"wie ein nur gewünschtes Na?
bild"

Zeit: noch lange am Morgen nach dem Rege? ta?
das feuchte Tuch in der Handtasche

Die unbeweglichen Gesichter der
Lokführer, die den Bahnhof mit
ihren Zügen durchrasen; dann
ein Zug, der verlangsamt und
stehenbleibt, mit einem Lokführer
vorn, der gähnt (unvorstellbar
bei den Durchfahrenden)

Ein Arbeiter, der bewegungslos
steht und schaut: man denkt
sofort, er pißt auch(schauen
allein, das sei nicht möglich
bei einem solchen)Arbeiter

Träume seien eine ästheti-
sche Leistung; man könne
sich auf seine Träume etwas
einbilden wie auf eine Arbeit

Morgengrauen: jeder
krümmt sich in der eigenen
Fallgrube: die tägliche Be-
freiungsarbeit

7
"wie ein nur gewünschtes Nachbild"​
Zeit: am Morgen nach dem Regentag das feuchte Tuch in der Handtasche​
Die unbeweglichen Gesichter der Lokführer, die den Bahnhof mit ihren Zügen durchrasen; dann ein Zug, der verlangsamt und stehenbleibt, mit einem Lokführer vorn, der gähnt (unvorstellbar bei den Durchfahrenden)​
Ein Arbeiter, der bewegungslos steht und schaut: man denkt sofort, er pißt (schauen allein, das sei nicht möglich bei einem Arbeiter)​
Träume seien eine ästhetische Leistung; man könne sich auf seine Träume etwas einbilden wie auf eine Arbeit​
Morgengrauen: jeder krümmt sich in der eigenen Fallgrube: die tägliche Befreiungsarbeit​

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bild"

Zeit: noch lange am Morgen nach dem Rege? ta?
das feuchte Tuch in der Handtasche

Die unbeweglichen Gesichter der
Lokführer, die den Bahnhof mit
ihren Zügen durchrasen; dann
ein Zug, der verlangsamt und
stehenbleibt, mit einem Lokführer
vorn, der gähnt (unvorstellbar
bei den Durchfahrenden)

Ein Arbeiter, der bewegungslos
steht und schaut: man denkt
sofort, er pißt auch(schauen
allein, das sei nicht möglich
bei einem solchen)Arbeiter

Träume seien eine ästheti-
sche Leistung; man könne
sich auf seine Träume etwas
einbilden wie auf eine Arbeit

Morgengrauen: jeder
krümmt sich in der eigenen
Fallgrube: die tägliche Be-
freiungsarbeit

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Zeit: am Morgen nach dem Regentag das feuchte Tuch in der Handtasche​
Die unbeweglichen Gesichter der Lokführer, die den Bahnhof mit ihren Zügen durchrasen; dann ein Zug, der verlangsamt und stehenbleibt, mit einem Lokführer vorn, der gähnt (unvorstellbar bei den Durchfahrenden)​
Ein Arbeiter, der bewegungslos steht und schaut: man denkt sofort, er pißt (schauen allein, das sei nicht möglich bei einem Arbeiter)​
Träume seien eine ästhetische Leistung; man könne sich auf seine Träume etwas einbilden wie auf eine Arbeit​
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Zitiervorschlag

Handke, Peter: Notizbuch 12.11.1976-10.01.1977 (NB 009). Hg. von Johanna Eigner und Katharina Pektor. In: Ders.: Notizbücher. Digitale Edition. Hg. von Katharina Pektor, Ulrich von Bülow und Bernhard Fetz. Deutsches Literaturarchiv Marbach und Österreichische Nationalbibliothek, Wien: Release 14.06.2024. Seite 9. URL: https://edition.onb.ac.at/fedora/objects/o:hnb.nb.197611-197701/methods/sdef:TEI/get?mode=p_9. Online abgerufen: 04.04.2025.

Transkription und Übersetzung fremdsprachiger oder stenographierter Textstellen

Ioannis Fykias (Altgriechisch), Ana Grigalashvili (Georgisch), Angelika Kolesnikow (Russisch), Anna Montané Forasté (Spanisch), Helmut Moysich (Italienisch, Französisch), Martin Springinklee (Steno), Dominik Srienc (Slowenisch) und Dorothea Weber (Latein).

Lizenzhinweis

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