Früher Morgen, nachdem die
enttäuschenden Ferientage mit
ihrer zuletzt ungern gesehnen Hitze entschwunden sind,
im Herbst.
Zunächst draußen: der Geruch nach Blattfeuchte Holz
Rauch geschwärztem Gras Sulfur -
erstes
Aufsteigen von
Zigaretten
Dann: der Kaffee
er duftet in den leeren Magen.
Vom Nachtdienst heimfahrende Krankenschwester,
robustes Gesicht, blondes Haar ein Sack, hellblaues Kleid
(zivil)
nüchtern.
Langsamen ein Arbeiter und trippelnden schnelleren Schritts
eine Beamtin eine junge aufgeputzte treffen einander
überholen sich dann. Der
Arbeiter s paßt m it
seinen Blicken. Die Beamtin ignoriert ihn (es geht
ihr übrigens nicht gut mit Gesundheit und Geld,
beim Chef
ist sie noch die Null, aber das
Wasserstoffblond muß sie zu ihrem Stolz haben,
ohne
das ist sie fühlte sie sich wie ein
Arbeitstier)
Der Arbeiter möchte ich sein, nicht aber irgend die
Beamtin oder Beamter
irgend einer.
Der anbrechende Herbst gehört ohne Zweifel denen. denen.
Wo ist der Frühling, der den Schülern gehörte hat ?
Bis Juli fühl ich mich in den Ferien wohl
Wenn ich arbeite wo,
mal
und
können mich diese Gedanken
vorher um die Morgenzeit recht eigen stimmen.
Mit dem Arbeiten dann, mit ein paar Worten des
Planens,
ist dann das Gefühl weg, und ich
stehe mittendrin in der Arbeit, ohne mein
eigenes Leben
aufzugeben und etwa meine
innere Haltung zu verleugnen.
Im Chemischen freilich Dienstag vor unsern
Redaktions sitzungen
komme ich etwas
aus
der Arbeit.,
Immer mehr denke ich, daß das Literarische
meine einzige
Berufung sein dürfte.
Früher Morgen, nachdem die
enttäuschenden Ferientage mit
ihrer zuletzt ungern gesehnen Hitze entschwunden sind,
im Herbst.
Zunächst draußen: der Geruch nach Blattfeuchte Holz
Rauch geschwärztem Gras Sulfur -
erstes
Aufsteigen von
Zigaretten
Dann: der Kaffee
er duftet in den leeren Magen.
Vom Nachtdienst heimfahrende Krankenschwester,
robustes Gesicht, blondes Haar ein Sack, hellblaues Kleid
(zivil)
nüchtern.
Langsamen ein Arbeiter und trippelnden schnelleren Schritts
eine Beamtin eine junge aufgeputzte treffen einander
überholen sich dann. Der
Arbeiter s paßt m it
seinen Blicken. Die Beamtin ignoriert ihn (es geht
ihr übrigens nicht gut mit Gesundheit und Geld,
beim Chef
ist sie noch die Null, aber das
Wasserstoffblond muß sie zu ihrem Stolz haben,
ohne
das ist sie fühlte sie sich wie ein
Arbeitstier)
Der Arbeiter möchte ich sein, nicht aber irgend die
Beamtin oder Beamter
irgend einer.
Der anbrechende Herbst gehört ohne Zweifel denen. denen.
Wo ist der Frühling, der den Schülern gehörte hat ?
Bis Juli fühl ich mich in den Ferien wohl
Wenn ich arbeite wo,
mal
und
können mich diese Gedanken
vorher um die Morgenzeit recht eigen stimmen.
Mit dem Arbeiten dann, mit ein paar Worten des
Planens,
ist dann das Gefühl weg, und ich
stehe mittendrin in der Arbeit, ohne mein
eigenes Leben
aufzugeben und etwa meine
innere Haltung zu verleugnen.
Im Chemischen freilich Dienstag vor unsern
Redaktions sitzungen
komme ich etwas
aus
der Arbeit.,
Immer mehr denke ich, daß das Literarische
meine einzige
Berufung sein dürfte.
Okopenko, Andreas:
Tagebuch 01.08.1950–31.08.1950.
Digitale Edition, hrsg. von Roland
Innerhofer, Bernhard Fetz, Christian Zolles, Laura Tezarek, Arno
Herberth, Desiree Hebenstreit, Holger Englerth, Österreichische
Nationalbibliothek und Universität Wien. Wien: Version 2.0,
21.11.2019. URL:
https://edition.onb.ac.at/
Ältere Versionen: siehe Archiv
Die Transkriptionen der Tagebücher sind unter CC BY-SA 4.0 verfügbar. Weitere Informationen entnehmen Sie den Lizenzangaben.
LinksJegliche Nutzung der Digitalisate muss mit dem Rechtsnachfolger von Andreas Okopenko, August Bisinger, individuell abgeklärt werden.