Laden...

Klarer Dezembertag. Sonne scheinte grell; blau und weiss. Morgen fahre ich nach Mödling;


Geordnet. Publikationen zusammengestellt oder daran versucht ...



In der Stadt hässlich vernebelt.

Früh hatte ich Briggi gesehn. Nur gesehn.

Korrespondenzen. /Ebner, Schreiber, Brigitte Kahr/.

Lindner unerwartet nach Triest. Hercég geflüchtet, Leitner der nächste.

Zu Weihnachten werde ich wahr-scheinlich aussertourlich l0 Tage frei bekommen.

Hatte neulich von einer Briggi geträumt, in einer Gesandtschaft in Zürich, die aber die Züge der Diem trug. Ein sonderbares Mädchen, und ein sonderbares Beisammensein dort.

Abends kam Artmann zu mir. Er brachte mir die Uebersetzungen. Post war eingelangt.


Früh ein klarer Vorwintertag. Manifestation .....

Geringe Verspätung im Büro.

Unser Kompensationspartner Dr. Pompe wegen Devisenvergehens vor Gericht.

Wieder Wolken über unserer Firma Mittags literarisch geareitet. Am Aend noch gerechnet, und ein Fernschreiben kam.

Im rauhen Wetter heimgefahren. Angenehmer Abend daheim.

Ich freute mich am guten Essen ...

Post war wieder eingelangt.

Ich habe neulich Brigitte Kahr geschrieben.


Früh einige Gedankenzüge, nach Zusammentreffen mit Briggi etwas moduliert, verloren im schlechten Wetter über der Stadt, allen Schwung.

Ich Man muß vermeiden,

Die Niederschrift illusorisch geworden, die Potenzen sind natürlich nicht abgeschnitten.

Sehr bewegter Vormittag.


25 12 51Gegenwärtiger Stand:

Ich überleg mir jedes Wort dreihundertmal, eh ich's aussprech.

Ich denke aber, daß die Worte, die die 400ste Überlegung durchhalten würden, noch besser sind wären.


Ich ruhe mich momentan aus. Und es ist so leicht, alles egal zu finden. Wer meine Sätze nicht versteht, wird meine Liebe nicht verstehen, aber die sprech' ich ja anderswohin.

Ich ruhe mich aus von aller Gemeinschaft - für mehrere Minuten.


Heute 20hKarl Kraus-Abend bei den Leuten in der Museumstraße. Ich werde Artmann treffen und Wiesflecker und vielleicht Polakovics.

Gestern erreichten mich die Ankündigungen des "College"; ich werde auch dort gelegentlich hingehen.

Mehrere Fernschreiben nachmittags. Ich muß ehrlich sagen, daß ich die Tage mit Briggi als

- Wie froh bin ich, daß ich jene Tage mit Briggi erlebt habe.


Angenehmer Abend zuhaus. Dann wieder ausgefahren, in den "Kreis". Ein ganz lehrreicher /sonst wenig/ raus-Vortrag. Nur Artmann war von unsern Leuten hingekommen.


Angenehmer Abend zu Hause, dann wieder ausgefahren in den „Kreis“. Ganz lehrreicher (sonst wenig) Vortrag. Nur Artmann von unseren Leuten hingekommen.


Null Grad-Morgen.

Briggi fuhr nicht mit meiner Straßenbahn.

Ich freue mich (unter den Büchern, die ich bestellt habe) auf Ernst Jüngers "Inselfrühling".


Statistik wird immer ärmer:

Nur mehr einen Krampus mit einem Nikolo gesehen gestern abends.


In einem beinah Londoner Nebel (es mischen sich immer die Redens-arten ein)

Briggi abends getroffen, nachdem Straßenbahnstörungen waren.

Ich atte die Leute vom Art Club getroffen, die nächsten Samstag mit einer Feier von 15-2 Uhr ihre neue Galerie eröffnen. Ich soll mit meinen Leuten wegen einer modernen -Einlage reden.

Mit Briggi wie in früheren Zeiten gesprochen; sie ist jetzt sehr außerhalb Ruhe, will rauchen anfangen.


Gestern Abschlussarbeiten an den publikationen. In nächster Zeit beginnt das Matrizenschreiben.

Vormittag: Briggi nicht getroffen.

Viel Arbeit im Büro.

Lindners Chauffeur informierte uns, es ist so weit, dass Lindner flüchten wird.

"Kleine Manifestation" endgültig gefasst.


Bekam die Weihnachtsremuneration von S 1770.-- ausgezahlt.

Viel Arbeit wieder im Büro.

Mit Tante herausgefahren. Trafen Dr. Uiberrack. Mit dem über Glas-chemie fachgesimpelt.

Nachmittag kam Ernst Kein.

Die publikationen mit ihm durch-gesiebt noch, dann sehr anregend über auseinandergesetzt. Versuchten zu negativen "Kriterien" zu finden; stimmen jedenfalls überein, dass das Dez.-Heft der NW unter aller Kritik ist.

Die "publikationen" nr. 4 werden wahrscheinlich besser sein als die zwei vergangenen Nummern.

Abends versuchte ich, von Briggi Falkinger loszukommen.

Ich trank Rum und beschäftigte mich teilweise mit der nächsten Zukunft.

Die Katze wächst heran und ist ein sehr liebes Tier.


Verbrachte den Tag daheim, erledigte Korrespondenzen, Nachmittag kam Artmann sonderlich gut gelaunt, arbeiteten über die "publikatione", ich begleitete ihn dann (minus 4 Grad) ein Stück auf seinem Heimweg.


Ich finde es gerade komisch, wie ich wieder existiere.

Mit Arbeit jetzt eingedeckt, im Büro und privat, wo ist das Mädchen hin?

(Nur kann mir noch rasch übel werden, wenn ich ein bisschen fester hindenke.)


abends, wir waren beide verhältnismässig aktiver, mit Briggi zusammengetroffen.

Sie kommt mittwoch nicht in die "Schmutzigen Hände" im "Kreis", will aber Samstag zur Eröffnung des Artclubs. Ich weiss nicht ob ich hingehn werde.

Sie sagte mir keine schönen Sachen von Brigitte Kahr.

/Wir sprechen so, wie ich schreibe, und zwar, wie ich jetzt schreibe, und weniger wie ich letzte Wochen geschrieben habe, und damals hab auch anders gesprochen als jetzt; und wenn wir wollten, könnten wir auch jetzt noch so sprechen, aber wozu, wenn wir wissen, wie es weitergeht, und jetzt genügt jedem ein Hintreiben.

In der nächsten Sekunde muss ich notieren: es wäre wunerschön, wenn man mindestens mit-sammen hintriebe./

Abends lag daheim ein Brief von B. Kahr und eine Karte von Matejka. Mittags hatte ich Polakovics angerufen. Seine Frau ist jetzt dauernd krank. Die beiden sind mir sehr lieb.

Dann noch abends schrieb ich einen Brief an B. Kahr. Und noch später machte ich Ordnungen und wurde im Niederschreiben wieder sehr ruhig.



minus 3 1/2 Grad früh.

Früh ziemlich haltlos vom Konsum gerannt.

Im Büro weniger Arbeit, ich tat hässliche Korrespondenz ab. /Ebner./

Weihnachten liegt irgendwie in der uft.

Nm. war Huber unausstehlich. Bauer windet sich unter ihr hässlich.

Mehr habe ich momentan nicht aufzu-schreiben.

Zu Matejka. Dort sehr freundliches Gespräch, auch Muschik kam dazu. Mein Gedicht gefiel sehr und kommt, wahrscheinlich zusammen mit einer Originalphotographie der Ruinen-sprengung, ins "TB".

"Schmutzige Hände" angesehen. Mit Wittmann die Herstellung der nächsten "publ." abgemacht.

Gerädert heim.


Vm. Wege /"Uni"/.

Meine Matrizen besorgt.

Etwas später ins Büro.

7 Matrizen geschrieben.

Abends mit Polakovics "Wozzek" angesehen /ilm/. Pol wieder sehr nahe gewesen.

Maja wünscht shr /in ihrer Krankheit/, unsere Katze zu sehen.


Fr. Schik-Karli getroffen, Briggi nur gesehen.

Care Paket von der Aktion "Künstler helfen Künstlern" bekommen.

Abends ziemlich kalte Heimfahrt. Briggi kam noch zu mir, schlug mir vor, morgen mit ihr zur ArtClub-Eröffnung zu gehen.


Dr. Schmellers Einladung war nicht gekommen.

Nicht in den Art Club. Briggi /hörte ich Sonntag/ war dortgewesen und bis zuletzt /dreiviertel eins/ geblieben. Artmann war auch gekommen.

Ich ging gegen Abend um die Steinhofer Mauer und trank dann.


Pol kam.

In Freundschaft den Vormittag verbracht.

Halb drei zu Pol:

Maja in Floridsdorf besucht, die Katze ihr ausgeborgt.

/Maja ist sehr krank./

Ich erzählte Pol. von Briggi F.

Nie Endgültiges?


Wieder Gedicht. Letzte Woche vor Weihnachten.

Von gestern an den Wintermantel genommen.

Lebte wieder in Gedanken an Briggi.


Früh traf ich sie.

Wirtschaftspolizei und wahn-sinnige Arbeit in meinem Büro. Joli - angezeigt.

Für Donnerstag mit Artmann Treffpunkt ArtClub vereinbart.

Viel auch für mich gearbeitet.


Dr. Pawlicki gesorben.

Früh Briggi nur gesehn.

Lebte wieder so in Gedanken.

Dr. Machwitz längere Zeit vm. nicht im Büro, ich matri-zierte weiter.

Irgendwie vorweihnachtliche Stimmung.


Aufgelockerter Betrieb im Büro. Für mich gearbeitet.

Mittags rief Pol an: Majas Abortus.

Abends in den Art Club.

Angenehmes Lokal im Souterrain der Kärntnerbar. Artmann dort angetroffen, mit Trrr diskutiert. Wir dürften für die Extremisten des ArtClubsine Art Wald- und Wiesenlyriker darstellen.

Sehr bereitwillig, aber reserviert dem ArtClub gegenübergestanden.

Mir können die Stösse von aussen nichts mehr anhaben.


Nach der gestrigen Nacht müder Morgen, im Büro Aergernisse nacheinander.

Drei Tage vor Weihnachten ver-bringe ich einen nebligen Tag.

Das Bekenntnis zum Realismus ist mir gar keine Frage mehr.

Abends kamen die Stimmen der Gegenwart, die unvergleichlich besser als das Buch sind.


Schon weihnachtliches, wenn auch schneefreies Wetter. Letzter Bürotag, auch die Stimmung ist schon danach.

Am Vormittag wurde noch sehr viel gearbeitet.

Schwer bepackt heim. Ordnete nm. meine Korrespondenz, las, verbrachte den Tag ruhig, unein-gedenk.


Frei. Vorweihnachtliche Stimmung. Am kalten Nachmittag eine Prosa "Nebel über einem Gebiet" zu schreiben versucht.


Morgens nach längerer Zeit einmal die Kirche besucht.

Vormittags kamen Tante und Paul.

Versuchten den Nahmittag gemütlich zu machen. Viellecht wirklich gemütlicher als Christ-tage vergangener Jahre, die ich in Erinnerung habe.

Nachmittag wieder gedacht, gedacht, Hilde geschrieben /also fing ich hier an/, und ohne Hingebung gelesen.


Daheim ausgeruht. Ich sichtete meine Mappen und sonderte aus letzter Zeit einiges aus.

Ich habe Sehnsucht und wss nun nicht mehr, wohin sie geht.

Briggi vergessen können, der ich nichts erfülle.


Nm. gelesen, ausgespannt.

Mehr können diese Tage nicht bringen.

Morgen habe ich wieder Büro.


Wegen dringender Arbeiten in Stellvertretung Dr. Machwitz' musste ich ins Büro kommen /entgegen früheren Hoffnungen/. Dort viel aber frei gearbeitet, finde niemand und nichts un-sympathisch.

In der Früh Briggi getroffen, sehr hergerichtet, freundlich. Sie war gestern im Art Club, erzählte mir, dass meine Inter-essentenliste schon lebhaft ausgefüllt werde. Unlängst war der Inder bei Briggi in der Wohnung, zu einem gemütlichen Abend daheim.

Brief nach Oberlaa ist heute abgegangen. Aber ich komme von Briggi nicht mehr los. Jetzt muss ich ganzllein damit gehen.

Am Abend daheim versuchte ich von allem auszuruhen. Es sind immer schöne Abende.

Weihnacht war Rauhreif, heute 0°.

Neulich Dada-Versuche, zu denen viel Ehrlichkeit gehört.

Dr. Pavlicki wurde heute begraben.


Gestern Abend: Brigitte Kahr hat mir geschrieben. Sie dürfte in einer misslichen Lage sein. Heute morgen schrieb ich ihr einen Brief.

Wieder ins Büro gefahren.

Es war weniger zu tun als gestern. Nächste Tage sind frei.

Abends: Art Club. Produktive Zusammentreffen. Lesungstermin mit Dr. Schmeller festgesetzt, mit Artmann besprochen.

Notiz aus dem Büro:

Meine einzige sinnvolle Tätigkeit ist jetzt: Zeit verstreichen lassen.


"publ." nr. 4 auf dem Bierhäusel-berg abgezogen. Diesmal mit dem Autobus hinaufgefahren. Tag mit mehreren Eindrücken.


Dialogstelle:

"Wie fühlt man sich als Hure?" "Eng. Als Liebende war man um-fassender."

Vormittag kam Kein, mit dem ich auch angenehm plauderte, nach-mittag Artmann. Wir stellten die neue Nummer fertig. Nächsten Sonntag Besprechung de Leseabends


Vormittag sonnige Gegend mit leichtem Frost. Letzte Be-sorgungen.

Mittags wurde es trüber, ich holte Wein und bereitete den Versand meiner Zeitschrift vor.

Nach längerer Zeit versuchte ich, auszu-ziehen, um den Duft konzentriert zu erhalten. Dabei bemerkte ich traurig, dass ich keine Probier-gläser mehr habe.

Gestern machte ich mich über die Greguerias her und liess mich von Artmann ein wenig in Spanisch unterweisen.

Mir sind Neujahr-Vorsätze recht zuwider, ich möchte auch auf den Rückblick heuer verzichten und mich nur am Silvesterabend ein-fach freuen. Das vergangene Jahr hat mir den Broterwerb, die Befreiung von den Existenzsorge die Staatsbürgerschaft von hier, die "publikationen", mehrere gute Bekanntschaften aus dem Kulturellen gebracht.

In die Bahn des Mädchens ver-mochte ich nicht zu finden.


Zu einer missglückten Prosa, abends:

... Das Schwere daran ist, unpersönlich zu schreiben /denn ich könnte nicht Zeilen lang hinschreiben: B., ich lieb dich, und immer noch .../, unpersönlich zu schreiben und gemässigt; man kann Kunst nicht kurzschliesen, und wenn der gesunde Instinkt für die Indirektheit versagt, ist es sehr schwer zu arbeiten, auch wenn die Intensität drängt ...


Einen angenehmen Nachmittag verbracht.

Abends bei guter Speise und Wein hemmungslos zu schreiben begonnen.


Laden...

Klarer Dezembertag. Sonne scheinte grell; blau und weiss. Morgen fahre ich nach Mödling;


Geordnet. Publikationen zusammengestellt oder daran versucht ...



In der Stadt hässlich vernebelt.

Früh hatte ich Briggi gesehn. Nur gesehn.

Korrespondenzen. /Ebner, Schreiber, Brigitte Kahr/.

Lindner unerwartet nach Triest. Hercég geflüchtet, Leitner der nächste.

Zu Weihnachten werde ich wahr-scheinlich aussertourlich l0 Tage frei bekommen.

Hatte neulich von einer Briggi geträumt, in einer Gesandtschaft in Zürich, die aber die Züge der Diem trug. Ein sonderbares Mädchen, und ein sonderbares Beisammensein dort.

Abends kam Artmann zu mir. Er brachte mir die Uebersetzungen. Post war eingelangt.


Früh ein klarer Vorwintertag. Manifestation .....

Geringe Verspätung im Büro.

Unser Kompensationspartner Dr. Pompe wegen Devisenvergehens vor Gericht.

Wieder Wolken über unserer Firma Mittags literarisch geareitet. Am Aend noch gerechnet, und ein Fernschreiben kam.

Im rauhen Wetter heimgefahren. Angenehmer Abend daheim.

Ich freute mich am guten Essen ...

Post war wieder eingelangt.

Ich habe neulich Brigitte Kahr geschrieben.


Früh einige Gedankenzüge, nach Zusammentreffen mit Briggi etwas moduliert, verloren im schlechten Wetter über der Stadt, allen Schwung.

Ich Man muß vermeiden,

Die Niederschrift illusorisch geworden, die Potenzen sind natürlich nicht abgeschnitten.

Sehr bewegter Vormittag.


25 12 51Gegenwärtiger Stand:

Ich überleg mir jedes Wort dreihundertmal, eh ich's aussprech.

Ich denke aber, daß die Worte, die die 400ste Überlegung durchhalten würden, noch besser sind wären.


Ich ruhe mich momentan aus. Und es ist so leicht, alles egal zu finden. Wer meine Sätze nicht versteht, wird meine Liebe nicht verstehen, aber die sprech' ich ja anderswohin.

Ich ruhe mich aus von aller Gemeinschaft - für mehrere Minuten.


Heute 20hKarl Kraus-Abend bei den Leuten in der Museumstraße. Ich werde Artmann treffen und Wiesflecker und vielleicht Polakovics.

Gestern erreichten mich die Ankündigungen des "College"; ich werde auch dort gelegentlich hingehen.

Mehrere Fernschreiben nachmittags. Ich muß ehrlich sagen, daß ich die Tage mit Briggi als

- Wie froh bin ich, daß ich jene Tage mit Briggi erlebt habe.


Angenehmer Abend zuhaus. Dann wieder ausgefahren, in den "Kreis". Ein ganz lehrreicher /sonst wenig/ raus-Vortrag. Nur Artmann war von unsern Leuten hingekommen.


Angenehmer Abend zu Hause, dann wieder ausgefahren in den „Kreis“. Ganz lehrreicher (sonst wenig) Vortrag. Nur Artmann von unseren Leuten hingekommen.


Null Grad-Morgen.

Briggi fuhr nicht mit meiner Straßenbahn.

Ich freue mich (unter den Büchern, die ich bestellt habe) auf Ernst Jüngers "Inselfrühling".


Statistik wird immer ärmer:

Nur mehr einen Krampus mit einem Nikolo gesehen gestern abends.


In einem beinah Londoner Nebel (es mischen sich immer die Redens-arten ein)

Briggi abends getroffen, nachdem Straßenbahnstörungen waren.

Ich atte die Leute vom Art Club getroffen, die nächsten Samstag mit einer Feier von 15-2 Uhr ihre neue Galerie eröffnen. Ich soll mit meinen Leuten wegen einer modernen -Einlage reden.

Mit Briggi wie in früheren Zeiten gesprochen; sie ist jetzt sehr außerhalb Ruhe, will rauchen anfangen.


Gestern Abschlussarbeiten an den publikationen. In nächster Zeit beginnt das Matrizenschreiben.

Vormittag: Briggi nicht getroffen.

Viel Arbeit im Büro.

Lindners Chauffeur informierte uns, es ist so weit, dass Lindner flüchten wird.

"Kleine Manifestation" endgültig gefasst.


Bekam die Weihnachtsremuneration von S 1770.-- ausgezahlt.

Viel Arbeit wieder im Büro.

Mit Tante herausgefahren. Trafen Dr. Uiberrack. Mit dem über Glas-chemie fachgesimpelt.

Nachmittag kam Ernst Kein.

Die publikationen mit ihm durch-gesiebt noch, dann sehr anregend über auseinandergesetzt. Versuchten zu negativen "Kriterien" zu finden; stimmen jedenfalls überein, dass das Dez.-Heft der NW unter aller Kritik ist.

Die "publikationen" nr. 4 werden wahrscheinlich besser sein als die zwei vergangenen Nummern.

Abends versuchte ich, von Briggi Falkinger loszukommen.

Ich trank Rum und beschäftigte mich teilweise mit der nächsten Zukunft.

Die Katze wächst heran und ist ein sehr liebes Tier.


Verbrachte den Tag daheim, erledigte Korrespondenzen, Nachmittag kam Artmann sonderlich gut gelaunt, arbeiteten über die "publikatione", ich begleitete ihn dann (minus 4 Grad) ein Stück auf seinem Heimweg.


Ich finde es gerade komisch, wie ich wieder existiere.

Mit Arbeit jetzt eingedeckt, im Büro und privat, wo ist das Mädchen hin?

(Nur kann mir noch rasch übel werden, wenn ich ein bisschen fester hindenke.)


abends, wir waren beide verhältnismässig aktiver, mit Briggi zusammengetroffen.

Sie kommt mittwoch nicht in die "Schmutzigen Hände" im "Kreis", will aber Samstag zur Eröffnung des Artclubs. Ich weiss nicht ob ich hingehn werde.

Sie sagte mir keine schönen Sachen von Brigitte Kahr.

/Wir sprechen so, wie ich schreibe, und zwar, wie ich jetzt schreibe, und weniger wie ich letzte Wochen geschrieben habe, und damals hab auch anders gesprochen als jetzt; und wenn wir wollten, könnten wir auch jetzt noch so sprechen, aber wozu, wenn wir wissen, wie es weitergeht, und jetzt genügt jedem ein Hintreiben.

In der nächsten Sekunde muss ich notieren: es wäre wunerschön, wenn man mindestens mit-sammen hintriebe./

Abends lag daheim ein Brief von B. Kahr und eine Karte von Matejka. Mittags hatte ich Polakovics angerufen. Seine Frau ist jetzt dauernd krank. Die beiden sind mir sehr lieb.

Dann noch abends schrieb ich einen Brief an B. Kahr. Und noch später machte ich Ordnungen und wurde im Niederschreiben wieder sehr ruhig.



minus 3 1/2 Grad früh.

Früh ziemlich haltlos vom Konsum gerannt.

Im Büro weniger Arbeit, ich tat hässliche Korrespondenz ab. /Ebner./

Weihnachten liegt irgendwie in der uft.

Nm. war Huber unausstehlich. Bauer windet sich unter ihr hässlich.

Mehr habe ich momentan nicht aufzu-schreiben.

Zu Matejka. Dort sehr freundliches Gespräch, auch Muschik kam dazu. Mein Gedicht gefiel sehr und kommt, wahrscheinlich zusammen mit einer Originalphotographie der Ruinen-sprengung, ins "TB".

"Schmutzige Hände" angesehen. Mit Wittmann die Herstellung der nächsten "publ." abgemacht.

Gerädert heim.


Vm. Wege /"Uni"/.

Meine Matrizen besorgt.

Etwas später ins Büro.

7 Matrizen geschrieben.

Abends mit Polakovics "Wozzek" angesehen /ilm/. Pol wieder sehr nahe gewesen.

Maja wünscht shr /in ihrer Krankheit/, unsere Katze zu sehen.


Fr. Schik-Karli getroffen, Briggi nur gesehen.

Care Paket von der Aktion "Künstler helfen Künstlern" bekommen.

Abends ziemlich kalte Heimfahrt. Briggi kam noch zu mir, schlug mir vor, morgen mit ihr zur ArtClub-Eröffnung zu gehen.


Dr. Schmellers Einladung war nicht gekommen.

Nicht in den Art Club. Briggi /hörte ich Sonntag/ war dortgewesen und bis zuletzt /dreiviertel eins/ geblieben. Artmann war auch gekommen.

Ich ging gegen Abend um die Steinhofer Mauer und trank dann.


Pol kam.

In Freundschaft den Vormittag verbracht.

Halb drei zu Pol:

Maja in Floridsdorf besucht, die Katze ihr ausgeborgt.

/Maja ist sehr krank./

Ich erzählte Pol. von Briggi F.

Nie Endgültiges?


Wieder Gedicht. Letzte Woche vor Weihnachten.

Von gestern an den Wintermantel genommen.

Lebte wieder in Gedanken an Briggi.


Früh traf ich sie.

Wirtschaftspolizei und wahn-sinnige Arbeit in meinem Büro. Joli - angezeigt.

Für Donnerstag mit Artmann Treffpunkt ArtClub vereinbart.

Viel auch für mich gearbeitet.


Dr. Pawlicki gesorben.

Früh Briggi nur gesehn.

Lebte wieder so in Gedanken.

Dr. Machwitz längere Zeit vm. nicht im Büro, ich matri-zierte weiter.

Irgendwie vorweihnachtliche Stimmung.


Aufgelockerter Betrieb im Büro. Für mich gearbeitet.

Mittags rief Pol an: Majas Abortus.

Abends in den Art Club.

Angenehmes Lokal im Souterrain der Kärntnerbar. Artmann dort angetroffen, mit Trrr diskutiert. Wir dürften für die Extremisten des ArtClubsine Art Wald- und Wiesenlyriker darstellen.

Sehr bereitwillig, aber reserviert dem ArtClub gegenübergestanden.

Mir können die Stösse von aussen nichts mehr anhaben.


Nach der gestrigen Nacht müder Morgen, im Büro Aergernisse nacheinander.

Drei Tage vor Weihnachten ver-bringe ich einen nebligen Tag.

Das Bekenntnis zum Realismus ist mir gar keine Frage mehr.

Abends kamen die Stimmen der Gegenwart, die unvergleichlich besser als das Buch sind.


Schon weihnachtliches, wenn auch schneefreies Wetter. Letzter Bürotag, auch die Stimmung ist schon danach.

Am Vormittag wurde noch sehr viel gearbeitet.

Schwer bepackt heim. Ordnete nm. meine Korrespondenz, las, verbrachte den Tag ruhig, unein-gedenk.


Frei. Vorweihnachtliche Stimmung. Am kalten Nachmittag eine Prosa "Nebel über einem Gebiet" zu schreiben versucht.


Morgens nach längerer Zeit einmal die Kirche besucht.

Vormittags kamen Tante und Paul.

Versuchten den Nahmittag gemütlich zu machen. Viellecht wirklich gemütlicher als Christ-tage vergangener Jahre, die ich in Erinnerung habe.

Nachmittag wieder gedacht, gedacht, Hilde geschrieben /also fing ich hier an/, und ohne Hingebung gelesen.


Daheim ausgeruht. Ich sichtete meine Mappen und sonderte aus letzter Zeit einiges aus.

Ich habe Sehnsucht und wss nun nicht mehr, wohin sie geht.

Briggi vergessen können, der ich nichts erfülle.


Nm. gelesen, ausgespannt.

Mehr können diese Tage nicht bringen.

Morgen habe ich wieder Büro.


Wegen dringender Arbeiten in Stellvertretung Dr. Machwitz' musste ich ins Büro kommen /entgegen früheren Hoffnungen/. Dort viel aber frei gearbeitet, finde niemand und nichts un-sympathisch.

In der Früh Briggi getroffen, sehr hergerichtet, freundlich. Sie war gestern im Art Club, erzählte mir, dass meine Inter-essentenliste schon lebhaft ausgefüllt werde. Unlängst war der Inder bei Briggi in der Wohnung, zu einem gemütlichen Abend daheim.

Brief nach Oberlaa ist heute abgegangen. Aber ich komme von Briggi nicht mehr los. Jetzt muss ich ganzllein damit gehen.

Am Abend daheim versuchte ich von allem auszuruhen. Es sind immer schöne Abende.

Weihnacht war Rauhreif, heute 0°.

Neulich Dada-Versuche, zu denen viel Ehrlichkeit gehört.

Dr. Pavlicki wurde heute begraben.


Gestern Abend: Brigitte Kahr hat mir geschrieben. Sie dürfte in einer misslichen Lage sein. Heute morgen schrieb ich ihr einen Brief.

Wieder ins Büro gefahren.

Es war weniger zu tun als gestern. Nächste Tage sind frei.

Abends: Art Club. Produktive Zusammentreffen. Lesungstermin mit Dr. Schmeller festgesetzt, mit Artmann besprochen.

Notiz aus dem Büro:

Meine einzige sinnvolle Tätigkeit ist jetzt: Zeit verstreichen lassen.


"publ." nr. 4 auf dem Bierhäusel-berg abgezogen. Diesmal mit dem Autobus hinaufgefahren. Tag mit mehreren Eindrücken.


Dialogstelle:

"Wie fühlt man sich als Hure?" "Eng. Als Liebende war man um-fassender."

Vormittag kam Kein, mit dem ich auch angenehm plauderte, nach-mittag Artmann. Wir stellten die neue Nummer fertig. Nächsten Sonntag Besprechung de Leseabends


Vormittag sonnige Gegend mit leichtem Frost. Letzte Be-sorgungen.

Mittags wurde es trüber, ich holte Wein und bereitete den Versand meiner Zeitschrift vor.

Nach längerer Zeit versuchte ich, auszu-ziehen, um den Duft konzentriert zu erhalten. Dabei bemerkte ich traurig, dass ich keine Probier-gläser mehr habe.

Gestern machte ich mich über die Greguerias her und liess mich von Artmann ein wenig in Spanisch unterweisen.

Mir sind Neujahr-Vorsätze recht zuwider, ich möchte auch auf den Rückblick heuer verzichten und mich nur am Silvesterabend ein-fach freuen. Das vergangene Jahr hat mir den Broterwerb, die Befreiung von den Existenzsorge die Staatsbürgerschaft von hier, die "publikationen", mehrere gute Bekanntschaften aus dem Kulturellen gebracht.

In die Bahn des Mädchens ver-mochte ich nicht zu finden.


Zu einer missglückten Prosa, abends:

... Das Schwere daran ist, unpersönlich zu schreiben /denn ich könnte nicht Zeilen lang hinschreiben: B., ich lieb dich, und immer noch .../, unpersönlich zu schreiben und gemässigt; man kann Kunst nicht kurzschliesen, und wenn der gesunde Instinkt für die Indirektheit versagt, ist es sehr schwer zu arbeiten, auch wenn die Intensität drängt ...


Einen angenehmen Nachmittag verbracht.

Abends bei guter Speise und Wein hemmungslos zu schreiben begonnen.


Zitiervorschlag

Okopenko, Andreas: Tagebuch 01.12.1951–31.12.1951. Digitale Edition, hrsg. von Roland Innerhofer, Bernhard Fetz, Christian Zolles, Laura Tezarek, Arno Herberth, Desiree Hebenstreit, Holger Englerth, Österreichische Nationalbibliothek und Universität Wien. Wien: Version 1.1, 15.1.2019. URL: https://edition.onb.ac.at/okopenko/o:oko.tb-19511201-19511231/methods/sdef:TEI/get?mode=p_17

Lizenzhinweis

Die Transkriptionen der Tagebücher sind unter CC BY-SA 4.0 verfügbar. Weitere Informationen entnehmen Sie den Lizenzangaben.

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Jegliche Nutzung der Digitalisate muss mit dem Rechtsnachfolger von Andreas Okopenko, August Bisinger, individuell abgeklärt werden.