WELT geworden, aufatmend erweitert

Heidegger Heidegger, Martin
: "Vorbereitung der Bereitschaft
des Sich-Offen-Haltens für die An-
kunft oder das Ausbleiben des Gottes Gott
."

Auch die Erfahrung dieses Ausbleibens ist
nicht nichts, sondern eine Befreiung des
Menschen von dem der Verfallenheit an
das Seiende." ❬1❭("Das andere Denken") ❬2❭

"Haben" = "Sagen können" ❬3❭ (Einsichten)
Manchmal das Gefühl, daß die
Kenntnis der Geschichte nichts als
falsche Erwartungen erzeugt

Doderer Doderer, Heimito von
(:H. Lenz Lenz, Hermann
): Es ist viel-
leicht ganz gut, daß wenn jemand
beim Schreiben nicht mehr
viel Sehnsucht
spürt, sondern nur
die Erinnerung daran als Energie
für seine Figuren verwendet

In allen dunklen Hausfluren
sitzen Doppelgänger

"gesund und leistungsfähig"
Mein gegenwärtiger wiederkehren-
der Alptraum fiel mir ein: daß
ich nichts für die Naturgeschichte-
stunde gelernt habe!

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WELT geworden, aufatmend erweitert​
Heidegger Heidegger, Martin
: "Vorbereitung der Bereitschaft des Sich-Offen-Haltens für die Ankunft oder das Ausbleiben des Gottes Gott
.
Auch die Erfahrung dieses Ausbleibens ist nicht nichts, sondern eine Befreiung des Menschen von der Verfallenheit an das Seiende."❬1❭("Das andere Denken")❬2❭
"Haben" = "Sagen können"❬3❭ (Einsichten)​
Manchmal das Gefühl, daß die Kenntnis der Geschichte nichts als falsche Erwartungen erzeugt​
Doderer Doderer, Heimito von
(H. Lenz Lenz, Hermann
): Es ist vielleicht ganz gut, wenn jemand beim Schreiben nicht mehr viel Sehnsucht spürt, sondern nur die Erinnerung daran als Energie für seine Figuren verwendet​
In allen dunklen Hausfluren sitzen Doppelgänger​
"gesund und leistungsfähig"​
Mein gegenwärtiger wiederkehrender Alptraum fiel mir ein: daß ich nichts für die Naturgeschichtestunde gelernt habe!​
❬1❭Heidegger: “Nur noch ein Gott kann uns retten”. “Nur noch ein Gott kann uns retten”
1976, hier S. 209 LV. Rudolf Augstein und Georg Wolff hatten dieses Gespräch mit Martin Heidegger, in dem er sich u.a. zu seinem Verhältnis zum Nationalsozialismus äußert, bereits 1966 geführt; der Philosoph hatte sich vorbehalten, dass es erst nach seinem Tod veröffentlicht wird (Heidegger starb am 26. Mai 1976). Handke zitiert hier nicht wörtlich, die Stelle lautet im Original: "SPIEGEL: [...] Sie haben eben gesagt, die Philosophie und der einzelne könnten nichts tun außer ... HEIDEGGER: ... dieser Vorbereitung der Bereitschaft des Sich-Offen-Haltens für die Ankunft oder das Ausbleiben des Gottes. Auch die Erfahrung dieses Ausbleibens ist nicht nichts, sondern eine Befreiung des Menschen von dem, was ich in 'Sein und Zeit' die Verfallenheit an das Seiende nannte." (Heidegger: “Nur noch ein Gott kann uns retten”. “Nur noch ein Gott kann uns retten”
1976, hier S. 209 LV)
❬2❭Heidegger: “Nur noch ein Gott kann uns retten”. “Nur noch ein Gott kann uns retten”
1976, hier S. 209 LV. Peter Handke zitiert hier nicht wörtlich. Die Stelle lautet: "Durch ein anderes Denken ist eine mittelbare Wirkung möglich, aber keine direkte, so daß gleichsam kausal das Denken den Weltzustand verändert." (Heidegger: “Nur noch ein Gott kann uns retten”. “Nur noch ein Gott kann uns retten”
1976, hier S. 209 LV)
❬3❭Heidegger: “Nur noch ein Gott kann uns retten”. “Nur noch ein Gott kann uns retten”
1976, hier S. 212 LV. Peter Handke zitiert hier nicht wörtlich. Die Stelle lautet: "SPIEGEL: Sie haben vor ungefähr zwei Jahren in einer Unterhaltung mit einem buddhistischen Mönch von 'einer ganz neuen Methode des Denkens' gesprochen und gesagt, diese neue Methode des Denkens sei 'zunächst nur für wenige Menschen vollziehbar'. Wollten Sie damit ausdrücken, daß nur ganz wenige Leute die Einsichten haben können, die nach Ihrer Ansicht möglich sind? HEIDEGGER: 'Haben' in dem ganz ursprünglichen Sinne, daß sie sie gewissermaßen sagen können. SPIEGEL: Ja, aber die Transmission zur Verwirklichung ist auch in diesem Gespräch mit dem Buddhisten von Ihnen aus nicht sichtbar dargestellt worden. HEIDEGGER: Das kann ich auch nicht sichtbar machen. Ich weiß darüber nichts, wie dieses Denken 'wirkt'. [...]" (Heidegger: “Nur noch ein Gott kann uns retten”. “Nur noch ein Gott kann uns retten”
1976, hier S. 212 LV)

WELT geworden, aufatmend erweitert

Heidegger Heidegger, Martin
: "Vorbereitung der Bereitschaft
des Sich-Offen-Haltens für die An-
kunft oder das Ausbleiben des Gottes Gott
."

Auch die Erfahrung dieses Ausbleibens ist
nicht nichts, sondern eine Befreiung des
Menschen von dem der Verfallenheit an
das Seiende." ❬1❭("Das andere Denken") ❬2❭

"Haben" = "Sagen können" ❬3❭ (Einsichten)
Manchmal das Gefühl, daß die
Kenntnis der Geschichte nichts als
falsche Erwartungen erzeugt

Doderer Doderer, Heimito von
(:H. Lenz Lenz, Hermann
): Es ist viel-
leicht ganz gut, daß wenn jemand
beim Schreiben nicht mehr
viel Sehnsucht
spürt, sondern nur
die Erinnerung daran als Energie
für seine Figuren verwendet

In allen dunklen Hausfluren
sitzen Doppelgänger

"gesund und leistungsfähig"
Mein gegenwärtiger wiederkehren-
der Alptraum fiel mir ein: daß
ich nichts für die Naturgeschichte-
stunde gelernt habe!

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WELT geworden, aufatmend erweitert​
Heidegger Heidegger, Martin
: "Vorbereitung der Bereitschaft des Sich-Offen-Haltens für die Ankunft oder das Ausbleiben des Gottes Gott
.
Auch die Erfahrung dieses Ausbleibens ist nicht nichts, sondern eine Befreiung des Menschen von der Verfallenheit an das Seiende."❬1❭("Das andere Denken")❬2❭
"Haben" = "Sagen können"❬3❭ (Einsichten)​
Manchmal das Gefühl, daß die Kenntnis der Geschichte nichts als falsche Erwartungen erzeugt​
Doderer Doderer, Heimito von
(H. Lenz Lenz, Hermann
): Es ist vielleicht ganz gut, wenn jemand beim Schreiben nicht mehr viel Sehnsucht spürt, sondern nur die Erinnerung daran als Energie für seine Figuren verwendet​
In allen dunklen Hausfluren sitzen Doppelgänger​
"gesund und leistungsfähig"​
Mein gegenwärtiger wiederkehrender Alptraum fiel mir ein: daß ich nichts für die Naturgeschichtestunde gelernt habe!​
❬1❭Heidegger: “Nur noch ein Gott kann uns retten”. “Nur noch ein Gott kann uns retten”
1976, hier S. 209 LV. Rudolf Augstein und Georg Wolff hatten dieses Gespräch mit Martin Heidegger, in dem er sich u.a. zu seinem Verhältnis zum Nationalsozialismus äußert, bereits 1966 geführt; der Philosoph hatte sich vorbehalten, dass es erst nach seinem Tod veröffentlicht wird (Heidegger starb am 26. Mai 1976). Handke zitiert hier nicht wörtlich, die Stelle lautet im Original: "SPIEGEL: [...] Sie haben eben gesagt, die Philosophie und der einzelne könnten nichts tun außer ... HEIDEGGER: ... dieser Vorbereitung der Bereitschaft des Sich-Offen-Haltens für die Ankunft oder das Ausbleiben des Gottes. Auch die Erfahrung dieses Ausbleibens ist nicht nichts, sondern eine Befreiung des Menschen von dem, was ich in 'Sein und Zeit' die Verfallenheit an das Seiende nannte." (Heidegger: “Nur noch ein Gott kann uns retten”. “Nur noch ein Gott kann uns retten”
1976, hier S. 209 LV)
❬2❭Heidegger: “Nur noch ein Gott kann uns retten”. “Nur noch ein Gott kann uns retten”
1976, hier S. 209 LV. Peter Handke zitiert hier nicht wörtlich. Die Stelle lautet: "Durch ein anderes Denken ist eine mittelbare Wirkung möglich, aber keine direkte, so daß gleichsam kausal das Denken den Weltzustand verändert." (Heidegger: “Nur noch ein Gott kann uns retten”. “Nur noch ein Gott kann uns retten”
1976, hier S. 209 LV)
❬3❭Heidegger: “Nur noch ein Gott kann uns retten”. “Nur noch ein Gott kann uns retten”
1976, hier S. 212 LV. Peter Handke zitiert hier nicht wörtlich. Die Stelle lautet: "SPIEGEL: Sie haben vor ungefähr zwei Jahren in einer Unterhaltung mit einem buddhistischen Mönch von 'einer ganz neuen Methode des Denkens' gesprochen und gesagt, diese neue Methode des Denkens sei 'zunächst nur für wenige Menschen vollziehbar'. Wollten Sie damit ausdrücken, daß nur ganz wenige Leute die Einsichten haben können, die nach Ihrer Ansicht möglich sind? HEIDEGGER: 'Haben' in dem ganz ursprünglichen Sinne, daß sie sie gewissermaßen sagen können. SPIEGEL: Ja, aber die Transmission zur Verwirklichung ist auch in diesem Gespräch mit dem Buddhisten von Ihnen aus nicht sichtbar dargestellt worden. HEIDEGGER: Das kann ich auch nicht sichtbar machen. Ich weiß darüber nichts, wie dieses Denken 'wirkt'. [...]" (Heidegger: “Nur noch ein Gott kann uns retten”. “Nur noch ein Gott kann uns retten”
1976, hier S. 212 LV)
Zitiervorschlag

Handke, Peter: Notizbuch 08.05.1976-13.06.1976 (NB 005). Hg. von Anna Estermann und Katharina Pektor. In: Ders.: Notizbücher. Digitale Edition. Hg. von Ulrich von Bülow, Bernhard Fetz und Katharina Pektor. Deutsches Literaturarchiv Marbach und Österreichische Nationalbibliothek, Wien: Release 29.02.2024. Seite 88. URL: https://edition.onb.ac.at/fedora/objects/o:hnb.nb.197605-197606/methods/sdef:TEI/get?mode=p_88. Online abgerufen: 21.04.2024.

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