschafft /Druckerei-Plan, von Artmann wiederaufgenommen./ Bekam Exemplare der Zeitschrift "Meta" auFrankfurt und eine Zeitschrift "Fragmente" zu lesen. Altmann, Weissenborn, Ebner kamen nicht. /Wie, Ke, Fr, Art, Pol, Ok./

Nachher Diskussion über Kommunismus, in der Artmann kindisch argumentierte.

Danach noch mit Artmann über moderne und gesprochen.


Trüber, verrauchter Morgen, aber mit Schwung den Tag begonnen. Briggi dann nicht getroffen.

Ich arbeite die ganze Zeit, im Geist, an meinem Gedicht, bis es zu einem Durchbruch kommen wird.

Früh Postweg. Abends soll ich die so gut wie sichere Ver-vielfältigungsgelegenheit mit Herrn Wittmann besprechen.

Halb zwölf lasen Machwitz in einer , Huber in einem , ich in den Heften der "Meta".

Mittags fing ich einen Essay zu schreiben an.

Briggi ist mir immer nahe. Es ist, als hätte ich mich dann damit erfüllt.

Eigentlich ist es nicht schade um die Zeit, wenn man irgendetwas schreibt. Sonst sitzt man und verliert sich in Oedheit oder gereizt. So kommt zumindest ein guter Satz meist heraus, oder es wird etwas eingefangen ...

Frl. H.: "Fühl mich nicht wohl"

T: "Können Sie ihm nicht absagen?"

H: "Was heisst absagen? Ich lass ihn ruhig einmal warten. Glauben Sie, das tät ihm nicht gut -"

jetzt spiess ich die Männlein und Weiblein wie Puppen auf meine Nadel. Oh wie kostbar ist das Papiergeld ihrer Liebe!

Herbstregenwetter, siebzehn Uhr. Aber noch nicht fröstelnd. "Kreis" aufgesucht. Dort Dr. Schmeler und Wittmann getroffen, mit ihnen besprochen. /Zwei Fliegen auf einen Schlag./


Amtswege /Meldezettel und I-Karte eingereicht/ bei Rege. Nachmittag Dr. L.

Abends Briggi und Schik getroffen ..


Früh wieder Briggi getroffen. Sie hat öde Gespräche daheim zu tun, Rechenschaft vor einer Tante vom Land

Wenn diese konfusen Wochen vorüber sind.

Ich arbeitete im übrigen an meinem Gedicht weiter.


Der Briggi den englischen Text übergetragen. Regenwetter. Herbstlich.

Nachmittag "huljatj" - Staatsbürgerschafts-Feier mit Tante und Paul.

Versuchte am langen Gedicht zu arbeiten, entwickelte einigen ll, warf alles wieder weg.

Keine besondere "Fest-"Stimmung.


Am Gedicht zu schreiben versucht. Vergeblich.

Nm. in u.a. gelesen. Wenig produktiver Tag.


Neue bürokratische Erschwerungen im Aussenhandel.

Steger vom Urlaub zurück. Lindner nachmittag abgefahren. Lebhafterer Tag im Büro.

/Briggi nicht getroffen./

Abends sogar ein Einfall zum Gedicht.


Briggi wieder nicht getroffen.

Grosse "publikationen"-Besprechung abend.

Dr. Hermann Schreiber kam in den "Kreis", Polakovics konnte nicht erscheinen. Mit Kein und Artmann nachher noch weter besprochen im Gasthaus.


Im Büro für die "publ." gearbeitet.


Früh traf ich Briggi. Samstag Abend geht "ihre Sache in Szene". Sie wollte mich vorher noch sehen.

Vor mir liegen die Postanweisungen für die "publikationen". Wieder im Büro. Die ganze Zeit vergeht so. Aber mehr kann man sowieso nicht aus ihr holen.

Die klaren frischen Herbsttage.

Vm. wieder viel Arbeit. Huber letzten Tag im Büro. Sie fährt auf Urlaub.


Früh I-Karte geholt.

2 Matrizen gekauft, sowie einen sehr netten durchsichtig roten Kugelschreiber, der mir viel besser behagt als mein bisheriger schwarzer und grösserer.

Dir. Steger wird mich "rückwirkend ab " anstellen.

Auch Herr Witzmann fährt auf Urlaub.

Ziemlich lebhafter Tag.

Angenehmer Abend.


Früh Aenderung des Augustin-Gedichtes geplant.

Freue mich auf die "publ."-Arbet.

Für Briggi sind jetzt die schweren, entscheidenden Tage.

Nachmittag mit allem Papier, den Matrizen im Rucksack auf den Bierhäuselberg marschiert. In der eigentümlichen Wohnung Wittmanns vom "Kreis" machten wir uns an die Arbeit. Bei diesem Apparat muss jeder einzelne Abzug abgehoben werden. Wir brachten so nur die erste Hälfte der Zeitschrift zuwege.

Angenehme Arbeit, Rückweg bei schönem Wetter.

Idee zu "Jahreszeiten eines Mädchens".


Vormittag bei Sonnenwetter die Arbeit am Bierhäuselberg fortgesetzt und zu Ende gebracht. Wittmanns drei Kinder waren heute schon sehr zutrauich. Ueber die Zusammenarbeit "publ." - "Kreis" - ArtClub geredet. Pläne für nächste und übernächste Zeit.

Nachmittag die "publ." fertiggestellt, Polakovics und Kein kamen und halfen mit, auch Maja war da. Sechzig Exemplare in Ordnung, restliche 40 noch zu kleben. Bei diesen Arbeiten im grossen Zimmer - wie einer Druckerei zu alten Zeiten - gemütliche Stimmung.


Briggi hat jetzt Urlaubswoche.

Erster Morgenreif, Nullgrad.

Vm. viel Verwirrung und Arbeit.

Nm. Dr. L wieder in Wien und im Büro.

Erster Verteilungstag der "publ." /Fruhmann-Clique/.


Seit gestern Nachmittag und vor allem heute wahnsinnige Arbeit. Streit Machwitz-Cäsar um mich.

Abends grosse "publikationen"-Verteilung bei den NW. Lebhafterer Abend. Mit Fink über die publ.-Planung und die Zustände bei NW, verteidigend, gesprochen.

Es ist kalt geworden.


Vm. weniger Arbeit; fürs Lektorat NW gearbeiet.

Keine "publ." versandt.


Klarer Morgen, schön, kalt.

Allgemein ärgerlicher Morgenbeginn.

Furchtbar viele Arbeit dann, besonders nachmittags.

Abends Schnaps.


Vm. viehische Arbeit. Krise um Sta. Rita.

Nachmittag, vormittags, ging die Arbeit im gleichen Tempo weiter.

An den Abenden Gedicht-Ideen abgeriegelt.


rüh die neue zu schreiben begonnen.

Nachmittag gründlich ausgeruht.

Einiges Archiv dezimiert.


Herrlicher Herbsttag, noch war, sonnig, als wäre es im März.

Vm. zu Br. Kahr spaziert, die "publikationen" ins Kästchen gesteckt.

Freute mich an der Landschaft und schrieb Eintragungen der letzten Zeit zusammen.

Ich fühle mich im Augenblick zufrieden, mit mir der denen Jahre solidarisch, in der grossen Isolation nicht unwirksam.

Die letzten "publikationen" fertigbeklebt.

Eine Skizze geschrieben: "Als die ersten neuen Gegenstände ..."

Nachmittag, einmal im Fahrwasser, schrieb ich die "Suite in zwei ungleichen Sätzen".


Ein Minusgrad.

Nach dem gestrigen gut verbrachten Sonntag ausgeglichen und aufgeräumt den nuen Tag angegangen.

Viele Arbeit, aber in ausgezeichneter Stimmung.

2 "publ" /Diem, Oe-Institut/ ausgetragen, der Briggi geschrieben.

Abends keine Post.


Früh die Prosa reingeschrieben, im Büro wieder viel Arbeit. Nach wie vor vergnügt.

Abends im "Kreis". Dort wurden wir hinausgeworfen, ich hatte aber immerhin die Minute Zeit, usslersBesprechung meiner "publ." zu lesen sowe von einer neuen Beschwerde gegen die "Martinigedanken" zu hören. Mit Kein über die Krise in den "Neuen Wegen" ausführlich gesprochen.


Abends Idee zu einer "Steinigung Orpheus'": Eins, zwei, drei. Das erste kommt in den OfenDas zweite Mineral heisst KalksteinMit dem dritten Stein wird endlich Orpheus gesteinigt .....

Um 20 Uhr Informationsabend des "Kreises". Ich veranlasste einiges bei Polakovics; ich werde einen Artikel über den "Kreis-"Abend schreiben /der muss bis Samstag fertig sein/.

Polakovics war in düsterer Stimmung.


Früh begann ich den Bericht zu schreiben.

Briggi getroffen, ist wieder gesund. Sie übergab mir Brief, den sie mir zur Antwort geschrieben hatte. Ist mir so nah.

Im Büro schlechterer Tag für mich, da ich ungeduldig das Ende der Arbeitszeit erwarte. Schöner Tag draussen.


Erst unfrisch. Mittags länger ausgeruht, Briggi Brief geschrieben für den Fall ich seh sie wider länger nicht.

Nachmittags ganz erholt die Arbeit wiederaufgenommen.

Abends ist mir der Artikel über den "Kreis"-Abend misslungen.


Briggi früh doch getroffen, konnte ihr Liebes sagen und den Brief, also Papier, vermeiden.

Im Büro viel weniger zu tun. Artikel überraschendlich doch geschrieben. Mittags noch an die NW abgegangen.

Wirtschaftspolizei kam bei Lenardo auf die Spur PHG.


Früh die Nachricht: Wir bekommen 220 Volt.

Noch nicht ausgesprochenes Herbstwetter, die Blätter noch an den Bäumen und meist grün.

Die führenden Leute im Büro sind gedepscht.

Wieder keine "publikationen"-ost, die ganze Woche.

Nachmittag ausgeruht, drei Viertel "Sturm" ohne was zu merken getrunken, ohne auch sonderlich gelaut zu werden. Gedicht "Steinigung Orpheus'" scheint misslungen zu sein.


Eine bezeichnende des "Kreis"-Abends im Volksblatt. In den andern zwei Tageszeitngen, die ich auf dem Klosett einsehen kann, nichts.

Langweiliges Wetter und Radio. Morgen soll ich zu Hofrat Zwanzger, er will mit mir über meine Sachen rede. Der Weg ist so dumm. Jetzt hat auch wieder der "Augustin" Schwierig-keiten /ein Gedicht, das Häussler gefiel/ ... Mich entschädigt ein bisschen die Arbeit am Dadaismus Lettrismus, die für die Wirkungsanalyse der neueren Dichtung elementar wichtig sind.

- - -


Wie edel sie - Plakovics und seine Frau - ein Körnchen Gültigkeit an dem und dem zugestehen. An das und jenes freilich reicht es nicht heran (und der Kaffee siedet!), und an Dannebergnd an Hakel!


Orpheus und ein zweites Gedicht geschrieben.

Erkältung bei mir ausgebrochen.


Ich bin Briggi immer sehr nahe.

Tags: Amtsweg, öd, sehr verkühlt,

Witzmann zurückgekehrt, schlechtere Atmosphäre im Büro. Wieder viel Arbeit Ich freue mich gar nicht auf den Hofrat Zwanzger-Besuch abends.

Nachm.: weniger zu tun, früher aus. Hofrat abgesagt, zeitig heim. Gemütlich.


Früh Briggi getroffen.

Erster Tag Postversand publ. 3.

Wenig zu tun im Büro.

Zwanzger-Krach in der Redaktion; für Sa bei mir Arbeitskreis einberufen: Zusammenstellen des heftes. Mit Wiesflecker und Artmannheim, mit Artmann noch im Gasthaus gesessen und geredet. Er kommt auch Sonntag Vormittag zu mir.


Vm. sehr wenig zu tun.

Aber Dr. Lindner kam und blieb sehr lange über Mittag hier /bis halb drei Uhr/.

Nm. viel Arbeit, bis am Abend.

Dann zu Weissenborn und Kölz gefahren. Dorthin kam auch Altmann. Weissenborn hat ein mässig schlechtes Gedicht gemacht, das uns aber Gelegenheit zu fruchtbarer Kritik bot, Altmann ein sehr gutes /Er hat, wie ich gestern hörte, eine Liebesbeziehung zu einer jungen Rumänin jetzt/. Anregendes Gespräch. Dann las ich plötzlich in den "späten Gedichten" /letzten/ von Rilke.

Mittwoch, Donnerstag früh Briggi nicht getroffen, obwohl zeitiger gefahren.


Vm. Arbeiten von gestern aufgeholt; auch viel neue Arbeit. Mittags Briggi zu erreichen versucht, vergeblich.

Wieder publ.-Versand. Ganz unregelmässige Arbeit: viel und wenig.

Abends Gedicht-Idee.


Verregneter Tag. Noch warm. Briggi wieder nicht getroffen. Gedicht-Einfall. Beginn des Tags viel Arbeit im Büro,


as hielt auch, nur noch steigend, den ganzen Tag bis zum Abend hindurch.


Die Blätter sind während der letzten Tage alle braun geworden, nun fällt alles ab.

Schöne Tage, frhlinghaft warm dabei.

Die Arbeit im Büro wird immer mehr.

Bei den englischen Wahlen hat überraschend Churchill gesiegt.


Halb zehn kam Artmann zu mir. Seine Gedichte durchge-sehen.

Nach dem Essen Spaziergang um die Steinhofer Mauer. Ausgeruht.

Prosa versucht. Taumle zu sehr in Borchert. Ueber der ganzen Prosa liegt mir eine Lähmung.

Abends.

Ich möchte Briggi bei mir haben.


Früh Wege, noch etwas Zeit. Prosa überlesen, Umkehr zu richtiger Prosa beschlossen.

Briggi getroffen.


Früh Briggi getroffen wieder. Sehr liebe Begegnung immer.

Weg: Steuerermässigung Fünfhaus.

Heute oder morgen Abend kommt Briggi, wenn sie morgen Feiertag haben sollte, also nicht fahren kann früh.

Weniger Arbeit im Büro. Erfuhr zu meinem Entsetzen, namenlos, ich habe von Steger eine Karte zu Giuditta geschenkt bekommen /Steger fährt nämlich nach Salzburg und hat die Karte für sich irrtümlich besorgt/.

Abends kam Briggi nicht.


Traf Briggi in der Strassenbahn, sie fest meinen Händedruck.

Sie kann Samstag nicht kommen.

Im Büro wieder teils viel, teils wenig Arbeit.

Ich behalte das Gedicht weiter im Aug.

Abends habe ich Theater, was mir mehr Belastung als Freude bereitet. Die Zwischenzeit von Büroschluss bis Theateranfang füllte ich mit einem /vergeblichen/ Besuch bei Weissenborn aus, dann ging ich ins Mathematische Institut seliger Erinnerung, um die dortige Toilette zu benützen, und sass dann auf der gewissen Bank im Vorraum des Institutes. /Wo ich auch meinen Brief für die Autoren-konferenz einmal aufgesetzt und später die der N. W. überprüft hatte .../

Genug spät aufgebrochen, ins Theater.

Die Operette ist tot. Giuditta ausserdem totgeboren.

Die dicke Ljuba Welitsch, als Verlassene Verlassende - existentielle Groteske. Peinlich und makaber.

E 2 fuhr nicht, so wartete ich grässlich in der Nacht.


Gedicht "Nachklang in fünftausend Jahren" Allerheiligenarbeit dieses Jahres.

Huhn abends, diesmal aber kein Friedhofweg.

Tante kam nachmittags.

Mit dem heutigen Tag trat Allerheiligenwetter ein.

Ofen rauchte.

Den Tag über und abends ganz in Gedanken an Briggi gelebt.

Alles vorbereitet, um den nächsten Sonntag für Briggi zu haben.


Schneeregen morgens im Steinhof. Herbst.

Briggi, die ich nicht getroffen hatte, gleich früh im Büro angerufen. Sie ist nächsten Sonntag bereit.

Ein wenig Arbeit im Büro. Schon mittags durfte ich heimgehen. Nachmittag unterhalten, dann zu Hofat Zwanzger auf "Anstandsbesuch" in den Schneeregen. An den Wiedner Gürtel. Dort überaus freundliche Atmosphäre, Zwanzger zeigte sich als die Bereitwilligkeit in Person. "Augustin" gerettet, ein Strichpunkt wird noch umkämpft.

Kursteilnehmer gespenstisch in der Strassenbahn abends.

Erfreuter Tagesabschluss.



Verregneter, draussen herbstnasser Tag.

Arbeiten. Dann heftNW zusammengestellt.

In den neu eingelaufenen gelesen.

Versuchte vergebens, Ausdruck für die gestrigen Begegnungen zu finden ...

Kabarett-Erinnerungen an die Zwanziger-Jahre im Radio, mit Elfe Gerhard. Eine Zeit, in der ich irgendwie gern zu Gaste bin. Aber das ist alles nichts.


: Versuche zur Preissenkung.

Wohnung: Rauchfangkehrer.

Briggi, die mir Freitag zugesichert hatte, sie würde Sonntag zu mir kommen können, musste mir heute absagen; sie wird die ganzen nächsten Wochen zu Wochenende nicht in Wien sein.Wir kommen nicht zusammen.

Sie sagte unlängst, "aber es wartet".

Nachdem schon gestern die Stimmung diffus geworden ist, nun Turbulenz im Büro. /Hitchman auch hier./

Ich möchte heute zum erstenmal, dass Wochenende ist.

Mittags Briggi angerufen, sie empfängt mich Mittwoch abends bei sich, gern.

Bi abends wieder viel gearbeitet, auch eigene Korrespondenzen erledigt.

Abends traf ich wieder Briggi. Aber Karl S. kam auch dazu.

Für mich zuhause keine Post.


Ich sagte ihr, sie das einzige was mich noch an wenn sie nach Amerika geht, geh ich zu Matejka. Fragte sie nebenbei, ob sie wohl nächstes Frühjahr nach Amerika ginge. Sie sagte, sie nehme es an, es sei noch nicht ganz fest. Sie sah mich sehr lieb an.

Grosser Wirbel im Büro.

Draussen gegen Mittag regnerisch, herbstlich.

Kurze Mittagspause. Nachmittag wieder gearbeitet.

Daheim war Post von Diem /lieb/ und von Nahlik /engstirnig/ eingelangt.

Ich erwarte den morgigen Abend.


Von Früh an wieder grosser Betrieb. Heute Moren Briggi nicht begegnet.

Abends 19 Uhr zu Briggi gegangen.

---

---

---

Gespenstische Nacht. Katze.


Aus dem Donnerstag :

Früh bei ihrer Haltestelle auf Briggi gewartet.

Briggi: Ein herrlicher Morgen heute. Wie im Frühling, nach langem Schneefall.

sagte: Briggi, heute nacht ist mein "Elfenbeinturm" eingestürzt.

Briggi: ja? -

sagte: Jetzt ist alles sinnlos geworden. Seit gestern Abend lieb ich dich nämlich ganz.

Briggi: - ja -?

(Nach einer Weile ...)

Bist du sicher?

sagte: ganz sicher.

Briggi: Und jetzt soll ich fortreisen ...

- - -

"Das ist eigentümlich -"

"Ja, das ist seltsam -"

- - -

Briggi: "In meinen Träumen hab ich uns immer als Liebende gesehn."


Wieder wärmere Tage jtzt. Plus 6 Grad früh.

Wieder zur Haltestelle gegangen, auf Briggi gewartet. Das erste Mal im Leben sind mir die anderen Sachen egal. Ich arbeite genauer als je, weil ich in allem dem nur eine Rolle zu spielen hab.

Gestern hat Briggi vier englische Zeilen geschrieben; ungefähr:


---

Prozess, der sinnlos aufgeschrieben wird /Gedichte/ /Nachträgliche Notiz./


Briggi: "Ich hab Besuch bekommen und hab dir's nicht mehr vorher sagen können."


Hatte unmittelbar danach Lust, zu Weißenborn in die Stadt zu fahren, evtl. dort etwas zu trinken, aber die Verzweiflung wenn ich niemand ngetroffen hätte, war mir zu groß.

Schrieb we ein Narr für die Zeitschrift. Einreichung von zehn GedichtenNW, "Korea" nunmehr endgültig für Matejka.

Noch Gedichte geschrieben.

Mama kam abends zurück, das bewirkte daß ich ab 8 Uhr mich wie früher einmal aufführte, normal, absolut zufrieden.


Föhnwetter, stärker noch als gestern, plus elf Grad fh; vorfrühlinghaft, frühlinghaft.

So abends: Beschäftigungstherapie.


Frühlingswetter.



früh: Korr. für publ. wieder einmal erledigt.

Freude mit der Katze.

Brigginicht getroffen früh.

Ein unbedeutender Anruf von ihr im Büro.


abends: Briggi auch nicht getroffen. Zu Hause wieder ein bisschen Freude, angenehm gesprochen.

Ein grundsätzlich ablehnender Brief von kam.

Die NW sind jetzt auch erledigt.




Gegen Nachmittag auf. Ins Büro, dort war ich nötig und konnte heim (der Doktor Lindner war in Wels), verabschiedete mich und darf auch morgen zuhaus bleiben.

Elender Nachmittag, vier Uhr niedergelegt.Katze sehr lieb, tröstet immer.

Gespräche. "Wartezimmer". Schlief, träumte die Nacht von Briggi.


Nächstentags zeitiger auf, Briggi zu erreichen versucht. Sie ist tatsächlich wieder verreist.

Setzte mich über die "publikationen" nr. 4.

Ich bekam eine Karte zu einerLesung von Klinger in der Urania, soll ihm die Freude machen und hingehn, und sie in den "Neuen Wegen" besprechen.

Was die Leute von meinem Einfluß glauben -.

Gegen nachmittag wurde die Katze toll, nach einem sehr müden Morgen und nach dem Genuß von Leber aus St. Marx, die wir von Frl. Huber bekommen hatten.

Kein und Artmann besuchten mich. (Unerwartet.)

Große Besprechung. Austritt aus den "Neuen Wegen". Gründung de literarischen Art Clubs.

Kerngruppe Kein, Artmann, ich. Mitarbeit Riemerschmieds.

(Mit diesem - roten - Kugelschreiber die Loslösung vollzogen.

Seltsame Notiz.)

Ich bin den Freunden für diesen Nachmittag dankbar.


Verregneter.

Wußte, daß ich auf nichts zu warten hatte.

Es kam indes Polakovics. Ich verständigte ihn von den gestrigen Entschlüssen, was er hinnahm. Versicherte, daß wir, jetzt ungetrübter, Freunde bleiben.

Er las mir von Maja vor, ich zeigte ihm letzte Gedichte. (Auch das heutige.) Er, genug hellörig, schon "zwei Monate".

Maja, erzählt er, hat Katzen gern.

Gab das Weiterschreiben wieder auf.

Hörte aufmerksam Radio. (Nichts Überflüssiges notieren.) .

... und Briggi in den Armen halten, bewußt, von ihr aufgenommen sein, und nichts nachher. (Oder, wie früher gewünscht, die schönen Morgen -.)

Ich bin nichtsdestoweniger bereit zuzugestehn, ja ich zwinge eigentlich auf, daß, was mir unmöglich sein sollte, jedem einzelnen anderen gelingen kann. Glaube nämlich nicht an ein negatives Gesetz.

Würde jedem raten, so zu beginnen, zu lieben.

Nicht bloß "wertvoller" llein Augenblicke willen, sondern der Möglichkeit zulieb, zu finden, aus aller Relativität heraus, beglückend.

Wie die Redensart "auf des Messers Schneide" sagt - - st es ein Verbrechen, bei jemand aussichtslos zu bleiben und vielleicht wen "Richtigen" so um sein Glück zu bringen? Hat man die Pflicht, Liebe so hin zu lenken; wenn sie nicht grenzenlos wirken und umwandeln kann, sie ziehen?


Abend wieder glücklich (unabhängig vom getrunke-nen Wein).

Briggi als Geliebte wäre das Schönste das mir geschehen könnte.


früh kam überraschend Tante. Vernebelter Morgen. Mißglücktes Treffen mit Briggi heute früh.

Erster Tag wieder im Büro. Etwas fremd, sehr leer.

Die ganzen Art Club sind mir jetzt grau ...

Erst aus der "Welt am Montag" muß ich erfahren, daß Hertha Kräftner gestorben ist.

Sitze nun also wieder hier im Büro, nicht lebendiger als vor der Krankheit.

Vormittag sehr große Sehnsucht nach Briggi gelitten.

Unsere Firma ist dem Landesgericht angezeigt.

Daheim froh, daß ich daheim war.

Getrunken, auch Schnaps. Die Katze war sehr lieb. Verbrachte den Abend mit schönen Gedanken an Briggi, den Traum mit ihr.


Gestern kam Post: ein neuer Abonnent, ein Heft zurück, Ein-ladung zum Kreis-Abend.

Heute versuchte ich nicht, Briggi zu treffen.

Klarer Tag, erträglicherin der Stimmung.

Lebhaft im Büro gearbeitet.

Freute mich aufs Tagebuch-führen.

Die teilweise Aussprache zuhaus erleichterte mir meine Lage sehr.

Ich denke immer, Briggi und ich können der endlichen Vereinigung nicht entgehen.

Mittag, überraschend, rief Briggi an.

Auch sie sagte: Wie soll das weitergehen?

Was für einen Nach-mittag verbracht? Abend den Brief überbracht.


(Die Katze ist sehr lieb.)

Wieder grau, neblig; früh als wenn Nacht draußen wäre.

Ging nicht zur Haltestelle, Briggi aber fuhr mit meiner Straßen-bahn. Sie lief gleich in den 46-er, wir sahen uns aber und lächelten uns zu.

Gearbeitet.

Mittags ging ich erstmals spazieren, lehnte an den Pfeilern im Stadtpark, fühlte mich neutraler als je in Währing hinter den Instituten.

Frühlinghaft, nur ein härter und dunstig.

Traf überraschend, als ich das Papier (3000 Blatt) für Herrn Wittmann im "Kreis"abgegeben hatte und ein Kaffeehaus für die Zeit bis acht aufsuchen wollte, Bauer vom Büro, der auch noch in diesen Straßen ging.

Ich begleitete ihn zu mir bisher fremden Freund Wanko, der mit ihm in Korsika gewesen war, mußte mir das Gesicht vermummen (mit meinem Rucksack), um den zu schrecken, und ließ mir dann Diapositive aus Korsikaund (u.a.) Waldviertel vorführen.

Waldviertler Gras, Himmel, Wald, viel ansprechender als die gesehenen korsischen Landschaften. Mehrmals wollte ich mich im Gras niederlassen (endlich ausruhen; ohne Gedanken an ie, mit ihr).

Dann wieder durch die Gablenzgasse gelaufen.

Zur Lesung Wiesflecker, Maschke und eines Malers erschien von unsern Leuten nur Kein.

(20 Uhr. Ungelüfteter Raum. Visavis lag ein orangerot erleuchtetes Atelier. Luft draußen roch nach Nebel.)

"Hufnagel" hinterließ einen Eindruck, die Notizen des Malers fand ich nicht flach wie sonstmeist . Wiesflecker der unfertigste.

Mit Kein spät heim. (Im Regen.) Sendetürme Steinhof haben nun je vier Lichter; drei davon schwingen. Man siehtes an vielen Stellen der Stadt.

In den 47-er kam elf Uhr noch Briggi. Zu seltsamsten Tageszeiten sehen wir uns immer. Sie war in einem Konzert gewesen; am Ende der Fahrt, ehe sie rasch absprang, sagte sie, sie hat an mich gedacht.


Der Regen hält an.

Brigitte Kahr (- die andereBrigitte -) hat mir gestern ein Bändchen ihrer Erzählungen geschickt. Las heute darin und fand "Ivo-Maria" wieder (vor Jahren gelesen, ohne zu wissen von wem).

Heute abend also kommt vielleicht Briggi zu mir.

Lebte in aufgefrischter Freude.

Den Nachmittag nichts getan, viel ghört, was damit?

Abends kam Briggi nicht. -


Nächstentags hatte Briggi schon um 1/2 9 im Büro angerufen (bevor ich ).

Ich rief zurück.

Briggi gestern Abend nicht kommen, "sie ist den ganzen Tag nicht aus dem Haus gegangen".

Sie wird mich mittags anrufen.

Briggi war gestern krank. Dieses Wochenende bleibt sie in Wien undwird zu mir heraufkommen.

Ich habe den Sonntag wieder wie letztes Mal organisiert.


Reinhard Federmann schreibt gute Prosa.

Die Katze ist nicht ganz gesund.

Regenhat aufgehört. Klares, etwas kälteres Wetter. (Ich hatte gestern die Klinger-Lesung vernachlässigt.)

Ich träumte von der Vereinigung mit Briggi. Die schönste Nacht hielt an bis zum Aufwachen morgens.

Es trübte wieder ein. Langweiliger Abschluß im Büro mittags.


Ich erinnere mich an Zeichnungen von Kurt Steinwendner, die ich gesehen habe bei Polakovics an einem Abend als er in der Reinlgasse zu Besuch war. Was war das in sei-nem Leben übrigens?

Mehreres hat sich aufgehört; ich versuchte zu zeichnen und brachte nichts zuweg.

Mache fade Notizen und denke wenig dabei /ziemlich nach Wortsalat-Methode aufgeschrieben, was gerade einfällt/, möchte in Wirklichkeit nichts als mit Briggi verströmen.

Wohltuende Deklaration.


Sonntag Briggi


Gleichviel ob man bereut (ein undankbar) oder hinnimmt, wäre es nicht natürlich, die alte Glück-Sehnsucht zu verleugnen.

Von der Formung durchs Leid ist alles ein schönes Reden, solang der eigene Leib wehtut. Aber den Andern verlieren -dieses Leid lohnt nicht; enn die Gemeinsamkeit ist ewig wichtiger als der Charakter.

Ein Gedicht - dafür genügt das Ahnen und eine Strohpuppe, die anregt. Die Entwicklung - da müssen schon Kopfschmerzen ertragen werden und harte Lager allein.


Ich bin glücklich, Geliebte, (für die ich das aufschreibe), daß du mich nicht um eine Erfahrung reicher gemacht hast (wie man also mit Leuten umzugehn habe), oder um eine Erkenntnis (was man künftig nicht mehr zu suchen habe), sondern um Erleben. Um dich.


Nm. früher bürofrei. Zu Artmann gefahren. "publ."-Planung.

Zur Zusammenkunft im "Kreis" umsonst. Niemand dort.

Sehr einsam nachhaus. Heute abend wurde ich im Kosmos-Theater gelesen.

(Hatte im Büro Humor verbreitet.)

Ich bin glücklich, daß mir nie der kleinste Gedanke gegenBriggi gekommen ist.

Sie ist mir einzig lieb.


abends getrunken.


erstmals Briggi wieder gesehen auf der Strassenbahn. Belangloses Gespräch.

Im Büro erster Tag mit dem Fernschreiber. Dadurch verwirrter Vormittag.

Letzte Tage kühleres Wetter.

Korrespondenzen.

Vergnügen mit dem Fernschreiber. Dr. Lindner hat kindische Freude daran.

Die Herren beim Fussbaländerkampf Oesterreich:England.



Gestern Abend gutes Essen /Namenstag .../

Kalter Regenfall, Schneeregen.

Briggi nicht gesehen ...

Mein erstes Fernschreiben mit Zürich.

Sonst hässliche Atmosphäre vm. im Büro.

Mittags: kaum anders als im Nichts.


Laden...

Wegen Renners Tod spielte das Radio nur mehr bis 0 Uhr 30.

Danach auch rasch niedergelegt.

(Es hatte Brötchen und Malteser Wein gegeben)

Relativ zeitig aufgestanden.

9 Uhr Steinhofer Kirche, immer sehr unerhebend.

Ordnungen gemacht. Das Archiv eingemappt, das diesmal nur aus zwei Stücken bestand; in den alten gelesen.

Nachmittag kam ich auf den Gedanen, ein Thema mit den Mitteln und in den Arten meiner literarischen Kollegen zu bearbeiten. Ich machte elf solcher Charakteristika.

Tante kam, übermüdet (Friers u. Erika waren bei ihr gewesen).

Mäßiges Radio gehört.

Ich hatte erstes und letztes Kapitel von "Lotte in Weimar" gelesen. Mehr wollte ich nicht davon.

Abends die Silvester-aufzeichnungen der vergangenen Jahre überlesen. Vieles hat sich entwickelt, einiges abgeändert, Stil, Wünsche und hielten an.

Es sind bloß sekundäre Einflüsse Altmann und Eisenreich. Ich entdeckte übrigens Jirgalismen in meinem , da ich Jirgal noch nicht gekannt hatte.

Ich möchte ein Mädchen.


Früh auf. , WaM, Ko.

Wieder in die PHG. KeineNW.

Abends WaM-Artikel geschrieben. (Die Kultur, das Stehparterre und der Kragen).


PHG. Brief an WaM ab. Konsum.

Bis über die Mittagspause bei Mj gearbeitet.

Ich machte vom Schinkoabend keine umfangreichen Notizen. Die Notizen sind da eine halbe Erdkugel weiter.

Früh taute es; fast vorfrühlinghaft.


PHG.

Artmann abends noch aufgesucht. Sein Mädchen war bei ihm.


Renners feierliches Begräbnis. Dr. Machwitz verreist. Gelockerter Bürobetrieb. Nur die lange fällige Ordnung in den Akten.

Mittag viel Geplauder. Morgen wieder frei.

Früh Gedanken gegen den Krieg.

Abends Artmann aufgesucht. Musste lange warten.


Bei Weissenborn. "Keller" besprochen.


Zu Polakovics.


Abends erfuhr ich, dass ich meinen chemischen Arbeitsplatz zu räumen habe.



Manchmal merkt man, wie wohl es tut, von gewissen Bindungen frei zu sein.

Dienstag, als Elfriede Sevcik mit Altmann und Weissenborn in den engeren Arbeitskreis kam, wagte keiner vom Keller, sie - die gewesene und eigentlich immer noch Gegerin - zu kritisieren. Zu den farbloseen schrieb jeder "ja". Altmann -

Grosser Streit im Büro. /Frl. Huber und Hr. Witzmann/. Ich bin hier, vielleicht ohnehin das einzige Mal im Leben, ein Neutraler.


Eisenreich-Brief kam.


Früh direkt frühlingshaft.

Tante kam mit vom Büro.

Kein erwartet. Er kam erst gegen 16 Uhr. Ich schrieb dem Eisenreich.

Bernklau.


In der Früh ist es immer etwas föhnig. Polakovics.

Schon zeitiger etwas heim. Tante kam nicht. Ich arbeitete am Eisenreich-Teilmanuskript. Schrieb meinen Brief rein. Der Tag war an dies verausgabt.

Radio ziemlich öd.


Wieder im Trott auf.


NW. Kein, Artmann - Wirtshaus. Mit Artmann bis 23 Uhr geplaudert. Sehr interessant.

Bis zum : Fasching jetzt.


Immer zwischen Frühlingsluft und leichtem Frost, besonders früh.

Anzug sowie Schuhe gekauft, nach langer Zeit. Ein Brief aus Russland kam, nach langer Zeit.

An einem gemütlichen Nachmittag schrieb ich die "Lose Trilogie", wieder eine Prosa, nach langer Zeit.

Kein kam /EisenreichMskr. 2/

Bernklau abends.


Zu Polakovics /Kein/ Besprechung über die Almanach-"Krise" und Einweihung Keins in die "Publikationen". Viel weiter gekommen, bald erscheint er. Besprechung.

Nm. Umschlaggestaltung für die "Publ." ausgearbeitet.

Eisenreich kritisiert und geschrieben.

Brief an Papa geschrieben.

Noch Publ.- zusammengestellt und von mir selbst Sachen ausgewählt. Einiges noch vorgeesen. Sehr angenehm.


In der "Welt am Montag" überraschenderweise noch mein Artikel. Konsum, PHG. Offert für chemischen Betrieb aufgesetzt.

Zu Wendl; brauche nicht oft zu kommen.


Redaktion. Keine Mädchen. Nachher mit Kein über die "Publ." viel geredet, Setzplan, ArtClub-Pläne. Nachfolge.


Schnee fiel. Knapp unter Null.

Zeitiger Büroschluss.


Uni weitere Formalitäten erledigt. Weissenborn bei der Gelegenheit besucht. Altmann filmt. Pläne ...

Abends zu "Orpheus".


Nachmittag schrieb ich an Eisenreich und Klinger. Abends Schnitzel.


Ziemlich kühl. Unter Null Grad. Zu Polakovics: n Teil Eisenreich-Almanachs beurteilt. Sonst weniger los. "Publikationen" nicht so rege in Arbeit wie in letzter Zeit.

Bei Artmann war dessen Mädchen.

Ich schreibe einen nicht schlechten Stil im Vergleich auch zu SchlorhaufersProsa. Alte Sachen von mir auch durchgesehen bei Pol. Um 14 Uhr daheim. Ich machte noch Ordnungen, wenig, und schrieb ein Gedicht, aber es ging wieder im Radio-Unsinn unter. Abends noch geordnet.


Amtege Hietz. Kai.

Dr. Machwitz im Büro: "Ich habe Offenbachs Orpheus in der Unterwelt gehört, und das war schön."

Abends Wendl. Fertig!


Zweiten Brief an Felmayer geschrieben, diesmal mit Rückporto.

Vorbesprechung zur Autorntagung. Entschluss: /da auch kaum wer kam/ es wird keine stattfinden. Ein Jugoslawe, Maja Norell, /neu/, Hauer, Fritsch, Wimmer, Lechleitner, Sevcik ..... kamen.

Matrizenplan, Druckplan weiter.


Uni. Weiserbestätigung, Kaution von Pailer. Dort Abschied von Sonja.

Büro: Steger vergass auf Auszahlung


Matrize v. d. Red. geholt.

Preis erkundet.

1/2.


1/2 ✓.


14 Matr. gek.; Probematrize . Red. übergeben. ✓

erledigt gleich an Ort u. StelleMit od. ohne unser Zusehen abgezogen? Wann?
erledigt gleich an Ort u. StelleSpätestens Mi !
erledigt gleich an Ort u. StelleJedenfalls die Abzüge wollen wir sehen, die Fehler einzeln wissen.

Vorrede! Zus.stellg. (zieml. sicher schon auf engzeilig" einrichten).


Matr. schreiben! ← Sa


Restliche 30-40 S einzuzahlen? Matr. kaufen.


1. Abzug


2. schreiben! Naturpap. + weiße Streifen kaufen, schreiben


2. Abzug. Dann Fertigstellung, Versand.


Klinger das VVf. Pap. anhängen; dafür kaufen, wenn genug billig durch Mang.


um Korr.-Lack Pol geschrieben, Pol aber hat keinen.

Ich schrieb, ohne Lack zu brauchen. S. 6-9 matriziert


Noch 500 Bl. Vvf. Pap. bestellt

Von Kein gingen S 5.- ein. S. 2-5 matriziert.


Noch 10 Matr. gekauft (21,50!) S. 10-18 matriziert.


geschrieben


matriziert (S. 1)


S. 19-22 matriziert.

Ab. endgü. Vorwort verfaßt


Vorwort fertig u. atriziert (S. 1 endgü.) Diese Arbeit fertig.


1. Hälfte Papier NW abgegeben. Am selben Tag noch v. Hn. Kern ab-gezogen. Wird die Arbeit noch fertig werden?


erfuhr, daß 11 Matrizen bereits abgezogen. Sehr gut ausgefallen.


Restpapier i. d. Red. getragen. Bis fertig!


voraussichtlich alle Abzieharbeit fertig.

Den Rest der Woche die Zeitung zusammenlegen.

Naturpapier kaufen, Streifen schneiden, , beschriften


1 l Rum (12.-) f. Hn. Kern gekauft, ihm übergeben.

ab. 14.- Honorar u. 10.- von Kein gingen ein.


Ke + Pol.

Zeitg. zus.gelegt


Zeitg. geheftet, beklebt (begonnen).


600.- ealt bekommen.


2. Amtsweg. In der Mittagspause Rum gekauft im Rusengeschäft.


Nachmittag zu Pol.

Noch kein Vorwort für die "publ."

Klingers "Von Mensch zu Mensch" kam bei Polakovics an. Diese Zeitung ist trotz Keins und WeissenbornsBeiträgen am Hund

Ich sekierte Pol, den Ordner auszumisten.

Wir begannen oben bei Frau Maria tatsächlich mit der Arbeit. Auch Diskussion über den "Orpheus"-Film und über meine Gedichte wieder.


"NW": Donnerstag kommt Eisenreich.


Wege Nationalbank, Institut /Semester bestätigt/, Uni. "Dichtung von heute", Band: Frankreich, nicht bekommen. Matrizen gekauft.

Nm. bürofrei. Ich blieb indes dort und schrieb Matrizen.

Das Wetter ist ganz in der Stimmung Maja Norells. ""


Nur das Vorwort geschrieben.

18,30 Eisenreich in die Redaktion.

Auch Strobach, Ebner /die ich hier kennen-lernte/, Vera Ferra /ebenso/, ebens: Kräftner, Mayröcker, Georg Schreiber; Fritsch, Ke, Ok, Pol, Altmann. Grosse Almanach-Besprechung. Streit um Altmann.


Ich blieb Nachmittag nicht im Büro Matrizen schreiben sondern fuhr gleich heim. Kein brachte mir das Eisenreich-Teilmanuskript. Ich suchte aus meinen Mappen Neues zum Einreichen heraus.

Sehr vorfrühlinghaft. " / "

Lesung Klubsaal in der Urania /Altann, Artmann, Weissenborn/


Abends schon sehr vorfrühlingshaft.

Die Durchdrungenheit der Strassen, überall die Glocken von Breitensee.

Stadtbahnfahrt die ungewohnte Strecke bis Schwedenplatz. Beinah nachts und die beleuchtete Urania.

Altmann hat am Tag seines Debüts hier seine Mitarbeit am "Almanach" zurückgelegt.

Den Applaus für die Gelesenen heute habe ich inszeniert. Er kam später von Herzen.

Nach der Lesung mit Weissenborn, Hauer und noch drei Mädchen zur Stadtbahn. Bohemiens, so sieht es aus, in zwangloser Ausgelassenheit alle. Mir was fremd, aber einmal etwas sympathisches Fremdes.

Als Mädchen freilich betrachtet, nichts. Mit einer fuhr ich noch im Zehner. Sie ist Mittelschülerin und rechnet uns als die zukuftträchtigen und schon jetzt Dichter. Wie wenig übermenschlich wir aber in Wirklichkeit sind.

Ich wollte heute mehrmals etwas schreiben.

Daheim war es dann zu spät.


/Auch schon voher/ vorfrühlinghaftes Wetter.

Dreizehn Uhr kamen Polakovics, Eisenreich, Kein zu mir. Sehr lebhafte Besprechung über den Almanach. Altmann wurde nun ausgeschlossen.


18 Uhr College Kolingasse. Hansen-Loeve kennengelernt. Sehr akademisch das ganze. Schwärmerei von einem Gottfrid Benn.

Altmanns Einfluss auf Hauer wurde nachher von Kein, Polakovics diskutiert.

Wenig ergiebiger Dienstag.


Für Steger in die Zentralsparkasse, erstes Papier und die Matrizen in den NW abgegeben. Pol. mit meinem Vorwort sehr zufrieden.

Jetzt ist wieder Arbeitsruhe mit "publ.", Klinger und Eisenreich.


Die letzten Tage wieder etwas kühler.

Restliches Papier in die NW getragen.

Abends fiel etwas Schnee. /Mittags Schnee-regen./ Immer aber vorfrühlinghaft schon.


Gegen Mittag plus 6 Grad!

Nm. Ordnungen in Z und alten Mappen.


Polakovics besucht. Er ist infolge der Kürzung seines Lehrergehalts in der ödesten Laune.


"Semesterbeginn"

Plante, den Brief über den "Arbeitskreis zum Sammeln schlechter Erfahrungen" endgültig an H. Weigel abzusenden.

Briggi getroffen.


Ich stelle mir jetzt immer so viel Liebes vor mit Maja.

Es liegt schon sehr der Vorfrühling in der Luft.

Meine Arbeit im Literarischen nimmt mich ganz in Anspruch, ans Büro verliere ich außerhalb der Dienstzeit keinen Gedanken. So bin ich freier als auf der Uni.

Freilich, die freigenommenen Nachmittage damals ... Ich fuhr dann zu Artmann und diutierte begeistert; (meine Vergangenheit reicht kaum länger zurück als ein Jahr) ich kam mir damals wie der extremste Surrealist vor (auch heute denke ich sehr extrem zu sein, und unter den hiesigen Surrealisten der Beste - aber mit Artmann, Altmann, auch Weißenborn verbindet mich gegenwärtig kaum etwas; und reiner Surrealist bin ich literarisch wohl auf keinen Fall. Im Leben aber, im Leben.)

In den nächsten Tagen werden meine "publikationen" fertiggeellt. Polakovics, Fritsch, Kein unterstützten mich dabei in ihrer Weise. Aber wo ist die Begeisterung der "Linken" aus den "Keller"-Zeiten geblieben? Ich bin neuierig, ob sie nun begeistert - oder ganz bös sein werden. Dennoch möchte ich versuchen, aus ihnen wieder Revolutionäre zu machen.


André Gide gestorben.

Rum für Herrn Kern gekauft, abends ihm übergeben. Zeitung ist fertig abgezogen.

NW: ungute Atmosphäre:

Trinx, Braun da, Altmann Streit. Ausser Maja und mir wenig Vernünftige. Abends müde. Zeitungheimgetragen.


Vor der Lesung bei Weissenborn. Altmann war dort. Sie zählen mich noch immer zu den ihren. Dann in die Burg gegangen.

19 Uhr erste Autorenlesung zu zweit: Kein u. Vera Ferra. Mist. Schlecht organisiert. Gelächter der Angehörigen unserer Musiker. Abends sehr müde.


Früh: nichts hnter mir.

Die letzten Tage wieder recht kalt in der Früh. Nur im Licht liegt der Vorfrühling schon.

PHG. Postweg.

Bauer tat einen guten Ausspruch Er sagte über die Huber: "Der Huberin wird erst leichter, wenn sie an der Sauglocke läuten kann."


Unangenehmer Tag in der PHG. Friers Rudi die Arbeit bei der Wiener Messe abgesagt.


Freier Nachmittag. Mit Tante herausgefahren.

Die Zeitschrift gesichtet.


Ordnungen,

14 Uhr mit Kein u. Polakovics an der Zeitung gearbeitet.

Sehr heiser und Hexenschuss. Gemütlicher Nachmittag, in einer Woche wird die Zeitschrift fertiggebracht.


Papier-Inskription an der Uni. PHG.

Weigel trug mir Hilfe bei der Bewerbung um die Staatsbürgerschaf an.


Am Dienstag, , gab es wieder Streit bei der NW-Zusammenkunft. Weißenborn führte uns einen weiteren Kauz zu, namens Perfahl, aber die Leute, die in etzter Zeit so dazukommen, bringen absolut keine "Blutauffrischung" zu-stande; im Gegenteil.

Als die Mehrza gegangen war, unter ihnen Elfriede Hauer, die meine "Lose Trilogie" erst auf Altmannsch usw. Einflüsse schieben wollte und dann mit drei Rufzeichen hysterisch unterstützte, bleben wir (Maja Norell, Polakovics, Kein und ich) in der Redaktion zurück. Wir diskutierten erst die Hauerschen, dann die Einsendungen der Norell

und stritten dann ziemlich leidenschaftlich um die Rolle des /wie ich es nenne/ Minderbewussten. Ich setzte mich an die Maschine und schrieb einen Wortsalat, der einige schöne Stellen aufwies. Kein und auch Norell bestritten die künstlerische Wirksamkeit des nur Assoziativen. Ich ärgerte mich, weil ich Norell nach ihrem Jasmin-Gedicht für eine der Unseren gehalten hatte.

Das Naturpapier für die "publikationen" kostete mich S 30.--, Farbe und Leim 4.-- Die Pakete vergass ich dummerweise in der Redaktion.

Eine Woche später überreichte mir Norell eine Arbeit über die Rolle des Minderbewussten und sah nicht mehr ein, warum wir uns streiten mußten.


Mit Pol, Sonntag auch Ke und We, die "publikationen" fertigge-stellt.

Es schneite. Schöne Tage.


begann der Versand der "publikationen".


In den "Neuen Wegen" spär-liche Ueberraschung mit den "publ.", Altmann gar nicht verärgert. Schmied öde, mit Keinheim.

Bekam Karte für die Polakovics-Lampersberger-Lesung.


Vm. Quästur.

17,30-45 LesungPolakovics in RWR.


Von Klinger kam ein Brief. Mama krank.

Briggi hatte angekündigt, sie werde mich besuchen, aber sie kam einfach nicht. Ich wartete nach-mittags und tat sonst nichts. Ausgeruht einmal. In gelesen.


Zu Pol. Fürs heft zusammengestellt. Briggi gearbeitet. Nm. kam Pol zu mir, Briggi kam. NW-heft zusammengestellt. Briggi zeigte sich von den "publikationen" begeistert und bot uns an, Geld dafür zur Verfügung zu stellen /sie arbeitet gut bezahlt beiden Amerikanern als Uebersetzerin/; wir nahmen freilich nicht an.


Tante hat zwei Tage Urlaub vom Büro.

Abends in die Adamsgasse. Zahnbehandlung ist, besser als erwartet, abgeschlossen worden

Das Wetter ist sehr schön, wenn auch noch gänzlich dem Frühling verschlossen.


Gegen Nachmittag kam der Frühling. In den "NW" interessanter. Mein "Früher Nachmittag im April" wurde abgelehnt, da man in der letzten Strophe "die Mädchen so von dreizehn an ..." Strichmädchen auffasste.

Unlängst soll ich im Radio gelesen worden sein.


Früh plus 6°, plus 8°.

Abends die Pol.-Lesung Salon-Abend. Deprimierend fad.

Während dieser Tage läuft Antwortpost auf die "publikationen" ein.


Am kurze Flucht aus dem Büro.

/Ein Lohnspitzel war da/. Ich wollte zu Weisenborn fahren den Vormittag, wurde aber schon bei der Haltestelle zurückgewunken.

Ich arbeitete also den Tag normal.

Tantes Gesundheitszustand macht ernste Sorgen. Blutdruck 250. Dabei ihre grossen Aufregungen im Büro.



Das Wetter war die ganze Zeit so reaktionär. Erst gar nicht hässlich, sondern sogar blau, aber derart unfruchtbar und aller Entwicklung abgesinnt. Dann Novemberwetter und endlich Schnee, nasser Dezember /Ende Anfang /

Nun wurde es wärmer, einige Tage wie Frühling, aber die Luft ist oft wieder so kalt. Die Jahreszeit müsste sich so ändern, das hat die ganze Stadt, die so kalt heuer ist, nötig.

Maja Norell, mit ihr machte ich mehrere Runden ums Konzerthaus gestern, aber sie ist doch - so betrachtet - fremd.

Früh am Aufbruch.

Ob etwas ganz Neues beginnt ob sich etwas weiterentwickelt endlich.

Gestern schrieb mir Weigel, dass es Hertha Kräftner schlecht geht. Ich soll ihr etwas Nettes schreiben. Sie schaut immer hart drein, aber sie hat ein trauriges Gemüt.

Bei anderen Leuten fühlt man sich wieder geborgen.

Ich habe momentan zwei Quellen der Beeindruckung, im Literarischen:

Norell /vielleicht Seltenes von Rilke WeinheberHofmannsthal muss ich endlich lesen!/ und Eisenreich /Jirgal. Fritsch vielleicht/.

Wenn ich das aber so konkret hinschreibe, sehe ich weder sofort, dass ich nur bei mir fortsetzen kann.


Sehr angenehme Stimmung. Erica Jené schrieb mir. Eine wirklich liebe Frau.


Staatsbürgerschafts-Wisch.

Nm. Weigel und der RAVAG geschriebe


Frühling herangekommen. Eine schöne liebe Jahreszeit, meine Jahreszeit.

Am angenehmen Nachmittag für KapfenbergGedichte ausgesucht.

Das erste Mal Fnster offengelassen


Früh ein beschreibendes und ein Assoziationsgedicht. Schöner Frühlingsmorgen.

Zu Pol. gefahren /Artmann ist in Italien/. einlauf und Vor-bereitung für unseren Preisvor-schlag in Lyrik und Prosa.

15 Grad in der Sonne mittags.

Viele Briefe geschrieben.

Abends in den Surr. Publ. gelesen. Ganz angenehmer Abschluss.


Früh schon schön warm.

Artmann kam. Er brachte Italien-Gedichte mit. Ich zeigte ihm letzte Sachen vn mir. Meine Gedichte sind nun ein neuer Schritt.

Abends noch recht kühl, aber schön.

Ich dichtete "Lotte nach Weimar".


abends Auseinandersetzung Pol mit Alt in der Redaktion.

Hauer kam wieder einmal.

Der Nachhauseweg ist immer sehr anregend. J. Ebner erzählte, Weigel sei sehr be-geistert gewesen von den publ.


Frühlingsanfang mit Kälte, -1° früh, 10 Uhr beginnt Schneetreiben.


bewegter Tag im Büro, Sprengung des Hauses vis vis. Staub.

Abends erhielt ich den grundsätzlichen Brief von Eisenreich.

Ich fühle mich Altmann trotz seinen gegenwärtigen Fehlern viel näher als Eisenreich.


regnerischer Karfreitag


Einfall Ostermontag "Ich, aufgelöst im Frühling, selten beschwörend"

AOk.


schwankend zwischen Frühling und Kälte. Letzter Bürotag.

Gegen Abend: Briggi, Spaziergang um die Steinhofer Mauer. Wir verstehen uns schon viel besser als früher.

Sehr anregend gesprochen.

Abends danach: Korea-Gedicht 1.


freier Tag.

Konsum und kleiere Arbeiten.

Korea-Gedicht 2 und 3 gschrieben.

Brief Friedl /wie Eisenreich/ kam.

Ich machte nachmittags Ordnungen, vor allem in den Fragmenten.


Abends Bücherordnung.


frülinghafte Ostern, kein Vergleich mit , vorigen Jahres.

Zu Polakovics. Er ist mit MN soviel wie verlobt.

Nachmittag Bücher verpackt. Vergeblich zu dichten versucht. Blödes Radio.


In der WaM nimmt Weigel Stellunggegen die Hundsgruppe. Früh Null Grad. Keine Zusammenkunft abends.


Um die Staatsbürgerschaf eingereicht. Erste Post wieder: Jirgal, Kräftner.


Immer noch so trübes kaltes Wetter, noch kein Frühling dieses Jahr. Wie schön war es schon im vorigen ebruar.


Polakovics. Artmann kam von Italien zurück. Weissenborn ist wahnsinnig.

Zusammenarbeit Pol-Ok-Art.

Gemütlicher Sonntag.


Neue Kost: Warmes Mittagessen im Büro.

Schöneres Wetter, das nun den Frühling mit sich bringen wird


Früh wieder kühl.


In unruhigem Wetter Auto-fahrt zu Bernhard Altmann.


Immer wieder kalt.

Nachmitttag, solange Sonne, etwas wärmer.


Forsythien blhen schon.

Schön, aber noch nicht richtig durchgewärmt. Nm.: 17 Grad in der Sonne. Wieder einmal, so selten, ein frühlinghafter Tag. Dann ing allerdings böser Wind.


Erst NW, dann Schlichtung des Streites Alt-Pol-Ok-Eis in Gegenwart Weigels /Café/, mit Weigel und Eisenreich Gasthaus /Gulasch/, Ilse Perl kam dann, höchst anregender Abend. Bis 24 Uhr.

Die schätzen mich

Ich bekam zu lesen Eisenreichs "Felix Aique" "Exercises ”, deren Mittelstrophen zum Erregendsten gehören.



Regenwetter. Wieder kalt.

Zu Pol. Dort Kein, Artmann /der von Altmann nichts mehr wissen will!/, dann M. Norell.

Abstimmung. Schmied und Trenks werden in Hinkunft nicht mehr jeden Dienstag erscheinen.

Neues Lektorat begann seine Tätigkeit.

Recht angenehm.

Tief verregnet und unfreundlich kalt.

Meine neuen Gedichte sind wahrscheinlich ein Uebergang. Unter der öden Jahreszeit, wo mein Frühling sein sollte, leide ich sehr.

Kein Mädchen jetzt überhaupt.


Kalt, trüb.

Früh dann noch etwas Zeit.

PHG. Verkühlt. Ueber die indische Rechenkünstlerin in der WaM gelesen.


Büro, krank.

In der Rotweissrot-Zeitschriftenschau wurden die publ. genannt, das Gedicht von V. Ferra daraus gelesen.

NW. Der Arbeitskreis wird nun besser funktionieren. Sieben wurden gewählt.

M. Norell "Famagusta"

Langer Eisenreich-Spaziergang nachher, Wirtshaus Joachimsthalerplatz; dann vor Steinhof. Immer noch keine Einigkeit zwischen uns. Ueber Eros viel gesprochen.


Mehr krank.

Nach dem Büro: Sehr gemütlich abends. Mädchen gewünscht.

Wieder viel klarer gesehen. Solidarität mit .


früh nur plus zwei Grad.

Etwas besser gefühlt, gehustet.

McArthur abgesetzt.

Das leichte Wurzelziehen aus Quaraten ganzer Zahlen theoretisch gelöst.


Noch kein Frühling.

Abend immer die Gedanken.

Eisenreich Wie weit


Früh nur plus zwei Grad.

Noch keine schönen Frühlingstage.

Büro.


Tags etwas wärmer, aber nicht sehr, und abends wieder hässlicheres Wetter.

Nach dem Büro: Tante kam mit.

Ein Brief von der Diem kam, als einziger in der Woche. Auf Grund meiner unerfüllten Stimmung gelang kein Gedicht. Ich machte nur kleine Ordnungen und spannte aus.


Eintrübung. Kalt.

Zu Pol. gefahren. M. Norell ist aus dem Arbeitskreis eliminiert. Deshalb auch trat Pol. von der Stimme zurück. Die beiden haben mir so viel gegeben.

lektorat ausgeübt. Gutes Gedicht von Fritsch, Schmock von der Hauer.

Furche-Kritik "Wir trieben Schmock".

Meine gegenwärtige Art zu schreiben /Lotte .../ sei mein Eisenreich-Komplex, aber nicht Ok.

Ich bekam 30.-- für den Essay "Fall ins Wort" /Sonderfall/. Zog die Infinita Vera und das "Sommerlied" aus den NW zurück.

Geschrieben habe ich dieses Wochenende nichts. Abends Wein. Gedichte aus vorigem Frühjahr.


Wie jedes Wochenende verregnet ist, so ist jeder Wochenanfang schön. Freilich noch kalt. lus 1 Grad. WaM: Lob auf die jungen Komponisten und Lob aus Stockholm auf die NW.

Dr. Lindner kam wieder nach Wien.

Nicht mehr krank, aber müde.

Brief von Hilde Schinko kam!


Amtsweg. Steger in Salzburg. Letzter Tag ohne Huber. /Sie war 2 1/2 Wochen auf Urlaub. Alles fühlte sich wohler./

Freundliches Wetter nachmittags, sogar warm.

Alles blüht schon; wenn es nur schöne Tage gäbe.

NW. Kurzer Streit mit Polakovics über ein Fritsch-Gedicht. Ebner, Altmann. Fade Besprechung.

Strobach, Fritsch kamen. Interessanter. MN nicht mehr freilich. Langes Gespräch über die publ. nachher, mit Altmann. Viel besseres Verhältnis nun.

Wieder Eingänge für die publ.


Ich habe nur mehr 5 publ. nr. l zu vergeben.

Huber kam in die PHG.


Büro.


Steger fährt nächste Woche nach London.

Tante bekommt Urlaub vom an 3 Wochen. Uebernächste Woche mehrere freie Tage.

19,00 Lesung Altmann u. Ebner. Gut organisiert, 40 Anwesende, wenig Bleibendes, Diskussion gefährlich /Ein Kommunist über die Volkstümlichkeit der Kunst./ Deprimiert, mit M Norell und Polnoch gegangen.

Spät heim.


Frühlingshaft. Alles blüht schon, weiss und rosa in Grün.

Photograph erstmals nach 7 Jahren.

Gute Sonne. Ausgeruht, angenehm.


Strahlend blau, aber kalter Wind. Vier Grad nur. Von Pol wurde ich über Rückfragen wegen meiner Staatsbürgerschaft informiert.

Auf mein hartnäckiges Drängen wurde der alte Ordner-Inhalt für die neue Beurteilung durch den Arbeitskreis hergerichtet. Neue Stimmzettel, viel wird ausfallen, ich gab meine Stimme schon ab.

Ueber die jetzige Unfruchtbarkeit vieler gesproche Maja Norell ist sehr wertvoll.

Nachm. nachgeschriben wider. Viel gesprochen. Ueber die in meiner Sicht. Ein Licht ging mir auf, wie ich Artikel darüber zu schreiben hätte. Einiges notiert. Angenehmer Abend.


Montagzeitung: Eisenreich wurde von Weigel erwähnt; neue Jugenddiskussion übers Schminken.

Konum. PHG: Viel Arbeit.

Umschwung, vielleicht auch jahreszeitlich bedingt: es geht wieder weiter.

Abends "Vom Wesen und Unwesen" geschrieben.

Eine Lesung im "College" über Gottfried Benn, einen deutschen Dichter, von Hansen-Loeve sehr gelobt, entfiel.


Ich werde vorläufig nicht fest angestellt, bekomme aber nunmehr ein Gehalt von 700.--. Viel Arbeit im Büro, in der Mittagspause Artikel rein-geschrieben. Warmer Tag.

NW. Artikel wahrscheinlich angenommen noch fürs heft. Nur wenige da: Al, Wie, Pol, Ke ,Eb, Wei.

Pol und Ke pflanzten mich wegen lezten Dienstags mit Altmann. Sie kennen noch nicht meine Stellung-nahme.


Früh diesmal schon sieben Grad. Bald auf zehn gestiegen. Sonne.

Konsum, PHG.

20 Uhr Altmann-Hauer-Weissenborn-Lesung im "Kreis". Ueber zwanzig Anwesende. Paula Mindl grosse Tragödin; unerträglich.

Lesart, Neutralität der Stimmen, des Publikums und leider des Gebotenen.

worte, worte ...

Lebhaft gestritten. Ich sprach vom Verrat am Srrealismus. Altmannleute verhielten sich leider sehr undiszipliniert und unterlegen.

Mit Mindl und den andern noch ins Gasthaus Fröhlich viel gesprochen; mit Weigel auch zusammengekommen. Er hat meine achen in EisenreichsAlmanach noch-mals gelesen, wie er sagt, und findet sie "hervor-ragend". Mit Mindl-Wiesflecker noch durch die Stadt bis zum Lerchenfeldergürtel, sehr lebhaft. Wir ver-abschiedeten uns, ich ging allein nach Steinhof, um viertel zwei. Herrliche Baumblüte, erste Frühling-tage jetzt. Warme Nacht ..


Das Wetter in der Frühe schon. Sonne, ich wünsche mir einen Ausflug. Ich habe mich sehr von dem "Surrealismus" unseres Arbeitskreises distanziert, eine ganz neue Zeit hat angefangen. Ich möchte mehr unternehmen als zuvor.

Die Zeit ist uns für das Neue erst reifgeworden. Vor Monaten wäre alles das unmöglich gewesen. Aber der Zerfall des "Kellers", die Alt.Art.-Dissonanz, der Esenreich-Einbruch, der Ausverkauf an Lesungen haben das sehr ermöglicht.

Gestern abends waren meine Photos eingelangt.

Pol. teilt mir nachmittags telephonisch mit, dass meinArtikel schon in Druck ist. Auch die Epigramme aber kommen in die nummer. "Vom Wesen und Unwesen" sei eine meiner besten Arbeiten; er sei, was deren Stellungnahme anlangt, nicht aus dem Staunen herausgekommen.

Im Büro wurden die 700.- schon ausgezahlt.

Es wurde ein sehr anregender Abend. Gedicht-Idee nachmittags.

Ueber Mindl, die Lesung, die Neuerung - und das in meinen Arbeiten nie wirklich ausgedrückte Anliegen viel acedacht. Ein Frühlingsabend war.


Sehr angenehmer Tag, abends auch gute Stimmung zu Haus. Bald kommen die Pobisch-Möbel.


Im Büro schlechte Nachrichten von Tante. Paul hat sich fast bewusstlos getrunken.

Schinko-Brief. Ordnungen. Nachmittags 28 Grad n der Sonne. Begann den Antwortbrief an Hilde zu schreiben. Nichts gedichtet. Sehr blätterig schon.


Früh Hilde Schinko weitergeschrieben.

Sehr blätterige Jahreszeit. Abgekühlt.

Vormittags teils Schönwetter.

Zu Polakovics. Dort heft-Arbeiten, zum Rücksenden aussortiert.

"publ. nr. 2" besprochen.

Daheim: Tante und Paul kamen, vil Ordnungen. Das grosse Bild fortgegeben.

In alten Aufzeichnungen gelesen.

Fertiggeschrieben der Hilde.

Rum bis zum Liderreflex und zur Lockerung der Strukturen getrunken.


/Am PHG. Nur Hilde-Brief abgesandt./


In alten Aufzeichnungen, auch außerhalb des Tagebuchs, gelesen. Mich verblüffte mein Stil von , , der jirgal-los und altmann-los dennoch meine heutigen Merkmale trägt, selbst eliot-los (so habe ich mehr eigene Substanz als ich denke). Selbst dieses: das Doppeltpunktsetzen ist kein von jetzt Rilke-Ergebnis, sondern im Loidlbrief-Konzept nachzuweisen.

Es lohnt, wenn man auch kein Hundertstel des Reizes einfängt, dennoch, auf Papier soviel man kann inüberzuretten.


Frei.

Zu Artmann zeitig. Traditioneller Maispaziergang. Auch "Carlo" wieder getroffen.

Weissenborn besuchte nach zweifelhaften "surrealen Akten" Hurenhaus, Altmann sei im letzten Moment entwischt. Das sind Kinder.

Viel über die Sachen von vor einem Jahr ge-sprochen: Greguerias, Surrealismus, über Hilde Schinko und die Gefahr des Direkt-Satirischen. Heimgegangen. /r begleitete mich./ Daheim Zimmerordnung.

Das schöne Wetter ging weg, ich versuchte ein Gedicht und brachte nichts zuwege.

Es wurde öder. /Heute fällt keine Zusammen-kunft NW./


Halbfreier Tag im Büro. Alle Vgesetzten fehlten. Kohle kam ins Büro, sodass ich länger als bis elf bleiben musste.

Möbelgedanken, keine rechte Feiertagstimmung.

Zeitig heim. viel nachgeschrieben.


Frei. Ich trug die Pobischsessel in unsere Wohnung und die Uhr. Paul, Friers und Tante kamen. Es ist nichts einstweilen mit dem Verkauf. /Des Bildes und der Kredenz./ Oede. Trübes Wette Die lüte und die Ueppigkeit der Bäume wirken gar nicht aufs Gefühl. Längere Reinschrift, sonst natürlich nichts geschrieben. Sehr grosse Oedheit, krank gefühlt.


Früh Wrack.

Konsum, PHG.

Ziemlich missmutig über die "neuen" Möbel; und die Krankheit.


Noch recht krank gefühlt. Morgen gehe ich nicht zu Polakovics.

Früh Gedicht-Ideen, wie oft, in Strassenbahn und Stadtbahn.

PHG.

Zahlungsaufforderung für Staatsbürgerschaftkam. Zu Hause geplaudert ganz freundlich, ausgeruht, Sessel zum Teil demoliert.

Der Abend wurde sehr gemütlich. Wein.


Trübes Wetter.

Möbel-Grossordnung.

Bei mir brach eine Urethritis aus.

Wahlergebnis: Zunächst Gleissner.


Transport der Möbel von Pobisch.

Früh wieder Schönwetter. Angenehmer Tagesbeginn. Konsum. Auch die Zeitung ist ganz nett.

Im Büro Krankheit auf dem Höhepunkt?

Ein Haneckerpaket war eingelangt.


Büro. Stark krank.

Ein Telegramm von Weigel /Statsbürgerschaftsakt/ und ein Brief der Dr. Hofmanndaheim.

In den "Neuen Wegen" wurde mein Artikel vor-geesen. Stimmung gegen die "Surrealisten". Almann-Ausflug wurde von Wiesflecker bestätigt. Wohin sind die jetzt überhaupt gelangt? Bombastische Ankündigung einer Lesung in Mödling. Ich bin gründlich kuriert.


im Büro ziemlich müde gefühlt.


umsonst auf dem Gebührenamt. Rennerei /MBA 13/, bei ödem Regenwetter. Viele Arbeit im Büro. Rippenschmerzen.


Amtwege. Ich habe nur zweimal 100.-- für die Staatsbürgerschaft /bei positiver Erledigung/ zu zahlen. Im Büro anstrngender Dienst. Morgen ist frei. Schon für die "publ. 2" geplant.

/:/

Oede gefühlt, Schmerzen, Schüttelfrost und Fieber. Wegen Dr. Lindner konnte ich nicht zeitiger fort. Im nassen Wetter heimgewankt. Furchtbare Stadtbahnfahrt. Sofort zu Bett gegangen, mit 38.2. TP. Zitronensäure-Tee at mir gut.


Möbel wurden fortgeschafft. heft der "Neuen Wege" war gestern gekommen. Ich las viel darin, erbrachte den Tag im Bett. Sodawasser. Tante kam. Weiterhin Ueberschwemmunge und ödestes Wetter.


Die Frühlingsfeste und der Frühling selber verpatzt ...

Aufgestanden. Ein bisschen Sonne.

Ordnungen im Zimmer gemacht.

Rippenschmerzen. Nur gegen 17 Uhr einmal Fieber. Behandlung. Besser gefühlt. Eine Gabe ist das Sodawasser.


Wieder Eintrübung. Grössere Ordnungen. Gearbeitet. Den Tag über auf. Nur gegen achmittags später wieder Fieberrückfall.


Wieder Büro. Recht krank gefühlt.

Halb sechs Redaktion "Neue Wege".

Polakovics' Aerger mit Altmann.

Sezession Pol-Ke-Fr-Wiesflecker? Neue Zeitungsgründung des "Kreises".


Nachmittags kamen wieder die Schmerzen der Urethritis.

Ein schöner Abend. Hildis Brief langte ein. Ass gebackene Leber. Linder Abend nach qualvolle Tag.


Wieder Schmerzen, Büro. Etwas besserer Tag, Angenehmer Abend. Leber.


Schmerzen, doch schon besser.

Büro.


Büro. Mit Tanteheim. Sie fährt morgen in den Urlaub.

Arge Schmerzen, musste zu Bett gehen.

Behandlung.

Schönerer Abend.


Polakovics lobte sehr mein letztes Gedicht. Er tellte einen Uebergang zum Gerundeten fest und Rückkehr zu meinem Ausgang.

Aus den NW alles bis auf drei Sachen zurückgezogen.

Im -Heft nichts von mir. Redaktionelle Anordnung, aus Gründen des Anscheins.


Unnötig /Frl. H. im Büro zu Bauer/: Passens auf auf das Geld, hörns.


Früh chönwetter. Warm. Auch gestern.

Bei Pol Gespräch um Altmann. Mein neues Geicht gefiel.

Einiges wird jetzt auseinandergehen.

Pol wird übersiedeln, die Zusammenkünfte NW entfallen zunächst.

Gegen Nachmittag wieder Eintrübung.

Sogar regnerisch.

Ordnungen gemacht.

publ. nr. 2 zusammengestellt.

Ich habe jetzt immer Gedanken nach dem Mädchen.


Ich werde wieder einsam?

/Wie vor /.

PHG. Tante ist auf Urlaub. Zehner im Toto. Grosses LobWeigels in der Welt am Montag. Ich sagte der Dr. Hofmann ab.

"Stimmen der Gegenwart" in die Hand bekommen.


Keine NW-Zusammenkunft. Schon ganz gesund. Abends noch zum Fenster geschaut.


Wurde nachmittags vom Büro zur Pressekonferenz anlässlich der "Stimmen der Gegenwart" beur-laubt. /Weigel, Eisenreich, die Arbeiterdichter uw. kamen./ Es war sehr nett. Ich bekam Prosaauftrag von Weigel. Felmayers Appell an mich, so zu schreiben, wie man "hier" schreiben kann.


FRONLEICHNAM; frei.

Keine Zusammenkünfte sind abgemacht.

Der Auhofspaziergang nach langer Zeit wieder. Dort gesonnt. Angenehmer ag.

Erster schöner Tag dieses Frühlings /und ich nicht mehr krank/. Brief Hofmann geschrieben, der Hildi geschrieben, und publ. nr. 2-Vorrede /Glosse/ verfasst.

Wein. Die publ. nr 2 sind bald fertig.


Verregnet. Konsum. Büro.

Ich erhielt eine Einladung vom Kosmostheater.


Vom Büro ziemlich müde heim.

"publikationen" gehen in Ordnung.

Wein geholt. Der Tante geschrieben.

Viel gelesen.


Zweiter Wahlsonntag in Oesterreich.

Wir fuhren auf den Grinzinger Friedhof.

Stahlend blau; wirkende Sonne. Angenehmer Tag. /Nördlicher Westen von Wien hat einen anderen Reiz als unsere Landschaft. Schärfer - dieser Reiz würde für mich kürzer anhalten; ich besuche ihn nur./

Nachmittag, bei schönem Wetter, kam Polakovics zu mir. gesichtet, die Aufregung von Wahlen und Fussballänderspiel /gegen Schottland; 4:0/ gesucht. Mit Pol. in meinen früheren Gedichten gelesen.


Konsum. Körner ist Präsident.

Dem amerik. Kosmos-Theat schrieb ich ab und verständigte Weigel davon.

Trüberes Wetter. Aber schon frühlinghaft, immer ganz warm.

Die Lesung von Eisenreich, Mayröcker, Ebner im Kosmos-Theatre um 20,00 besuchte ich gleichfalls nicht. Es wurde ein wesentlich angenehmerer Abend daheim. Wein.

Ein verrückter Brief der Diem war gekommen, schlafwandlerisch ungefasst.


Ich wollte der Diem antworten. Erst nach der vielen Arbeit im Büro, in der Mittagspause, brachte ich es zuwege.

Nach Hietzing vom Büro aus gefahren.

J. Ebner getroffen, geplaudert im Park.

Bei Fritsch Zusammenkunft statt NW. 18,30. Fritsch hat eine nette Frau. Gut unterhalten, viel gelesen. ArEbFrKeOkPol. Spät heim. Herrliche Mainacht. Akazien.


Ich wollte Helene Diem auf hren Brief antworten.

Das erste Mal geriet ein rücksichtsloser Kritikbrief an ihrem menschlichen Gehalt,

das zweite Mal schrieb ich nichts als einen Wortsalat, um wenigstens auf der Insel des Surrealen ein Einverständnis zu bewirken,

dann wollte ich in einem Nachsatz von da zur Kritik lenken,

dann vernichtete ich alles und gab meinen Plan, zu schreiben, einstweilen wenigstens, auf.


Verregnet. Büro. Viel Arbeit.

Einladung für morgen kam.

Angenehmer Abend.

Gestern hörte ich, dass auch wieder der Igel-Schlager von Künneke gesungen wird. Sie wäre die eeignete für ein Literatenbrettl. Ihre Vortragsweise ist ausgesprochen dem neuen Lyrikstil verwandt.


/tags vorher eingeladen/ Celanlesung 19,00 Uhr Wollzeile 2Buchhandlung Heger.

Leopold Rosenmayr kennengelernt. Er kritisierte meine Oberflächlichkeit /in "Prosa hinter dem Wahnsinn", der Vorrde zu den "publikationen", auch deren Einband sei zu aufgehbscht/, andere Sachen wie Claif gefielen vorbildlich "wegen ihrer Haltung". Auch mein Elegisches Protokoll besser, wenn auch dies keine Form ist. Die könnte man von Celan lernen.

Rosenmayr hat studiert, will sich demnächst für Soziologie der Kunst habilitieren /Uni-versität hier/, lebte ein paar Wochen als Arbeiter, um dieses Leben kennenzulernen, übersetzte aus dem Griechischen und Syrischen, anonyme gotische Lithurgik usw.

Wir hätten alle noch nicht zur Form gefunden, seien aber - bis auf die genannten Ausnahmen hocherfreulich aufrichtig.

Lesung ausgezeichnet, ich lobte Kl. Demus dafür. Wieder ein sehr selbstkritikreicher Tag.

Abends wieder die blühenden Bäume /Johannesgasse Stadtpark/, wie Dienstag nach Gerhard Fritsch. Sehr zurückhaltend in letzter Zeit mit Selbst-überschätzung.


wieder ein regnerischer kühler Tag - -

Angenehmer Abend. Morgen wieder frei.


Tante die zweite Woche fort.

Gemütlicher Nachmittag; eine Prosa zu schreiben versucht /die Fahrt zu dem toten Mädchen/.


Früh wieder schön. Zu Polakovics.

Bekam die Matrizen. Wenig gearbeitet, viel geredet. Ueber die Sackgasse.

Regen zog auf.

Heimgefahren. Nur Eintragungen und Reinschriften. Ausgeruht. Gegen abends wieder schöneres Wetter. Hinausgesehen. Ein Gedicht geschrieben /"Im Sommer"/.


Viel Arbeit, durcheinander.

Wieder Eintrübung, abends.


Trüber Morgen. Im Büro eine Probematrize geschrieben. NW: Herrn Kern verständigt. Keine Sitzung, Pol fehlte. Eb, Eis, dann Al, Wei. Mit Wiesfleckerheim, politisiert literarisch. Müde heim, zeitig.


Regenwetter. Matrizen 1-3 geschrieben.


Regenwetter. Matrizen 4-7. LesungHertha Kräftner in RWR.


Schönwetter; Luft wie sommers im Bad. Der Regen der Erde verdunstet.

Frl. H. liest mit Stolz ein über Kaiserin Elisabeth.

Matrizen 8-13. Mama ist krank.


Keine Post noch von Hildi!

Tante kam aus dem Urlaub zurück.

Streifen geschrieben. Stadtrat Mandl, obwohl zuhause, versäumt.

Gemütlich, Wein, Schnitzel.


Nicht zu Pol. Stadtrat Mandl erwartet. Streifen geschrieben. Früh Idee zum "Lieben Augustin". Zum Fenster geschaut, gesonnt. Heute vormittags sehr warme Sonne, und Schönwetter. Aber wieder Zeichen der Eintrübung. Mandl kam nicht.

Onkel Paul Wassersucht /es stellte sich als Lymphdrüsenentzündung danach heraus/. Ich ver-suchte eine Uebersetzung von Prufrock. Ganz heisser Nachmittag.


Herrlich schöner Morgen. Mandl war da. Keine Hildipost.



grauer Morgen, sonniger Tag aber wieder. Das Heft der NW // morgens gelesen. Benn, Fritsch, Dienel, sonst wenig Gutes drin. Stimmzettel werden ausgefüllt werden.

Notiz: Mi heiratet Polakovics Maja Norell.


Titel: Lieder von der relativen Zufriedenheit.


Herr Kern noch krank. Ein Gedicht: "Gegen späterzu."


Schon warmer Tag. /Freitag./

Im Büro einen weiteren Ausschnitt aus der "Fahrt zu dem toten Mädchen" geschrieben. Meine Phantasie ist durch die Uebung in gestörtem Arbeiten das letzte Jahr sehr wendig geworden.


Samstag, den

Briggi getroffen wiederum. Sie war eine Woche krank, der Nachtdienst, und den Ausschlag gab Tennessee Williams, A Street-car named Desire. Sie hat in letzter Zeit Eliot gelesen und war in Paris mit Artclubleuten Sie hat eine nzahl moderner Karten mitgebracht und wird sie mir demnächst zeigen.

In der PHG fast überhaupt nichts zu tun.

Sommer kam, ich gehe ohne den Wettermantel.

Heimgekommen allein /auf der Rückfahrt hatte ich auch "Edith" getroffen/, wie gesagt, sehr sommerlich, gleich kurze Sachen angezogen.

Wollte Briggi gleh aufsuchen, sie war jedoch im Klosterneuburger Bad. Einen leicht absinkenden Nachmittag. Trotz wenig Zusammenhang spazieren gegangen, um die Steinhofer Mauer, allein.

Man kann braun werden.

Mich viel gesammelt, wieder eine Idee zu den relativen Liedern abends die ausführen wollen, es blieb beim Genuss des Sommerabends.

Ich bin /wenigstens in meiner günstigeren Zeit/ passiv und habe viel davon.


Sonnentag, heiss.

1/2 11 Theater der Courage Lesung WeAlAr, "Prosa hinter dem Wahnsinn" /von den "Keller"-Leuten zusammengestellt/. Nicht hingegangen. Ich erfuhr dann, dass die Veranstaltung abgesagt worden war.

Zu Pol. Meine letzten Gedichte sind ungesund. Auch meine verrücktesten surr. Gedichte waren dagegen nie krank.

Ich muss zurück oder weiter finden. Pol hat den Prozess sehr abgekürzt.

Heisser sommerlicher Tag. Material für die "publ." zum Teil bekommen, Ordner 2. Hälfte für die Wölfe.

Nm. Ordnungen, unterhalten. Geschrieben nichts. Abends gab es noch Wein. Sehr heisser schöner Abend, lange zum Fenster geschaut; sehr begehr-liche Gedanken. Spät niedergelegt.


Wenig interessante "Welt am Montag" -

Konsum, sehr schöne Frühe. PHG wieder viel Arbeit Von heute Nm. an bei Herrn Cäsar. Wir haben schon zweimal einen kleinen Zehner im Toto gewonnen. Keine Post. Sehr heisser Tag.


Was ist das Gegenteil eines unmöglichen Knochens?

Ein möglicher Knochen.


Erst Rege, tags wieder schön.

19 Uhr wieder "Kreis".

Abends gelobt worden // in der Zeit-schriftenschauRWR: Mayröcker, Okopenko, JirgalLyrik und Prosa ungewöhnlich hohes Niveau der Neuen Wege, dieser schönen Zeit-schrift.


Alfred Gong mit Unterstützung von

fordert ein Schreibverbot für Altmann u. Artmann und eine Rüge für G. Fritsch. (An den Stadtschulrat).

Vera Ferra u. K. A. Maly erklären, sie wissen nicht, wie ihre Gedichte in die "Neuen Wege" kommen.

Nur Chr. Busta rät, man möge die Leute schreiben lassen, wie sie wollen.


Abends kam Artmann zu mir, brachte mir d letzte und ein paar andere gute Kurzstücke, las aus einem Band Auden vor, der mich kälter ließ (als Eliot).

Er brachte mir die Nachricht vom Schriftstellerverband. Sehr aufschlußreich.

Wir fuhren in die Freilichtaufführung im Tivoli, vom Kreis.

Angenehmer Abend, "Romeo u. Jeanette" hinterließen in mir einen tiefen Eindruck. Den Zehner versäumt, Artmann heim (er ging bis Steinhof mit; wir sprachen und kamen verschiedenem Wesentlichen wieder näher.


Ich fand mich wieder sehr nahe dem "Breitensee Dreiviertel Glocken Schlag" und dem "Es müßte nicht so ein Nebel sein ..."

Vertrauter als die unfruchtbare Reflexion.


Friseur. PHG.

Was Hildi mit den aus "publ. nr. 1" anfangen könnte.

Heisses Wetter; es blieb schön.

Tante fuhr mit Dir. Steger nach Rabestein um Eier.

Kapfenberger Einsendung kam zurück.

Kleine Ordnungen. publ.-Einband für 40 Stück zusammengeklebt.

Herrlicher Abend. An dem lange Eindrücke aufgenommen.


Vor bedeutungsvollen Reaktionen sitze eine kleine Weile auf dem Klosett und lies abrute Zeitungstexte, nach Tunlichkeit, um dich an den einzelnen Worten länger zu sammeln, umgekehrt ge-haltenen Blattes.


Nach dem gestrigen Tag /Adamsgasse, Mädchen, schönes Wetter den ganzen Tag/ frisch aufgestanden. In der Mittagspause die "publikationen" von Herrn Kern abgeholt. Abschied von ihm. Es regnete sehr.


Streik der Fleischer, seit 6 Uhr früh auch der Mühlenarbeiter. In der PHG sehr wenig zu tun. Persienkrise.

Nach dem Büro mit Strassenbahn 71 Zentralfriedhof, dann 72 Schwechat spazieren gefahren /seltsamer Einfall für diesen Tag/.

19 Uhr im "Kreis" letzter Abend.

Kreis- und NW-Ferien.

Kein, Fritsch, Ok, Wiesflecker kamen. Erst treffen wir uns wieder. Sechs "publ." ausgegeben. Schönwetter. Wir werden uns im Sommer, glaube ich, sammeln.


Vom an wieder viel Arbeit. Immer schönes Sommerwetter. Erster Versandtag der "publ. nr. 2".


Früh Mantel in der Burggasse gekauft /520.-/

Abends noch Besuch bei Artmann. Gute Sachen hat er geschrieben. Laufer bei Altmann, vielleicht schon bei Ebner. Angenehm geplaudert. Im Regen heim, später.


Heute gleich in der Früh die "publ."-Post erledigt. /Rd. NW-Paket auf Mo verschoben./ PHG sehr viel Arbeit. Hitchman da. Grosse Preiserhöhungen in Anzug.

Viele Arbeit auch nachmittags. Zu Altmann, nur abgegeben Belegeemplar.


Die L. K.-Zeit jährt sich zum fünften

PHG Gehalt 700.- bekommen. Heisser Tag.

Daheim Ordnungen. Angenehmer Rausch, Wein, gutes Abendessen /Leber/. Kühle Nacht.

Komplexe Zeit.


Spät auf. Angenehme Frühsendung in RWR jetzt immer. . Spaziergang /M./ Steinhofer Mauer. Kühleres Wetter, auch nicht immer Sonne. Eine weitere /die letzte/ Partie "publ."-Umschäge geklebt.

Typhus-Epidemie /Ybbs und unser Infektionsspital/.

"Aus dem Sommer", eine improvisierte Prosa, geschrieben.

/Die Bilder sind auch von Schwechat genommen./


US-Sender am Steinhof.

PHG - viel Arbeit. Sommerlich. Was hat man viel davon.

Soviele Stufen, der ganze Frühling, übersprungen. Jetzt kommt wieder der Herbst bald.

Man müsste Zeit haben. Weigel Lesung; nicht hingegange


Hitchman aus Zürich im Büro: viel Arbeit.


Wie gestern. Furchtbar schwüler Tag. Fruhma - den abstrakten Maler mit den Dackeln /nunmehr einem/ - besucht. Riemerschmied Lesung in der Sezession: "Schwarzer Humor".

Nachher Briggi getroffen. Angenehme Eindrüce für lang.


Büro. Weiterer Versand der "publ. nr. 2".


abgesperrte Strasse vor Wiesen. Umleitung. Ueber Szenenbilder, über mein dramatisches Versagen nachgedacht.


PHG. /In der Stadtbahn Idee für ein Gedicht./

Tante kam mit heraus. 7 Photographien gemacht. Spaziergang. Heiss. Schutzhaus. Gemütlicher Bierrausch. Nachts noch gedichtet; viele überflüssige, schöne Strophen lang /die alle dann hinaus-kamen fast; es wurde das "Mittlere Lied"/.


Notiert:
91der hohe Tod
97der freundliche grüne

Assoziationen schon langher, .


Eine der Definitionen von "schwarzem Humor" /so definiert geht er über Spezialistisches weit hinaus/: Auf das Falsche plädieren, um das Wahre zu sagen.

Mittwoch erwähnt von Dr. Riemerschmied, Sezession.


Heute vormittag bei Brigitte Kahr. Ich kann nicht sagen, wie sehr ich ngenehm überrascht bin von ihrer Natürlichkeit. Wie einfach sie ist /ich hörte sehr anders reden. Daheim, wo sie mich gleich freundlich einlud zu sitzen, war sie ungeschminkt, ich werde sie mir nie mehr anders vorstellen.

Geredet, freundlich; wo diskutiert wurde, geschah es nicht persönlich sondern weil wir leider repräsentieren. - Ich habe, nach einem unklaren Nachmittag, eigene Ver-bindungen zwischen dem, was ich schreibe, und der Smetana-musik im Radio, auf die ich mich den Tag gefreut habe.


Heisser Sommertag, Sonne scheinte.

Diesen Kilian-Tag feierte ich nicht.

Das Gedicht in Ordnung gebracht. Nachgedacht und ausgeruht, wie ich konnte. /Was ist mit Hildi?/


Susi sei in Amerika drüben.

PHG. Cäsar fährt auf Urlaub.

Viele Katastrophen vergangene Woche.

Friedensberatung in Korea.

Uraubsgeld 350.-

Ich wurde von Weigel ins Café Raimund eingeladen. /Dor war ich zum ersten Mal./ Mr. Roditi, ein "heimatloser Linker", amerikanischer Sozialist, suchte die junge österrechische Literatur kennenzulernen. Mit ihm sprach ich nichts, aber es war dennoch interessant, weil ich wieder einmal Kräftner, auch die Ebner, sah und Moldovan, Absolon kennenlernte.

Auch Mauthe kam. Kräftner hat ein interessantes Gedicht geschrieben. Von Ebner bekam ich das der "Neuen Wege" das bereits die Lektorrunde gemacht hatte, zurück. /Mein Gedicht "Ach ich grüsse den Sack" kam zu Fall; die restlichen drei bleiben drin./ /Hilde SchinkosBeiträge bekamen immerhin diesmal positive Stimmen./


PHG. Viel Arbeit wieder.

Artmann kam abends. Er fährt nach Deutschland und Holland.

Holte lyrisches Material von mir, das er dort auch zeigen wird.

Er beschäftigt sich jetzt mit .

Ich spazierte noch ein Stück mit ihm. Ueber eine gewisse Vorliebe für Plexiglas und Lieder, die Evelyn Künneke singt, gesprochen.

Ich hätte den Plan für eine Prosa.


Hundstage jetzt.

Neuer Lohn-Preis-Pakt erwartet.

Bauer fährt heute abends 3 Wochen auf Urlaub, zum Teil nach Korsika. Erster Postweg sogleich.

Ich soll in die Welser hinüberkommen?

Post von Jirgal, Kahr, Frau Fuchs.


Eine schwüle Nacht war. Hundstage jetzt.

PHG: Postweg. Grosser Krach um die Huber. Wahnsinnige Arbeit im Büro.

Abends: Brief von Schmied /GedichteArmandola/.

Ene interessante Entdeckung.


Konsum, PHG.

Heisse Tage, schwül in der Nacht.

Eine Prosa wieder vertan; ich lege über die vertanen eine Mappe an.


Ich habe den Geruch von Nylon ebenso gern wie seine Oberfläche.

In der PHG wieder Arbeit, Machwitz wird sich vielleicht selbstädig machen. Mit Tante nach Steinhofheim gefahren. Das Postamt 109, das nie über die Provinz hinaus befrdert, mit Post für Israel in Verlegenheit gebracht.

Müde, ausgeruht, Montag wird der neue Preispakt in Geltung kommen. Wir bekamen 70.- Zulage.

Die Photographien von letztem Samstag gerieten gut.

Post: Ein Brief, überraschend freundlich, von Sokol. Ich beantwortete ihn sogleich.

Wein. Ich machte Ordnungen und versuchte mich an dem Gedicht.

Ich ging abends nicht viel zum Fenster.

Man kann, wenn man an den Grenzen ist, nicht weiter hinaus. Ich rannte hin und zurück, ohne es auszuhalten, und legte mich nach zwei Gedichten nieder.


Ich machte mich in aller Frühe /relativ/ in die Collinstrasse auf; unterwegs die trockenen sommerlichen Gärten, und doch auch wieder soviel Grün. Mir ist "Frühling", "Sommer", "Jahr", "Mädchen" nicht mehr vorstellbar ohne die westlichen Bezirke von Wien /wie freilich auch die Ebene mit-weht/. Das Mädchen, die Brigitte Kahr, fand ich indessen nicht zuhause; sie verreist nach Kärnten und bereitet jetzt schon vor. Daher ausser Haus, daher mein Weg umsonst; müde heim.

Sengende Sonne. Daheim sehr luftig bei den grossen geöffneten enstern. Ueberraschend kam ich doch noch zu einem Besucher: Ernst Kein. Wir unterhielten uns über die Aktualitäten publ. nr. 2, die Neuentdeckung Armandola, sehr angeregt über verschiedentlich und ; es macht den Eindruck, auch was mich anlangt, als ginge eine Krise dem Ende zu, oder ich heim-wärts.

Ein gutes Mittagessen, auf das ich mich freute. Für Nachmittag ist niemand erwartet; ich habe Ordnungen gemacht und werde vielleicht was schreiben.


Nachmittag:

Arnold Schönberg gestorben.

"Tagebuch neu" nachgeschrieben.

Starke Sehnsucht nach einem geliebten Mädchen.

Sommergewitter bis in die Nacht.


"Welt am Montag" wenig interessant.

Konsum. PHG. Witzmann wieder im Büro.

Wahnsinnig viel Arbeit.


Briggi früh getroffen. 25.- Einnahme von den nteressentinnen. /publ. nr. 2/. Nette Gespräche. Ich habe wieder vieles versäumt: Eliot "Cocktail Party", Sartre "Hinter verschlossenen Türen", Calder-Ausstellung wie seinerzeit die Hundsgruppe. Nur einen Vortrag in der Sezession unlängst; mir geht eigentlich viel von interessanten Begegnungen verloren. Nachmittags kam ein Anruf aus dem TdJ, dass ich den ersten Preis bei den NW gemacht habe.

/Ich muss zugeben, ziemlich überraschend./ Samstag soll ich wegen der "publikationen" mit Polakovics zu Hakel. Im heft werden meine "Martinigedanken" abgedruckt.

Die "harten tulpen" erhalte ich zurück.

Abends vernichtende Kritik an den "publikationen" im Sender Rotweissrot.

Bis dahin Hundstage; : Regen und die Gewitter von gestern und gestern brachten Abkühlung.


Steger fuhr den Rest der Woche nach Salzburg. Zeitiger Schluss. Mit Hildi ist nichts mehr?


wieder regnerisch. Die Tage wie immer.


Der Kalender zeigt Elias. Ich bin ein Kind: ich schrieb daneben "Eliot" und freute mich.

Abends Postweg.


Ins Büro. Regnerisch. Steger noch fort, doch viel Arbeit.

Nachmittags schönes Wetter. Halb vier bei Polakovics. In der Josefstadt.

Frau Norell empfing mich. Ein sehr heisser Tag.

Zur Chaakteristik der augenblicklichen Stimmung und nicht nur der psychischen Struktur Frau Norells ein mit ihr aufgenommener "Wortsalat" /grüner Kachelofen im Zimmer, Sonne scheinte herein; sie hielt sich sehr an die Sichtbarkeiten; auch als die zweiten sechzig Sekunden der Versuch mit ge-schlossenen Augen wiederholt wurde/:

Ich empfehle zur näheren Analyse, die Prosa "Vom Schreibtisch zur Maschine" von Norell /in den "Neuen Wegen"/ zu lesen, sowie die Tatsache zu berücksichtigen, dass sie das Wagnis auf sich genommen hat, de jure Polakovics' Frau zu werden, sodass sie Hausfrau und Fabrikarbeiterin nun ebenso sein muss wie sie Literatin ist und sein Mädchen.

Siehe auch "Chopin. Nocturne F-Dur" in publ. nr. 3.

Wir gingen und fuhren /erste Stadtbahnfahrt über Nussdorferstrasse seit ich in Wien/ zu Hakel-Dannebergs. Die halten sich in einem Haus in Döbling auf, Hermann Hakel krank, Danneberg um ihn, Kiessling war kurz zu Gast, sprach kaum ein Wort während wir zusammen waren. Hakel nannte ihn nachher einen Tepp und wahren Dichter. Hermann Hakel sprach sehr interessant; er ist eine faszinierende Persönlichkeit; den schielenden kleinen und blassen Juden /zumindest im Positiven/ gültig und prophetisch sprechen zu hören, ist wichtig. Seine negativen Urteile geb ich kommentarlos: Karl Kraus ein Charakterschwein, Hans Weigel eine eklige Wanze, Eisenreich ein gewiefter Literat und Journalist, kein Dichter; Keins "Jahreszeiten" grauslich; Jirgal - zum Lachen; Kot; Petzold zu nichts; Weinheber in anderer Weise ebenso. Hölderlin - wie Van Gogh - sind sündig.

Meine Sachen gefallen ihm und scheinen ihm auch im Sinn einer Gesellschaftsklasse, die nach Ab-sterben des Bürgertums aufgehen wird, modern.

Später abends gingen wir, ohne dass ich mich an Streit ausgegeben hätte. Ich nehme, diese Tage, lieber af.


Schönwetter. Juli ... Etwas kühl.

Will ein Essay schreiben.

Fenster geputzt, Brief an Armandola reinge-schrieben. Ordnungen.

Nicht mehr zum Essay frisch genug. Versuchte noch das gestrige Gedicht auszuführen, misslang aber.

Ernst Kein kam. Wir spazierten, erst in Steinhof, ich zeigte ihm die Schauplätze meiner Geichte, dann ausserhalb, ich begleitete ihn bis in die Gablenzgasse. Weniger interessant als letztes Mal. Er hat ein Gedicht /nach langer Zeit/ geschrieben, auf seiner Linie von zuletzt. Wird möglicherweise ein Kalendarium machen.

Ich las abends noch und war dann von allem müde.


Zeitiger auf, uninteressante "Welt am Montag" - Weigel neckt die Amerikaner. Saure-Gurken-Zeit.

Konsum, dann ins Bro. Wahnsinnig viel Arbeit, schlechte Stimmung unter den Angestellten.

Abends kam neues Heft der "Freude an Büchern". "Furche" mit Mauthe schweigt sich über uns aus.


Leere Tage. Immer sehr nass, sehr trüb und abgekühlt.

Bevor ich ins Büro fuhr, schrieb ich ein paar Minuten meine Aufzeichnungen.

Petai

Immer wieder Gedanken zum kommenden Essay.


Heute erhielt ich am Telephon die Mitteilung, dass ich zwei erste Preise gemacht habe: Einen Lyrik-, einen Prosapreis. /Einen vom Publikum, einen von der Jury./ /2×100 Schilling/.

Viel Arbeit in der PHG.

Früh hatte ich den Gedanken zu einem Theaterstück: aus einem /abstrakten/ Büro, in dem alle nur für ganz kurze Zeit zu verweilen glauben ..........

Abends erhielt ich eine Karte; ich soll der Buchhandlung Herzog, die sich um die jüngere Literatur annahm, je ein Exemplar der publ. nr. 1 und überlassen. Bekam die von Hakel. Gutes Abendessen vervollständigte das Vergnügen.


Grün, feucht, blätterschwer.

Büro wie immer.

Man geht heuer durch das Jahr keine Minute von der Strasse entfernt. Unbestimmbare Erinnerungen an Farben Gerüche ersetzen mir aber viel.

Ich soll in die Welser hinüber.


Jahreszeit wie immer.

Feucht. Im Büro "Palastrevolution", man will mich nicht weggeben. In der Welser soll ich Kalkulator für die neue grosse Papiermaschine werden.

Nachmittags warf bei der Gelegenheit Dr. Machwitz dem Direktor alle vor, was er das letzte Halbjahr gesammelt hatte.

Abends erhielt ich einen beleidigten Brief von Armadola, dem Snob aus Hinterbrühl. Strichweise seine Gedichte gefallen mir sehr gut.

Einstweilen prahlt er sehr mit "Mädchen".


Setzte etwas zum Antwortbrief an Armadola auf. Hatte nach dem Konsum noch etwas Zeit für diese Aufzeichnungen, zehn Minuten vor acht.

Das Wetter ist gleich. Fast gingen meine Gedanken schon in die klaren Herbstmorgen hinüber. Ich verfing mich gerade rechtzeitig an Erinnerungen über endloses Grün im vorigen .



Wetter gleichbleibend. Viel Arbeit im Büro. Dr. Machwitz hetzt nun gegen die Leitung.

Er will für sich und uns mehr herausholen. Sehr geladene Stimmung, doch weniger gegen einander.

Samstag nachmittags heimgekommen. Wetter hellt sich auf Ordnungen und Planung für die "publikationen nr. 3".

Aufzeichnungen geführt. Tante war da.

Angenehme Stimmung. Hatte Sehnsucht, zu malen. Versuchte dann, ein Gedicht zu schreiben, und sparte es mir dann für morgen auf. Dann redete ich nur.


Später auf, wie immer. Ich wusste nicht, ob Polakovics vor- oder nachmittags kommen würde, doch setzte ich mich /nach ein paar nötigen Reinschriften/ über meine Arbeit von gestern. Ich schrieb vormittags den Eindruck "Im August" und zeitig nachmittags das grössere Gedicht, das mich auch schon richtig verfolgt hatte: den "Lieben Augustin". Danach kam Maja mit Polakovics. /Maja das erste Mal hierher./

Wir sprachen viel und freundlich.

Meine Prosaversuche und die Gedichte von jüngst, und frühere, gefielen. Wir schrieben welche ab, zur Einreichung bei den "Neuen Wegen" und für Maja.

(Vormittags am Fenster gesonnt beim Arbeiten. Hundstage.)


Sehr viel Arbeit im Bro. Nachmittags sehr gereizteStimmung dort, auch eine Auseinandersetzung mit Frl. H.

Nach wie vor strahlende Hitze.

Abends viel gesprochen. Einige punktscharfe Erinnerungs"bilder" aus der Karpatho-Zeit kamen mir.


Wenig Posteinlauf, daher weniger zu tun. Jetzt sind die weiten Hundstage. (Presse und Radio bemühen sich auch sehr um d obligate Hundstage-Fludm.)

Bessere Stimmung als gestern.

700.- bekommen. Gestern erfuhr ich, dass mein .-Akt schon vom Rathaus angefordert wurde.


Wahnsinnige Fakturenarbeit in der PHG.

Ich werde nächste Woche den Urlaub bekommen.

Abends "Freude an Büchern", heft, mit einem grossen Lob Weigels über Eisenreich, erhalten.

Ebner schrieb mir, dass Bertoni Interesse an den "publikationen" habe.

Hundstage.


Fortlaufend grosse Krachs im Büro.

Huber Herzklaps und Nervenzusammenbruch.

Sie bleibt heute und morgen fort. Bauer kam /mittags vorübergehend zum Arzt/.

Tante bearbeitete Dir. Steger arg wie noch nie. Dr. Machwitz wird grosse Forderungen sellen und, wenn Lindner sie ablehnt kündigen.


wie immer, die Tage. Von heute Nacht an lästige Fliegen. Keine Post abs.


Letzter Tag im Dienst.

Freudige im Büro: Onkel Paul bekommt 100 Dollar /über 2000 Schilling/ Vergütung für die US Kriegsgefangeschaft.

Ich hätte LandeggersNeffen, einen 20-jährigen Amerikaner, durch Wien führen sollen, der kein Wort Deutsch kann, ebensoviel also wie ich Englisch. Zuletzt wurde es abgeblasen.

Bekam 200.-- Teuerungszuschuss. Von nun an 900.-- Gehalt in der PHG.

Tante kam, fröhlich, mit heraus nach Steinhof.

Ich freute mich an allem, auch am Urlaub, und machte fleissig Ordnungen.

Ich denke, einen Essay zu schreiben.

Früh hatte ich Christl getroffen; äusserste Hitze am Tage.

Ich führte Aufzeichnungen und genoss den Abend.


Später auf. Angenehmes Radio.

Erster Urlaubssonntag.

Spaziergang um die Steinhofer Mauer bei herrlichem Wetter; später regnete es.

In alten Heften der NW gelesen.

Nm.: Viel gelesen und vorgelesen.

Im ganzen ausgeruht. Nichts geschrieben. Nachmittag Schwüle und Gewitter.

Abends: Danach noch schön. Zum Fenster hinausgeschaut. Ein Gedicht geschrieben /Im August 2./.


Urlaubbeginn. Zeitig aufgewacht. chöner Morgen.

Auf die Linzerstrasse Einkäufe.

Herrlich klares leicht kühles Wetter nach den Gewittern. Bald wieder sehr heiss.

Zeitig heimgekommen. Lust, in die Stadt zu dem und dem zu fahren. Blieb aber vormittags zu Hause und schrieb am Fenster ein Gedicht. /Ebene hinter der Stadt./

Nachmittags in die Stadt gefahren. Lange umhergeirrt, bis ich jemand antraf, der nicht fortgegangen war. Rudolf Hausner in seinem Atelier im neunten Bezirk. Interessant ge-sprochen; namentlich als Beck vom ArtClub kam. Gespräche über Zusammenarbeit "" - Art Club. Die Leute von dort bekommen ein neues Lokal. Vielleicht werden dort Lesungen auch stattfinden können und anders. Länger dortgeblieben. Müdeheimgekommen, zufrieden mit dem Tag. Noch eine Gedicht-Idee.


Wieder ein ungemein heisser Tag.

Ich hatte vom Flötzersteig zehn Kilo Erdäpfel zu bringen und fuhr dann in die Stadt; aufs Rathaus, wo ich erfuhr, dass mein Staatsbürgerschafts-Akt bereits i Ministerium liegt und in vier bis sechs Wochen, positiv, erledigt wird.

Matrizen für ubl. 3 gekauft. Vergebens ver-sucht, Perz und Moldovan zu besuchen.

In brütender Hitze heimgefahren.

Ein ebenso heisser und ruhiger Nachmittag wird.

28 Grad im Schatten, eine zufällige /wahrscheinlich nicht die charakteristischeste/ Eintragung.

Aufzeichnungen. Ausgeruht.

Abends über gesprochen, einige Ergebnisse für den kommenden Essay nieder-geschrieben.


Eintrübung. NW gelesen. Früh Lust zum Essay. Konsum.

Auf die Linzerstrasse einkaufen gegangen. /Leber unter anderem, die ich gebacken seit gern esse/.

Spätnachmittags besuchte mich Polakovics /allein; mit dem Fahrrad/. Es ergaben sich anregende Gespräche und Berichte. Im wesent-lichen überbrachte er mir die Einladung für Sonnag 10 Uhr.

Gutes Abendessen. Ein Gedicht von unlängst fertiggeschrieben.


Strahlende Sonne. Wir pazierten vormittags zum Auhof und sonnten uns am Wasser.

Vormittags Bier. Angeregte Stimmung.

Nachmittags die Korrespondenz um die "publ. nr. 3" ein wenig geführt.

Ich las im Freud, der mir nie weniger interessant geworden ist.

Es hat geregnet und macht den Eindruck, dass Sonne weiterhin nicht kommt. Der Geruch von Regen ist wertvoller und um ein Verhältnis Objekt:Spiegelung frischer als die Aphorismen im Kopf.

/Ich schreibe Einzelheiten, weil ich mich nicht zu beeile brauche wie sonst of, den wichtigsten Inhalt mehrerer Tage auf-zuzeichnen; man kommt, wenn man von Tag zu Tag einträgt, zu Eröffnungen, die sonst ver-säumt werden; also ist solch ein Tagebuch aktive Tagesgestaltung. Das rückblickende ist weit mehr Rapport. Andere sagen, das Eintragen von Tag zu Tag ziehe an den Haaren herbei./

/Freilich verlasse ich mich bei rückblickende Tagebuchführung nicht auf mein Gedächtnis, sondern habe stets auf dem Kalender ein Gerüst bereit./


Konsum.

Linzerstrasse Einkauf. Erst trüb, dann später vormittags kam Sonne. Angenehmes Spazieren. Bier.

Vormittags ein bestimmtes Oel für Erdäpfelscheiben ausprobiert. Gut. Eintragungen.

In GoethesGedichten gelesen.

Noch gesonnt.

Die Prosa weitergeschrieben.

/Die alte Frau Pobisch lebt noch, ist wieder gesund./


Unheimliche Träume. Im Bett Freud und gelesen. Kartoffel vom Flözersteig geholt. Teils sonniges, auch trübes Wetter.

Den Vormittag und den zeitigen Nachmittag die "Fahrt zu dem toten Mädchen" weiter-geschrieben. Nachmittags Wein.

Abends wie immer in angeregter Stimmung von allem. Wünsche, zielend nach einer Beziehung. Zu einem frühlinghaften, jungen Mädchen.


Es ist interessant, Frauen zu beobachten, nachdem sie an einem vorüber-gegangen sind.


Zehn Uhr bei strahlendem Wetter zu Polakovics - Maja.

Wir redeten und lasen.

Von lyrischen "Kostbarkeiten" ins Aeusserste angewidert. / bei den "Neuen Wegen"./ Das meiste , wenn nicht unbegabt, will so "kostbar" sein. Die Anleihe flutet nicht ab.

Matiasek, seit Dr. Matiasek, ist ebenso schlecht wie Dr. Ludwig.

Nachmittag, während Tante und Onkel da waren schrieb ich ein Feuilleton.

Noch Schönwetter.

Im August gehen viele Mädchen.


Urlaub-Ende.

Nach Konsum und noch einigen Ordnungen wieder ins Büro.

Heisser Tag, viel Arbeit. Machwitz' Erpressung brachte jedem von den Ange-stellten zwei zusätzliche Gehälter ein. Ich erhielt 1500.- Schilling.

Von den Gedichten einiges, auch aus der alten Mappe, ausgesondert.


PHG. Schreibmaschine reparieren lassen, Donnerstag kommt nun auch das Vervielf.-Papier für die publ. nr. 3, nachdem ich Sonntag das Naturpapier von Pol mitgebracht habe.

Heisser Sommertag. Gerucheindrücke.

Eine gewisse lyrische "" stsst mich so ab; ich habe meine bisherigen Gedichte auf sie hin untersucht und mich sehr unbe-lastet gefunden; nur in den letzten, die zur Form hin tasten, bemerke ich den Zug zu dieser Scheusslichkeit. Da ich lieber dauernd als Dilettant gelte, ehe ich zu den schön dunkeln Verlegenheitsphrasen gehe, werde ich meine angekrankten Gedichte vernichten. Ich habe, ausser in ihnen, nie Verlegenheitswort, eine für mich nichts bedeutende Fügung, verwendet. Diesen meinen Realismus lasse ich mir von niemand aberziehen.

Polakovics liebt leider Spielereien und sekundäre Einfälle.

Abends Bier getrunken, eiskaltes hellgelbes, von Westermayer.


Himbeerrote mit ihrem Burschen in de Monochord-Kammer.

/Wo ich sitze./ "Ich spiel mich hier nur."


Mariä Himmelfahrt, freier Tag.

Spaziergang vormittags um die Steinhofer Mauer.

Viele Reinschriften.

Nachmittags strahlend heisser Tag; Tante kam.

Bier.

"Jedermann" aus Salzburg zugehört. Vorher ein Gedicht begonnen /"Rote Tinte wird in weisses Wasser geschüttet ..."/ Ein Odysseus-Gedicht, weniger dem klassischen Subjekt als Zeitlosigkeit des Bezugs zuliebe. Als einer Erinnerung an Eosin zuliebe.

Schöner Tag. Artmann kam noch abends.


Büro wieder. Samstag bin ich zu Hakel eingeladen. /Polakovics-Anruf im Büro./


Früh Schuhkauf /250.- Schilling, braune Halbschuhe, ziemlich elegant; noch vor der Teuerung im Schlepp des fünften akts/.

Anfang der Vorrede zu den publ. nr. 3 geschrieben.

Hundstage.

Zeitig Schluss, da Dir. Steger bis Montag vom Büro fort-bleibt. Auch Dr. Lindner noch in Wels.

Ich las daheim in "Dichtung der Gegenwart / Frankreich", das ich mir auf Herzogs Gutschein kommen liess. Louis Aragon. Paul Eluard. Die Resistace. Ein paar gute , gute .


Konsum. Dr. Uiberrak, Chemiker und Freund meiner gewesenen Dozenten, wollte mich sprechen. Ich weiss nicht wozu. /Auch er weiss nicht, dass ich im Büro arbeite./

Mittags zeitiger frei, nachdem ich auch weder an der Vorrede gearbeitet hatte. Daheim war Post von Klinger und Straka. Tante fährt Wochenende an den Neusiedlersee, zu Verwandten. Ich möchte die flache Gegend einmal kennenlernen.

Die letzte, verzögerte Zeile zur "Roten Tinte" geschrieben, dann in die Stadt gefahren. Der will nicht enden.

Bei Polakovics und Maja, dann zu Hakel-Dannebergs.

Angenehmer und anregender Nachmittag wie Abend.

Meine Gedichte bleiben unangegriffen. Ueber den Gemeinschaftsbezug, der vielen Heutigen mangle.

Von den verspreche er sich die kommende Erneuerung.

Bekam eine ausgeliehn; ich solle meine verschiedenen Formmöglichkeiten noch erweitern. Diskussion über den ausgesprochenen und unausgesprochenen Menschenbezug.

Wir stellten mit Maja nachher fest, dass die beiden Hakel inmitten eines Gesprächs trotz ihrer natürlichen Hässlichkeit schöne Züge annehmen.

Maja hat in ihrer früheren Zeit auch Chansons geschrieben. Sie wollte sogar Chansonnire gehen. Ein teuflischer treffender Gedanke.

Wir können im nächtlichen Wien, namentlich Samstag Abend, viele Schlurfs sehen.


Später aufgestanden. Das Radio brachte weniger.

Die , die ich mir ausgeliehen hatte, macht mir Freude. Zuerst, bei den älteren Sachen, ging ich nur interessiert mit, später im Vormittag - beim Rilke-Gedicht: "Zum Einschlafen" - weinte ich fast, und anschliessend Stefan George /"Urlandschaft"/ erschütterte mich sehr.

Nachmittag, nachdem ich noch gelesen hatte, schrieb ich ein Gedicht: "Septembersonne über einer Stadt".

Filmisch. Meine Gedichte führen weiter, gehen über alles hinaus, hinweg und halten nicht. Kein Halt etwa zum Genuss der einzelnen Schönheit.

Aber mir hat es nie Befriedigung verschafft, wenn ich eine Improvisation - und ich improvisiere durchwegs - auflöste und zu "verarbeiten" suchte.

/Anderseits biete ich freilich, wie Hakel sagt, genug Lebens-raum dem einzelnen gepriesenen Substantiv - oder Komplex - ehe der Sprung wieder kommt./

/Zum Ausgeniessen reicht es also nie, zum Fühlbarwerden reicht es gerade. Aus einer Sehnsucht kommen also immer zehn; freilich, die zehnfach tief -/


Ich liebe es - als Paradoxon zu meiner, an mir mehr bekannten, Abstinenz - den "kleinen Rausch" festzustellen; der macht sich /wiewohl ich konstitutionell viel vertrage/ nach dem Genuss geringer Quantitäten Wein - oder Schnaps - in eine Fühlbarwerden der Augenlider und einer danach einsetzenden gewissen grösseren Variabilität im Geistigen bemerkbar. Ich experimentiere damit, indem ich meine Wachheit kontrolliere oder meine Hemmungen, di ich hier mehr als sonst meiner Absicht unterwerfen kann.

Meine geschlechtlichen Konzepte ändern sich nicht. Wie sehr ich - vor allem durch Reden - meine Steigerung auch forciere, qualitativ ergibt sich keine Ueberraschung.


Merklich frischer am Morgen. einen Monat vor Herbstbeginn. Wenn die Sonne scheint, sind diese Morgen sehr eigentümlich.

Heute kommt Dr. Lindner ins Büro. Er war letzte Wochen in .


Fleischkrise in Wien.

Früh am traf ich Briggi am . Sie gab mir ihre Telefonnummer, ich soll sie in ihrem Büro anrufen.

Mittags erstmals Briggi angerufen.

In der PHG schrieb ich drei weitere Matrizen und vier Briefe, obwohl viel Arbeit war.

Als Uebung und zur Anregung variierte ich ein Gedicht von Traude Dienel ins Abstrakte.

Abend bei Briggi. Sie empfing mich am Gartentor. Der Sommerabend ist schön.

Sie ist jetzt ein hübsches Mädchen /sie hatte über anderem einen hellblauen Schlaf-rock an /, wir sprachen, aber tiefer. Sie war, wie sie erzählte, durch meinen "Gassen-Gang" fast aus ihrer Lebensbahn geschleudert worden; "Kravatten" bekamen es, wie sie sagte, zu fühlen; nun sieht sie, es muss doch wieder so weitergehn

Ich lehrte sie das . Sie freut sich daran sehr. Sie fährt in der Welt umher, hält aber mehr davon, wenn man zuhause wesentlich existieren kann. Sie glaubt, ich vermags, sie glaubt, sie vermöge es nicht.

er Abend war grün und schwarz bei ihr, sie öffnete sich weit ... einmal mich mit ihr schon verstanden, .. der Abend wird mir in Erinnerung bleiben.


Erinnerung Evakuationsbahnhof in Terešva Der Geruch nach Ungarn


Haarschneider.

Auf der Stadtbahn versuchte ich weitere Variationen zu DienelsGedichten.

Im Büro die Vorrede, drei Seiten un im ganzen, zu Ende geschrieben.

Viel Aufstellungsarbeit fürs Geschäft.

Seltsamer Tag nach der Briggi.

Heisse Tage.

Sehr angestrengt. Keine Post abends.


Sehr angestrengter Tag.

Wandlung zum Vorherbst. /Nälich grau/.


Ziemlich müde angefangen.

Mittags zweites Mal Briggi angerufen.


Im Büro, wo weniger Arbeit war, nach den gestrigen vier Matrizen nunmehr die Seite mit Notizen zum Minderbewussten zusammengstellt und matriziert.

Mittags. Ziemlich öde. Tante kam erst nach.

Ich stellte zuhaus die publ. 3 zusammen.

Ordnungen.

"Septembersonne" umgedichtet.

Ich rannte abends zu Briggi und warf ihr, wie verabredet "Lotte nach Weimar" ins Kasterl.


Ich schrieb einen rauchigen Augustmorgen, hörte Radio, hielt das Fenster offen, übersetzte nachmittags Eliot weiter, genoss abends Erdäpfelscheiben und las in "französischer Dichtung der Gegenwart". Abends noch Eintragungen.


Früh Briggi getroffen, gesprochen, /sie hat mein Gedicht übrigens noch nicht gelesen/. Ich sagte ihr, dass jener Abend schön war.

Wenig Arbeit vormittags. Letzte 5 Matrizen geschrieben. Red. NW vorbereitend angerufen.

Ein schwüler Tag. Neue Schachzüge im Büro. Dr. Lindner noch nicht von Zürich zurück.

Sehr pünktlich vom Büro frei.


Eine politische Dichtung /Edith: GassenGang- Prosa hinterm Wahnsinn:x/ steht aus.

Briggi nicht getroffen.

Dr. Lindner noch nicht im Büro, kommt erst den morgigen Abend.

Auftragstand im Büro geordnet. /Neueinführung von mir in letzter Zeit./

Bei der Zusammenkunft nächsten Dienstag werde ich über die "publ." referieren.

Von Brigitte Kahr kam ein - abschliessender - Brief. Die Preise von den NW kamen gleichfalls an.

Nach-Hundstage.


s dritte Mal Briggi angerufen. Ueber "Lotte nach Weimar" gesprochen.

Notiz: Vergleich zu Beispielzweck Nicht Rede mit geheimem Doppelsinn.

Besonders Nachmittag wenig Arbeit.

Schon nach halb fünf Uhr fort.

Gutes Abendessen /traditionell gewordene gebackene Leber/. Obstfrau. Louis Aragon!


Zeitiger aus dem Haus, Rathaus nachgefragt, nichts los.

Etwas verrauchter, aber bald recht freundlicher Morgen. Sommermorgen.

An meinem Gedicht weiter im Geist gearbeitet. Ich erwarte einen Durchbruch, wie zum Einige-Gassen-Gang.

/Seit damals nicht viel Gutes nach Lotte kaum mehr etwas. Augustin vielleicht eine gute - Randerscheinung./

Intrigenspiel in der PHG und viel Arbeit.

Erst nachmittags kam Dr. Lindner. Gehalt 900.-- bekommen.

Einsendung an "Welt am Montag" erhielt ich von Weltpresse zurück /!/. Abends mit dem Gedicht weitergekommen innerlich.


Früh politische Unruhstimmung.

Wder heisser Tag.

Keine Post.


Wochenende zu beginn.

PHG.

Post: Weigel nimmt meine Prosa an.

Eine neue Prosa nachmittags egonnen, nach der Idee vom Vortag.


Geschrieben.

Heisser Tag. Eine wunderschöne weltweite im Radio gehört, aus dem Französischen.

Nachmittag kamen Tante und Paul.

Machten wieder Fotoaufnahmen.

Werner Bazata besuchte mich nach langer Zeit wiedermal. Geplaudert.

Heimgekommen nicht mehr weitergeschrieben an der "Ingrid". Die Nächte werden kühl.

Nicht denken jetzt, wieviel einem vom Jahr entgeht. An die Mädchen, die vorbeigehen jetzt schreiben./Ingrid":/ Wahrscheinlich meine beste Prosa.


Direktor zeitiger fort.

Lange Mittagspause.

Briggi hat heute frei, ich erreichte sie telephonisch im Büro nicht.

Früh die Prosa fertiggeschrieben.

Titel "Die Skizzen vom September".

Morgen beginnt wieder die literarische Saison, heute ging die allgemeine an / - mit dem Schultag der Kinder/.

Ziemlich zeitig aus, nach wenig Arbeit am Nachmittag.


Früh konnte ich noch Ordnungen machen.

Briggi angerufen. Es bleibt bei Donnerstag neunzehn Uhr.

TdJ angerufen.

Ich fuhr dann am Nachmittag das erste Mal wieder in die Redaktion. Polakovics konnte nicht kommen, mehrere die dort waren langeilten sich erst, dann als auch Fritsch, Altmann und Weissenborn kamen, besprach ic umfassend die Weiterführung der "publikationen" mit ihnen.

Wir gingen dann ins Café und sprachen weiter und lasen .

Ebner gefällt meine letzte Prosa besser als die welche Weigel nahm.

Mit Kein und Artmann lange am Heimweg über Dichtung gesprochen, mich freute das Gespräch. Die neueren Arbeiten vonWeissenborn, Altmann sind klarer.

Mögliche Bilder tauchen auf.

Nach diesem sehr anregenden Abend kam ich spät heim.

Weigel hat geheiratet, Toman hat geheiratet.

abends:

Abend noch gar nicht septembrig empfunden.


Früh traf ich Briggi. Dazu kam am FlötzersteigKarl Sch., noch jemand, sie fuhr dann mit denen weiter.

Ich arbeitete wieder auf der Stadtbahn an meinen Gedichten.

Mittags in der PHG schreibe ich nach einem recht einsamen Vormittag meine Aufzeichnungen.

Letzte Fotoaufnahme in der Sonne.


Dr. Lindner wieder im Büro.

Dir. Steger fährt nach Gastein auf drei Wochen in Urlaub.

Wenig Arbeit in der PHG. Noch heisse Tage. Heute ist mein Abend mit der Briggi.

Zeitig Büroschlus.

Viele Ideen. Mich auf Briggi gefreut.

Zu Hause las ich in der diesmal wieder interessanteren Dietrich-Zeitschrift.

Zu Briggi in den Abend gegangen.

Sie liess sich entschuldigen, sie läge krank.

So lief ich zurück und schrieb noch einige Sachen vom Tage nieder. Dann wieder schlafengelegt.


Früh konnte ich noch einige Ordnungen machen.

Noch heisse Nachsommertage, blaue Morgen über grünen Schrebergärten und Parks.

Dr. Lindner kommt erst nachmittags ins Büro.

Ich suche etwas zu arbeiten. Ich finde, am besten ist es immer, wenn man sich zum Papier setzt und irgendtwas, was auch immer, schreibt. Da kommt man bald auf Gedanken, man braucht sich nur zu schütteln da wird das Potentielle frei.

Vm. einige grössere Briefe fürs Büro geschrieben. Dann wieder wenig zu arbeiten. Längere Mittagspause.

Ein Gedicht geschrieben.

Abends Briggi getroffen, von ihr für Montag gerufen. Sie hat private Sorgen, sagt sie, und möchte gern mit mir reden.


Nach einer Gedichtidee von vormittags "Wiedertreffen im Frühling" geschrieben. Arbeiten, Reinschriften, Ordnungen. Angenehmer Nachmittag. Noch schöner Nachsommerabend am Fenster.

Die kommende Woche wird bewegt werden.


Draussen ist ein Japanpakt geschlossen worden.

Eintragungen. Schöne Radiosendungen.

Wetter verdüstert sich.

Letzte Ordnungen; vorgeesen.

Nachmittag die Fotoalben zerstört und viele Bilder ausgeschmissen.

Andere Vergnügungen, und überhaupt gemütlicher Nachmittag.


Tags PHG.

Briggi sagte ab, es geht heute leider nicht aus "Die privaten Sorgen nehmen so überhand, dass ich das andere tun muss." Vielleicht Mittwoch möglich.

Abends als ich sie auf der Strassenbahn traf, schlug ich ihr vor, diesen Mittwoch lieber nicht zu kommen. Sie wird mich aber Mittwoch anrufen. /Auch ihre Nord-italienfahrt ist wegen ihrer Angelegenheiten aufgeschoben./


Zusammenkunft NW, wieder hinausgworfen. Nächsten Dienstag treffe wir uns schon im "Kreis". Heute gingen wir ins Café. Polakovics' Frau hat einen Betriebsunfall erlitten, so erwartete Pol bloss noch mein Eintreffen und ging dann raschest heim. Sonst wieder alle versammelt, auch Wiesfl. diesmal. Artmann plant Lesungen der"publ."-gruppe

Viel gesprochen, Vervielfältiger-Krise.

Ghosta, eine junge Schauspielerin, kam.

Neues Red. NW langte ein.

Sehr interessant mit Artmann geredet.

Bis lang in die Nacht.

Ein Satz von Artmann über das peinlich-missgreifende Verhalten Altmanns und Weissenborns auf deren Suche nach "der Frau":

Sie gehen auf einen Steinboden, säen Rosen und wollen Kartoffeln ernten.


Mittags im BüroBriggi angerufen. Ueber-raschenderweise rif sie mich für morgen.

Abend gebackene Leber.


Tante, die ihren Urlaub angetreten hat, lud Mama zur Wiener Messe ein.

Ich kam zeitiger vom Büro, es begann ein angenehmer Abend. Noch heisse Jahreszeit.

Ich ging zu Briggi. Sie war aber nicht zu Haus. Abends setzte ich mich zum Schreibtisch und wollte wenigstens am Gedicht arbeiten. Da klopfte Briggi an und holte mich zu einem Spaziergang.

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/Sie hatte mir nie zuvor etwas aus ihrem Leben gesagt./

Wir setzten uns auf eine Bank und versuchten, un voneinander zu erzählen. Ein warmer, schwerer Abend war.

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Daheim erzählte ich nichts und machte einen frohen Abend.

Man lese später einmal, vielleicht, in Briggis Tagebuch nach; mag sein, sie hat das damals gestalten können; ich war dazu, wiewohl ich mich mehrere Tage drum bemühte, endgültig ausser-stande.

Das will nicht einmal sagen, dass ich ein schlechter Schriftsteller bin; zerbricht plötzlich unsre Grenzen.


Ich hoffe, dass die restliche Zeit bald vergehen wird. Ich sitze heute den ganzen Tag nur mit Herrn Witzmann im Büro und mit Bauer, nachmittag mit Herrn Witzmann allein. Die Tage sind noch schrecklich heiss.

Tante ist seit Donnerstag im Urlaub, Machwitz seit Do Nachmittag, Dr. Lindner seit Donnerstag in Wels, Steger überhaupt auf Urlaub, Frl. Huber hat heute, was sehr angenehm ist, einen freien Tag genommen.

Nach-Sauregurkenzeit.

Morgen habe ich den ganzen Tag frei.

Briggi fand es gestern "stark" , dass ich mich ausge-rechnet im Bad vor Jahren /in L. K./ verliebt hatte. - Bkanntlich hatte ich heuer im Sommer Briggis Einladung, ins Klosterneuburger Bad zu gehen, abgesagt, weil ich Nichtschwimmer bin.

Soll ich sagen: Ich bin wie verwandelt?


Heute bürofrei für mich.

Früh Erdäpfelweg Flözersteig.

Ordnungen.

/nm./

Hörte im Radio einen Ausschnitt - die Vorrede - aus dem Film "Reigen". Die über allem Conference, die verhaltene Stimme, Stimmung, dahinter die Musik /Reminiszenzen und Perspektiven/ fassten mich so, dass ich vor dem Radio stand, zitternd.

Nachmittag konnte ich - hin und her gerissen - nichts arbeiten.

Zur hiesigen Situation: Ausspruch eines Hollywoodstars "Knaben sind bei mir Männer, wenn sie Geld haben".

Ich hatte Angst, was nun im Radioprogramm folgen würde. Sie gaben dann zum Glück aus André GidesTagebuch die "Begegnungen mit Claudel und Valéry".

Jetzt in dem Augenblick kam Polakovics zum Fenster. Seine Maja ist wieder halbwegs gesund /nur besteht die Möglichkeit, dass sie zeitlebens an Kopfweh leiden wird/.

Ich benachrichtigte ihn von meinen Umstürzen, und auch dass ich einiges geschrieben habe, er gab mir bis morgen das neue Heft der NW zu lesen. Er selbst ist jetzt est-angestellter Lehrer und unterrichtet an zwei Schulen. /Eine davon ist die der Korearuine in der Lothringer-strasse./


Bei Polakovics eingeladen, der in sehr schlechter Laune wr. Missgestimmt von den Gesprächen heimgekommen.

Abends viel am langeGedicht geschrieben. Es könnte gut werden.


Kühleres Wetter eingebrochen. PHG.

Den Brief an Briggi sandte ich als "Erika Danneberg" ab.

...

...


Dienstag 18. September:

Gestern eine elende Kritik über Fuchs und mich in der "Furche". Ebenso Abfuhren an Eisenreich, Jeannie Ebner.

Im "Monat" - einer Kriegshetzerzeitung mit Kulturanstrich - waren die "Stimmen der Gegenwart" unlängst freundlich rezensiert worden.

PHG.

Schon kühlerer Regen. Briggi früh getroffen. /Ungeschminkt, viel schöner./

Ich sagte ihr alles Aktuelle.

Angenehmer Morgen.

Sonntag war Dr. Krissmann, ein Beamter der ZAE, verhaftet worden, heute Lenardo aus Graz /beides Geschäftesfreunde der PHG/.

Nachmittag - Dr. Lindner hat Sitzungswoche - zeitiger aus. Letztes Mal in der Redaktion NW. /Nächsten Dienstag schon im "Kreis"./ Alt, Wei, Artins Café zu Kurt Klinger, wir /Pol, Ke, ich/ nach Hause. Mit Kein setzte ich mich in ein Gasthaus, wir besprachen lange Kräftners, der Altmann-Leute, Keins und meine Gedichte der letzten Zeit. Sehr anregend wieder einmal.

Dr. Nahlik hat die "publ. nr. l" für eine Unterrichtsstunde verwendet; , Neumayer, Jirgal und Hofmann verwenden ähnlich die "Neuen Wege". Diese Methode ist in Wien wahrscheinlich selten.

Meine "Martinigedanken" sollen in Zwanzger einen Tobsuchts-anfall ausgelöst haben. Auch andere haben bereits protestiert.


Mittwoch 19. September:

Ein Bürotag wie immer. Die Abende sind immer schön.


Donnerstag 20. September:

Schon herbstliche Frühe, einige Blätter schon gelb.

Es ist eigentümlich, dass die Luft wie im Vorfrühling ist. Briggi früh getroffen; jetzt ist alles so schön.

/Wetter seit 18, 19 9: Eintrübung und grosse Abkühlung dem Herbst zu./

"Was auch immer ..."

"Wie die Fenster im Winter sind, so sollten wir sein ..."


Freitag 21. September:

Fünfeinhalb Grad Wärme nur. Klarer Himmel.

Früh die Staatsbürgerschaft bekommen. Ich holte die Urkunde aus dem Rathaus.

Vor dem Nationalrat, wo eine ausserordentliche Sitzung stattfindet, grosses Polizeiaufgebot, Menschenansammlung, Revolutionsstimmung.

PHG. Viel Arbeit kam mittags /mit Dr. Lindner/.


Pendeluhr †

PHG. Dr. Lindner heut nicht da, aber viel Arbeit.

Früh hatte ich mich mit dem Gedicht bemüht.

Nachmittag kam überraschend Polakovics mit Maja. olakovics las mir zwei Erzählungen von W. Borchert vor, dann /zwei Stunden hatte es gedauert/ gingen sie wieder. Es besteht kein Zweifel, dass das die stärkste Prosa ist, die wir haben. Die Schnüffelidiotie eines oberflächlichen "Realismus" mag sich davor verstecken.

Richtig herbstliche Tage schon.

Mir tat es wohl, Rum zu trinken und eine icke Decke zu haben.


Ich las die zwei mir bekannten Gedichte von Gottfried Benn. Auch ihn stelle ich zu den strksten Kräften.


Herbstlicher Morgen.

Briggi getroffen. Wir wechseln früh, wenn wir uns sehen, immer einige Worte, bevor ihre Strassenbahn fährt.

Ich sagte ihr, seit unserm Gespräch fühle ich mich nicht einsam. Sie sah mich nur an und sagte: "Das ist wunderbar."

Im Büro viel Arbeit. Nm Dr. L da. Ziemlich müde heim.


fr. grosses Interesse am Gedicht.

/Briggi nicht getroffen./

Ich freue mich aufdie Zusammenkunft im "Kreis" abends.

Erste Zusammenkunft im "Kreis".

Mässige Fritsch-Gedichte. Schmied hat ene Handpresse angeschafft /Druckerei-Plan, von Artmann wiederaufgenommen./ Bekam Exemplare der Zeitschrift "Meta" auFrankfurt und eine Zeitschrift "Fragmente" zu lesen. Altmann, Weissenborn, Ebner kamen nicht. /Wie, Ke, Fr, Art, Pol, Ok./

Nachher Diskussion über Kommunismus, in der Artmann kindisch argumentierte.

Danach noch mit Artmann über moderne und gesprochen.


Trüber, verrauchter Morgen, aber mit Schwung den Tag begonnen. Briggi dann nicht getroffen.

Ich arbeite die ganze Zeit, im Geist, an meinem Gedicht, bis es zu einem Durchbruch kommen wird.

Früh Postweg. Abends soll ich die so gut wie sichere Ver-vielfältigungsgelegenheit mit Herrn Wittmann besprechen.

Halb zwölf lasen Machwitz in einer , Huber in einem , ich in den Heften der "Meta".

Mittags fing ich einen Essay zu schreiben an.

Briggi ist mir immer nahe. Es ist, als hätte ich mich dann damit erfüllt.

Eigentlich ist es nicht schade um die Zeit, wenn man irgendetwas schreibt. Sonst sitzt man und verliert sich in Oedheit oder gereizt. So kommt zumindest ein guter Satz meist heraus, oder es wird etwas eingefangen ...

Frl. H.: "Fühl mich nicht wohl"

T: "Können Sie ihm nicht absagen?"

H: "Was heisst absagen? Ich lass ihn ruhig einmal warten. Glauben Sie, das tät ihm nicht gut -"

jetzt spiess ich die Männlein und Weiblein wie Puppen auf meine Nadel. Oh wie kostbar ist das Papiergeld ihrer Liebe!

Herbstregenwetter, siebzehn Uhr. Aber noch nicht fröstelnd. "Kreis" aufgesucht. Dort Dr. Schmeler und Wittmann getroffen, mit ihnen besprochen. /Zwei Fliegen auf einen Schlag./


Amtswege /Meldezettel und I-Karte eingereicht/ bei Rege. Nachmittag Dr. L.

Abends Briggi und Schik getroffen ..


Früh wieder Briggi getroffen. Sie hat öde Gespräche daheim zu tun, Rechenschaft vor einer Tante vom Land

Wenn diese konfusen Wochen vorüber sind.

Ich arbeitete im übrigen an meinem Gedicht weiter.


Der Briggi den englischen Text übergetragen. Regenwetter. Herbstlich.

Nachmittag "huljatj" - Staatsbürgerschafts-Feier mit Tante und Paul.

Versuchte am langen Gedicht zu arbeiten, entwickelte einigen ll, warf alles wieder weg.

Keine besondere "Fest-"Stimmung.


Am Gedicht zu schreiben versucht. Vergeblich.

Nm. in u.a. gelesen. Wenig produktiver Tag.


Neue bürokratische Erschwerungen im Aussenhandel.

Steger vom Urlaub zurück. Lindner nachmittag abgefahren. Lebhafterer Tag im Büro.

/Briggi nicht getroffen./

Abends sogar ein Einfall zum Gedicht.


Briggi wieder nicht getroffen.

Grosse "publikationen"-Besprechung abend.

Dr. Hermann Schreiber kam in den "Kreis", Polakovics konnte nicht erscheinen. Mit Kein und Artmann nachher noch weter besprochen im Gasthaus.


Im Büro für die "publ." gearbeitet.


Früh traf ich Briggi. Samstag Abend geht "ihre Sache in Szene". Sie wollte mich vorher noch sehen.

Vor mir liegen die Postanweisungen für die "publikationen". Wieder im Büro. Die ganze Zeit vergeht so. Aber mehr kann man sowieso nicht aus ihr holen.

Die klaren frischen Herbsttage.

Vm. wieder viel Arbeit. Huber letzten Tag im Büro. Sie fährt auf Urlaub.


Früh I-Karte geholt.

2 Matrizen gekauft, sowie einen sehr netten durchsichtig roten Kugelschreiber, der mir viel besser behagt als mein bisheriger schwarzer und grösserer.

Dir. Steger wird mich "rückwirkend ab " anstellen.

Auch Herr Witzmann fährt auf Urlaub.

Ziemlich lebhafter Tag.

Angenehmer Abend.


Früh Aenderung des Augustin-Gedichtes geplant.

Freue mich auf die "publ."-Arbet.

Für Briggi sind jetzt die schweren, entscheidenden Tage.

Nachmittag mit allem Papier, den Matrizen im Rucksack auf den Bierhäuselberg marschiert. In der eigentümlichen Wohnung Wittmanns vom "Kreis" machten wir uns an die Arbeit. Bei diesem Apparat muss jeder einzelne Abzug abgehoben werden. Wir brachten so nur die erste Hälfte der Zeitschrift zuwege.

Angenehme Arbeit, Rückweg bei schönem Wetter.

Idee zu "Jahreszeiten eines Mädchens".


Vormittag bei Sonnenwetter die Arbeit am Bierhäuselberg fortgesetzt und zu Ende gebracht. Wittmanns drei Kinder waren heute schon sehr zutrauich. Ueber die Zusammenarbeit "publ." - "Kreis" - ArtClub geredet. Pläne für nächste und übernächste Zeit.

Nachmittag die "publ." fertiggestellt, Polakovics und Kein kamen und halfen mit, auch Maja war da. Sechzig Exemplare in Ordnung, restliche 40 noch zu kleben. Bei diesen Arbeiten im grossen Zimmer - wie einer Druckerei zu alten Zeiten - gemütliche Stimmung.


Briggi hat jetzt Urlaubswoche.

Erster Morgenreif, Nullgrad.

Vm. viel Verwirrung und Arbeit.

Nm. Dr. L wieder in Wien und im Büro.

Erster Verteilungstag der "publ." /Fruhmann-Clique/.


Seit gestern Nachmittag und vor allem heute wahnsinnige Arbeit. Streit Machwitz-Cäsar um mich.

Abends grosse "publikationen"-Verteilung bei den NW. Lebhafterer Abend. Mit Fink über die publ.-Planung und die Zustände bei NW, verteidigend, gesprochen.

Es ist kalt geworden.


Vm. weniger Arbeit; fürs Lektorat NW gearbeiet.

Keine "publ." versandt.


Klarer Morgen, schön, kalt.

Allgemein ärgerlicher Morgenbeginn.

Furchtbar viele Arbeit dann, besonders nachmittags.

Abends Schnaps.


Vm. viehische Arbeit. Krise um Sta. Rita.

Nachmittag, vormittags, ging die Arbeit im gleichen Tempo weiter.

An den Abenden Gedicht-Ideen abgeriegelt.


rüh die neue zu schreiben begonnen.

Nachmittag gründlich ausgeruht.

Einiges Archiv dezimiert.


Herrlicher Herbsttag, noch war, sonnig, als wäre es im März.

Vm. zu Br. Kahr spaziert, die "publikationen" ins Kästchen gesteckt.

Freute mich an der Landschaft und schrieb Eintragungen der letzten Zeit zusammen.

Ich fühle mich im Augenblick zufrieden, mit mir der denen Jahre solidarisch, in der grossen Isolation nicht unwirksam.

Die letzten "publikationen" fertigbeklebt.

Eine Skizze geschrieben: "Als die ersten neuen Gegenstände ..."

Nachmittag, einmal im Fahrwasser, schrieb ich die "Suite in zwei ungleichen Sätzen".


Ein Minusgrad.

Nach dem gestrigen gut verbrachten Sonntag ausgeglichen und aufgeräumt den nuen Tag angegangen.

Viele Arbeit, aber in ausgezeichneter Stimmung.

2 "publ" /Diem, Oe-Institut/ ausgetragen, der Briggi geschrieben.

Abends keine Post.


Früh die Prosa reingeschrieben, im Büro wieder viel Arbeit. Nach wie vor vergnügt.

Abends im "Kreis". Dort wurden wir hinausgeworfen, ich hatte aber immerhin die Minute Zeit, usslersBesprechung meiner "publ." zu lesen sowe von einer neuen Beschwerde gegen die "Martinigedanken" zu hören. Mit Kein über die Krise in den "Neuen Wegen" ausführlich gesprochen.


Abends Idee zu einer "Steinigung Orpheus'": Eins, zwei, drei. Das erste kommt in den OfenDas zweite Mineral heisst KalksteinMit dem dritten Stein wird endlich Orpheus gesteinigt .....

Um 20 Uhr Informationsabend des "Kreises". Ich veranlasste einiges bei Polakovics; ich werde einen Artikel über den "Kreis-"Abend schreiben /der muss bis Samstag fertig sein/.

Polakovics war in düsterer Stimmung.


Früh begann ich den Bericht zu schreiben.

Briggi getroffen, ist wieder gesund. Sie übergab mir Brief, den sie mir zur Antwort geschrieben hatte. Ist mir so nah.

Im Büro schlechterer Tag für mich, da ich ungeduldig das Ende der Arbeitszeit erwarte. Schöner Tag draussen.


Erst unfrisch. Mittags länger ausgeruht, Briggi Brief geschrieben für den Fall ich seh sie wider länger nicht.

Nachmittags ganz erholt die Arbeit wiederaufgenommen.

Abends ist mir der Artikel über den "Kreis"-Abend misslungen.


Briggi früh doch getroffen, konnte ihr Liebes sagen und den Brief, also Papier, vermeiden.

Im Büro viel weniger zu tun. Artikel überraschendlich doch geschrieben. Mittags noch an die NW abgegangen.

Wirtschaftspolizei kam bei Lenardo auf die Spur PHG.


Früh die Nachricht: Wir bekommen 220 Volt.

Noch nicht ausgesprochenes Herbstwetter, die Blätter noch an den Bäumen und meist grün.

Die führenden Leute im Büro sind gedepscht.

Wieder keine "publikationen"-ost, die ganze Woche.

Nachmittag ausgeruht, drei Viertel "Sturm" ohne was zu merken getrunken, ohne auch sonderlich gelaut zu werden. Gedicht "Steinigung Orpheus'" scheint misslungen zu sein.


Eine bezeichnende des "Kreis"-Abends im Volksblatt. In den andern zwei Tageszeitngen, die ich auf dem Klosett einsehen kann, nichts.

Langweiliges Wetter und Radio. Morgen soll ich zu Hofrat Zwanzger, er will mit mir über meine Sachen rede. Der Weg ist so dumm. Jetzt hat auch wieder der "Augustin" Schwierig-keiten /ein Gedicht, das Häussler gefiel/ ... Mich entschädigt ein bisschen die Arbeit am Dadaismus Lettrismus, die für die Wirkungsanalyse der neueren Dichtung elementar wichtig sind.

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Wie edel sie - Plakovics und seine Frau - ein Körnchen Gültigkeit an dem und dem zugestehen. An das und jenes freilich reicht es nicht heran (und der Kaffee siedet!), und an Dannebergnd an Hakel!


Orpheus und ein zweites Gedicht geschrieben.

Erkältung bei mir ausgebrochen.


Ich bin Briggi immer sehr nahe.

Tags: Amtsweg, öd, sehr verkühlt,

Witzmann zurückgekehrt, schlechtere Atmosphäre im Büro. Wieder viel Arbeit Ich freue mich gar nicht auf den Hofrat Zwanzger-Besuch abends.

Nachm.: weniger zu tun, früher aus. Hofrat abgesagt, zeitig heim. Gemütlich.


Früh Briggi getroffen.

Erster Tag Postversand publ. 3.

Wenig zu tun im Büro.

Zwanzger-Krach in der Redaktion; für Sa bei mir Arbeitskreis einberufen: Zusammenstellen des heftes. Mit Wiesflecker und Artmannheim, mit Artmann noch im Gasthaus gesessen und geredet. Er kommt auch Sonntag Vormittag zu mir.


Vm. sehr wenig zu tun.

Aber Dr. Lindner kam und blieb sehr lange über Mittag hier /bis halb drei Uhr/.

Nm. viel Arbeit, bis am Abend.

Dann zu Weissenborn und Kölz gefahren. Dorthin kam auch Altmann. Weissenborn hat ein mässig schlechtes Gedicht gemacht, das uns aber Gelegenheit zu fruchtbarer Kritik bot, Altmann ein sehr gutes /Er hat, wie ich gestern hörte, eine Liebesbeziehung zu einer jungen Rumänin jetzt/. Anregendes Gespräch. Dann las ich plötzlich in den "späten Gedichten" /letzten/ von Rilke.

Mittwoch, Donnerstag früh Briggi nicht getroffen, obwohl zeitiger gefahren.


Vm. Arbeiten von gestern aufgeholt; auch viel neue Arbeit. Mittags Briggi zu erreichen versucht, vergeblich.

Wieder publ.-Versand. Ganz unregelmässige Arbeit: viel und wenig.

Abends Gedicht-Idee.


Verregneter Tag. Noch warm. Briggi wieder nicht getroffen. Gedicht-Einfall. Beginn des Tags viel Arbeit im Büro,


as hielt auch, nur noch steigend, den ganzen Tag bis zum Abend hindurch.


Die Blätter sind während der letzten Tage alle braun geworden, nun fällt alles ab.

Schöne Tage, frhlinghaft warm dabei.

Die Arbeit im Büro wird immer mehr.

Bei den englischen Wahlen hat überraschend Churchill gesiegt.


Halb zehn kam Artmann zu mir. Seine Gedichte durchge-sehen.

Nach dem Essen Spaziergang um die Steinhofer Mauer. Ausgeruht.

Prosa versucht. Taumle zu sehr in Borchert. Ueber der ganzen Prosa liegt mir eine Lähmung.

Abends.

Ich möchte Briggi bei mir haben.


Früh Wege, noch etwas Zeit. Prosa überlesen, Umkehr zu richtiger Prosa beschlossen.

Briggi getroffen.


Früh Briggi getroffen wieder. Sehr liebe Begegnung immer.

Weg: Steuerermässigung Fünfhaus.

Heute oder morgen Abend kommt Briggi, wenn sie morgen Feiertag haben sollte, also nicht fahren kann früh.

Weniger Arbeit im Büro. Erfuhr zu meinem Entsetzen, namenlos, ich habe von Steger eine Karte zu Giuditta geschenkt bekommen /Steger fährt nämlich nach Salzburg und hat die Karte für sich irrtümlich besorgt/.

Abends kam Briggi nicht.


Traf Briggi in der Strassenbahn, sie fest meinen Händedruck.

Sie kann Samstag nicht kommen.

Im Büro wieder teils viel, teils wenig Arbeit.

Ich behalte das Gedicht weiter im Aug.

Abends habe ich Theater, was mir mehr Belastung als Freude bereitet. Die Zwischenzeit von Büroschluss bis Theateranfang füllte ich mit einem /vergeblichen/ Besuch bei Weissenborn aus, dann ging ich ins Mathematische Institut seliger Erinnerung, um die dortige Toilette zu benützen, und sass dann auf der gewissen Bank im Vorraum des Institutes. /Wo ich auch meinen Brief für die Autoren-konferenz einmal aufgesetzt und später die der N. W. überprüft hatte .../

Genug spät aufgebrochen, ins Theater.

Die Operette ist tot. Giuditta ausserdem totgeboren.

Die dicke Ljuba Welitsch, als Verlassene Verlassende - existentielle Groteske. Peinlich und makaber.

E 2 fuhr nicht, so wartete ich grässlich in der Nacht.


Gedicht "Nachklang in fünftausend Jahren" Allerheiligenarbeit dieses Jahres.

Huhn abends, diesmal aber kein Friedhofweg.

Tante kam nachmittags.

Mit dem heutigen Tag trat Allerheiligenwetter ein.

Ofen rauchte.

Den Tag über und abends ganz in Gedanken an Briggi gelebt.

Alles vorbereitet, um den nächsten Sonntag für Briggi zu haben.


Schneeregen morgens im Steinhof. Herbst.

Briggi, die ich nicht getroffen hatte, gleich früh im Büro angerufen. Sie ist nächsten Sonntag bereit.

Ein wenig Arbeit im Büro. Schon mittags durfte ich heimgehen. Nachmittag unterhalten, dann zu Hofat Zwanzger auf "Anstandsbesuch" in den Schneeregen. An den Wiedner Gürtel. Dort überaus freundliche Atmosphäre, Zwanzger zeigte sich als die Bereitwilligkeit in Person. "Augustin" gerettet, ein Strichpunkt wird noch umkämpft.

Kursteilnehmer gespenstisch in der Strassenbahn abends.

Erfreuter Tagesabschluss.



Verregneter, draussen herbstnasser Tag.

Arbeiten. Dann heftNW zusammengestellt.

In den neu eingelaufenen gelesen.

Versuchte vergebens, Ausdruck für die gestrigen Begegnungen zu finden ...

Kabarett-Erinnerungen an die Zwanziger-Jahre im Radio, mit Elfe Gerhard. Eine Zeit, in der ich irgendwie gern zu Gaste bin. Aber das ist alles nichts.


: Versuche zur Preissenkung.

Wohnung: Rauchfangkehrer.

Briggi, die mir Freitag zugesichert hatte, sie würde Sonntag zu mir kommen können, musste mir heute absagen; sie wird die ganzen nächsten Wochen zu Wochenende nicht in Wien sein.Wir kommen nicht zusammen.

Sie sagte unlängst, "aber es wartet".

Nachdem schon gestern die Stimmung diffus geworden ist, nun Turbulenz im Büro. /Hitchman auch hier./

Ich möchte heute zum erstenmal, dass Wochenende ist.

Mittags Briggi angerufen, sie empfängt mich Mittwoch abends bei sich, gern.

Bi abends wieder viel gearbeitet, auch eigene Korrespondenzen erledigt.

Abends traf ich wieder Briggi. Aber Karl S. kam auch dazu.

Für mich zuhause keine Post.


Ich sagte ihr, sie das einzige was mich noch an wenn sie nach Amerika geht, geh ich zu Matejka. Fragte sie nebenbei, ob sie wohl nächstes Frühjahr nach Amerika ginge. Sie sagte, sie nehme es an, es sei noch nicht ganz fest. Sie sah mich sehr lieb an.

Grosser Wirbel im Büro.

Draussen gegen Mittag regnerisch, herbstlich.

Kurze Mittagspause. Nachmittag wieder gearbeitet.

Daheim war Post von Diem /lieb/ und von Nahlik /engstirnig/ eingelangt.

Ich erwarte den morgigen Abend.


Von Früh an wieder grosser Betrieb. Heute Moren Briggi nicht begegnet.

Abends 19 Uhr zu Briggi gegangen.

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Gespenstische Nacht. Katze.


Aus dem Donnerstag :

Früh bei ihrer Haltestelle auf Briggi gewartet.

Briggi: Ein herrlicher Morgen heute. Wie im Frühling, nach langem Schneefall.

sagte: Briggi, heute nacht ist mein "Elfenbeinturm" eingestürzt.

Briggi: ja? -

sagte: Jetzt ist alles sinnlos geworden. Seit gestern Abend lieb ich dich nämlich ganz.

Briggi: - ja -?

(Nach einer Weile ...)

Bist du sicher?

sagte: ganz sicher.

Briggi: Und jetzt soll ich fortreisen ...

- - -

"Das ist eigentümlich -"

"Ja, das ist seltsam -"

- - -

Briggi: "In meinen Träumen hab ich uns immer als Liebende gesehn."


Wieder wärmere Tage jtzt. Plus 6 Grad früh.

Wieder zur Haltestelle gegangen, auf Briggi gewartet. Das erste Mal im Leben sind mir die anderen Sachen egal. Ich arbeite genauer als je, weil ich in allem dem nur eine Rolle zu spielen hab.

Gestern hat Briggi vier englische Zeilen geschrieben; ungefähr:


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Prozess, der sinnlos aufgeschrieben wird /Gedichte/ /Nachträgliche Notiz./


Briggi: "Ich hab Besuch bekommen und hab dir's nicht mehr vorher sagen können."


Hatte unmittelbar danach Lust, zu Weißenborn in die Stadt zu fahren, evtl. dort etwas zu trinken, aber die Verzweiflung wenn ich niemand ngetroffen hätte, war mir zu groß.

Schrieb we ein Narr für die Zeitschrift. Einreichung von zehn GedichtenNW, "Korea" nunmehr endgültig für Matejka.

Noch Gedichte geschrieben.

Mama kam abends zurück, das bewirkte daß ich ab 8 Uhr mich wie früher einmal aufführte, normal, absolut zufrieden.


Föhnwetter, stärker noch als gestern, plus elf Grad fh; vorfrühlinghaft, frühlinghaft.

So abends: Beschäftigungstherapie.


Frühlingswetter.



früh: Korr. für publ. wieder einmal erledigt.

Freude mit der Katze.

Brigginicht getroffen früh.

Ein unbedeutender Anruf von ihr im Büro.


abends: Briggi auch nicht getroffen. Zu Hause wieder ein bisschen Freude, angenehm gesprochen.

Ein grundsätzlich ablehnender Brief von kam.

Die NW sind jetzt auch erledigt.




Gegen Nachmittag auf. Ins Büro, dort war ich nötig und konnte heim (der Doktor Lindner war in Wels), verabschiedete mich und darf auch morgen zuhaus bleiben.

Elender Nachmittag, vier Uhr niedergelegt.Katze sehr lieb, tröstet immer.

Gespräche. "Wartezimmer". Schlief, träumte die Nacht von Briggi.


Nächstentags zeitiger auf, Briggi zu erreichen versucht. Sie ist tatsächlich wieder verreist.

Setzte mich über die "publikationen" nr. 4.

Ich bekam eine Karte zu einerLesung von Klinger in der Urania, soll ihm die Freude machen und hingehn, und sie in den "Neuen Wegen" besprechen.

Was die Leute von meinem Einfluß glauben -.

Gegen nachmittag wurde die Katze toll, nach einem sehr müden Morgen und nach dem Genuß von Leber aus St. Marx, die wir von Frl. Huber bekommen hatten.

Kein und Artmann besuchten mich. (Unerwartet.)

Große Besprechung. Austritt aus den "Neuen Wegen". Gründung de literarischen Art Clubs.

Kerngruppe Kein, Artmann, ich. Mitarbeit Riemerschmieds.

(Mit diesem - roten - Kugelschreiber die Loslösung vollzogen.

Seltsame Notiz.)

Ich bin den Freunden für diesen Nachmittag dankbar.


Verregneter.

Wußte, daß ich auf nichts zu warten hatte.

Es kam indes Polakovics. Ich verständigte ihn von den gestrigen Entschlüssen, was er hinnahm. Versicherte, daß wir, jetzt ungetrübter, Freunde bleiben.

Er las mir von Maja vor, ich zeigte ihm letzte Gedichte. (Auch das heutige.) Er, genug hellörig, schon "zwei Monate".

Maja, erzählt er, hat Katzen gern.

Gab das Weiterschreiben wieder auf.

Hörte aufmerksam Radio. (Nichts Überflüssiges notieren.) .

... und Briggi in den Armen halten, bewußt, von ihr aufgenommen sein, und nichts nachher. (Oder, wie früher gewünscht, die schönen Morgen -.)

Ich bin nichtsdestoweniger bereit zuzugestehn, ja ich zwinge eigentlich auf, daß, was mir unmöglich sein sollte, jedem einzelnen anderen gelingen kann. Glaube nämlich nicht an ein negatives Gesetz.

Würde jedem raten, so zu beginnen, zu lieben.

Nicht bloß "wertvoller" llein Augenblicke willen, sondern der Möglichkeit zulieb, zu finden, aus aller Relativität heraus, beglückend.

Wie die Redensart "auf des Messers Schneide" sagt - - st es ein Verbrechen, bei jemand aussichtslos zu bleiben und vielleicht wen "Richtigen" so um sein Glück zu bringen? Hat man die Pflicht, Liebe so hin zu lenken; wenn sie nicht grenzenlos wirken und umwandeln kann, sie ziehen?


Abend wieder glücklich (unabhängig vom getrunke-nen Wein).

Briggi als Geliebte wäre das Schönste das mir geschehen könnte.


früh kam überraschend Tante. Vernebelter Morgen. Mißglücktes Treffen mit Briggi heute früh.

Erster Tag wieder im Büro. Etwas fremd, sehr leer.

Die ganzen Art Club sind mir jetzt grau ...

Erst aus der "Welt am Montag" muß ich erfahren, daß Hertha Kräftner gestorben ist.

Sitze nun also wieder hier im Büro, nicht lebendiger als vor der Krankheit.

Vormittag sehr große Sehnsucht nach Briggi gelitten.

Unsere Firma ist dem Landesgericht angezeigt.

Daheim froh, daß ich daheim war.

Getrunken, auch Schnaps. Die Katze war sehr lieb. Verbrachte den Abend mit schönen Gedanken an Briggi, den Traum mit ihr.


Gestern kam Post: ein neuer Abonnent, ein Heft zurück, Ein-ladung zum Kreis-Abend.

Heute versuchte ich nicht, Briggi zu treffen.

Klarer Tag, erträglicherin der Stimmung.

Lebhaft im Büro gearbeitet.

Freute mich aufs Tagebuch-führen.

Die teilweise Aussprache zuhaus erleichterte mir meine Lage sehr.

Ich denke immer, Briggi und ich können der endlichen Vereinigung nicht entgehen.

Mittag, überraschend, rief Briggi an.

Auch sie sagte: Wie soll das weitergehen?

Was für einen Nach-mittag verbracht? Abend den Brief überbracht.


(Die Katze ist sehr lieb.)

Wieder grau, neblig; früh als wenn Nacht draußen wäre.

Ging nicht zur Haltestelle, Briggi aber fuhr mit meiner Straßen-bahn. Sie lief gleich in den 46-er, wir sahen uns aber und lächelten uns zu.

Gearbeitet.

Mittags ging ich erstmals spazieren, lehnte an den Pfeilern im Stadtpark, fühlte mich neutraler als je in Währing hinter den Instituten.

Frühlinghaft, nur ein härter und dunstig.

Traf überraschend, als ich das Papier (3000 Blatt) für Herrn Wittmann im "Kreis"abgegeben hatte und ein Kaffeehaus für die Zeit bis acht aufsuchen wollte, Bauer vom Büro, der auch noch in diesen Straßen ging.

Ich begleitete ihn zu mir bisher fremden Freund Wanko, der mit ihm in Korsika gewesen war, mußte mir das Gesicht vermummen (mit meinem Rucksack), um den zu schrecken, und ließ mir dann Diapositive aus Korsikaund (u.a.) Waldviertel vorführen.

Waldviertler Gras, Himmel, Wald, viel ansprechender als die gesehenen korsischen Landschaften. Mehrmals wollte ich mich im Gras niederlassen (endlich ausruhen; ohne Gedanken an ie, mit ihr).

Dann wieder durch die Gablenzgasse gelaufen.

Zur Lesung Wiesflecker, Maschke und eines Malers erschien von unsern Leuten nur Kein.

(20 Uhr. Ungelüfteter Raum. Visavis lag ein orangerot erleuchtetes Atelier. Luft draußen roch nach Nebel.)

"Hufnagel" hinterließ einen Eindruck, die Notizen des Malers fand ich nicht flach wie sonstmeist . Wiesflecker der unfertigste.

Mit Kein spät heim. (Im Regen.) Sendetürme Steinhof haben nun je vier Lichter; drei davon schwingen. Man siehtes an vielen Stellen der Stadt.

In den 47-er kam elf Uhr noch Briggi. Zu seltsamsten Tageszeiten sehen wir uns immer. Sie war in einem Konzert gewesen; am Ende der Fahrt, ehe sie rasch absprang, sagte sie, sie hat an mich gedacht.


Der Regen hält an.

Brigitte Kahr (- die andereBrigitte -) hat mir gestern ein Bändchen ihrer Erzählungen geschickt. Las heute darin und fand "Ivo-Maria" wieder (vor Jahren gelesen, ohne zu wissen von wem).

Heute abend also kommt vielleicht Briggi zu mir.

Lebte in aufgefrischter Freude.

Den Nachmittag nichts getan, viel ghört, was damit?

Abends kam Briggi nicht. -


Nächstentags hatte Briggi schon um 1/2 9 im Büro angerufen (bevor ich ).

Ich rief zurück.

Briggi gestern Abend nicht kommen, "sie ist den ganzen Tag nicht aus dem Haus gegangen".

Sie wird mich mittags anrufen.

Briggi war gestern krank. Dieses Wochenende bleibt sie in Wien undwird zu mir heraufkommen.

Ich habe den Sonntag wieder wie letztes Mal organisiert.


Reinhard Federmann schreibt gute Prosa.

Die Katze ist nicht ganz gesund.

Regenhat aufgehört. Klares, etwas kälteres Wetter. (Ich hatte gestern die Klinger-Lesung vernachlässigt.)

Ich träumte von der Vereinigung mit Briggi. Die schönste Nacht hielt an bis zum Aufwachen morgens.

Es trübte wieder ein. Langweiliger Abschluß im Büro mittags.


Ich erinnere mich an Zeichnungen von Kurt Steinwendner, die ich gesehen habe bei Polakovics an einem Abend als er in der Reinlgasse zu Besuch war. Was war das in sei-nem Leben übrigens?

Mehreres hat sich aufgehört; ich versuchte zu zeichnen und brachte nichts zuweg.

Mache fade Notizen und denke wenig dabei /ziemlich nach Wortsalat-Methode aufgeschrieben, was gerade einfällt/, möchte in Wirklichkeit nichts als mit Briggi verströmen.

Wohltuende Deklaration.


Sonntag Briggi


Gleichviel ob man bereut (ein undankbar) oder hinnimmt, wäre es nicht natürlich, die alte Glück-Sehnsucht zu verleugnen.

Von der Formung durchs Leid ist alles ein schönes Reden, solang der eigene Leib wehtut. Aber den Andern verlieren -dieses Leid lohnt nicht; enn die Gemeinsamkeit ist ewig wichtiger als der Charakter.

Ein Gedicht - dafür genügt das Ahnen und eine Strohpuppe, die anregt. Die Entwicklung - da müssen schon Kopfschmerzen ertragen werden und harte Lager allein.


Ich bin glücklich, Geliebte, (für die ich das aufschreibe), daß du mich nicht um eine Erfahrung reicher gemacht hast (wie man also mit Leuten umzugehn habe), oder um eine Erkenntnis (was man künftig nicht mehr zu suchen habe), sondern um Erleben. Um dich.


Nm. früher bürofrei. Zu Artmann gefahren. "publ."-Planung.

Zur Zusammenkunft im "Kreis" umsonst. Niemand dort.

Sehr einsam nachhaus. Heute abend wurde ich im Kosmos-Theater gelesen.

(Hatte im Büro Humor verbreitet.)

Ich bin glücklich, daß mir nie der kleinste Gedanke gegenBriggi gekommen ist.

Sie ist mir einzig lieb.


abends getrunken.


erstmals Briggi wieder gesehen auf der Strassenbahn. Belangloses Gespräch.

Im Büro erster Tag mit dem Fernschreiber. Dadurch verwirrter Vormittag.

Letzte Tage kühleres Wetter.

Korrespondenzen.

Vergnügen mit dem Fernschreiber. Dr. Lindner hat kindische Freude daran.

Die Herren beim Fussbaländerkampf Oesterreich:England.



Gestern Abend gutes Essen /Namenstag .../

Kalter Regenfall, Schneeregen.

Briggi nicht gesehen ...

Mein erstes Fernschreiben mit Zürich.

Sonst hässliche Atmosphäre vm. im Büro.

Mittags: kaum anders als im Nichts.


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Zitiervorschlag

Okopenko, Andreas: Tagebuch 01.01.1951–30.11.1951. Digitale Edition, hrsg. von Roland Innerhofer, Bernhard Fetz, Christian Zolles, Laura Tezarek, Arno Herberth, Desiree Hebenstreit, Holger Englerth, Österreichische Nationalbibliothek und Universität Wien. Wien: Version 1.1, 15.1.2019. URL: https://edition.onb.ac.at/okopenko/o:oko.tb-19510101-19511130/methods/sdef:TEI/get?mode=p_287

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