"Jetzt müßte ich Sie mit schreckli-
chen Kunstworten hinhalten, die
Ihnen doch keine Vorstellung gäben"❬1❭
(Die Kunstworte, die die Phantasie
? treiben ,ein Kunstwort sein lassen, wegarbeiten aus mei- -
ner Sprache, aus der Sprache).

"Fähigkeiten werden vorausgesetzt, sie
sollen zu Fertigkeiten werden"❬2❭ (Ein
Prüfer Ottilies Ottilie
): das ist auch jetzt
die Brutalität der Technokratie

Als ob wir verlernt hätten, die
Einfachheit Goethes Goethe, Johann Wolfgang von
zu verstehen

Ottilie Ottilie
: "Eine ewige angenehme Be-
wegung"❬3❭

Andrerseits kann man vom An-
blick einzig eines im Abend❬wind
glänzenden Strauchs auch nicht
auf die Dauer sein Lebe Seelen-
leben fristen

Dem Schlafenden zuckte die
Narbe an der Schulter, wo früher
der Arm gewesen war , im Schlaf

Etwas ganz Vergessenes und ganz
Selbstverständliches bläut mir
der Goethe Goethe, Johann Wolfgang von
mit jeder Zeile ein:
daß "die andern auch Menschen
99
"Jetzt müßte ich Sie mit schrecklichen Kunstworten hinhalten, die Ihnen doch keine Vorstellung gäben"❬1❭ (Die Kunstworte, die die Phantasie ein Kunstwort sein lassen, wegarbeiten - aus der Sprache).​
"Fähigkeiten werden vorausgesetzt, sie sollen zu Fertigkeiten werden"❬2❭ (Ein Prüfer Ottilies Ottilie
): das ist auch jetzt die Brutalität der Technokratie​
Als ob wir verlernt hätten, die Einfachheit Goethes Goethe, Johann Wolfgang von
zu verstehen​
Ottilie Ottilie
: "Eine ewige angenehme Bewegung"❬3❭
Andrerseits kann man vom Anblick einzig eines im Abendwind glänzenden Strauchs auch nicht auf die Dauer sein Seelenleben fristen​
Dem Schlafenden zuckte die Narbe an der Schulter, wo früher der Arm gewesen war ​
Etwas ganz Vergessenes und ganz Selbstverständliches bläut mir der Goethe Goethe, Johann Wolfgang von
mit jeder Zeile ein: daß "die andern auch Menschen ​


"Jetzt müßte ich Sie mit schreckli-
chen Kunstworten hinhalten, die
Ihnen doch keine Vorstellung gäben"❬1❭
(Die Kunstworte, die die Phantasie
? treiben ,ein Kunstwort sein lassen, wegarbeiten aus mei- -
ner Sprache, aus der Sprache).

"Fähigkeiten werden vorausgesetzt, sie
sollen zu Fertigkeiten werden"❬2❭ (Ein
Prüfer Ottilies Ottilie
): das ist auch jetzt
die Brutalität der Technokratie

Als ob wir verlernt hätten, die
Einfachheit Goethes Goethe, Johann Wolfgang von
zu verstehen

Ottilie Ottilie
: "Eine ewige angenehme Be-
wegung"❬3❭

Andrerseits kann man vom An-
blick einzig eines im Abend❬wind
glänzenden Strauchs auch nicht
auf die Dauer sein Lebe Seelen-
leben fristen

Dem Schlafenden zuckte die
Narbe an der Schulter, wo früher
der Arm gewesen war , im Schlaf

Etwas ganz Vergessenes und ganz
Selbstverständliches bläut mir
der Goethe Goethe, Johann Wolfgang von
mit jeder Zeile ein:
daß "die andern auch Menschen
99
"Jetzt müßte ich Sie mit schrecklichen Kunstworten hinhalten, die Ihnen doch keine Vorstellung gäben"❬1❭ (Die Kunstworte, die die Phantasie ein Kunstwort sein lassen, wegarbeiten - aus der Sprache).​
"Fähigkeiten werden vorausgesetzt, sie sollen zu Fertigkeiten werden"❬2❭ (Ein Prüfer Ottilies Ottilie
): das ist auch jetzt die Brutalität der Technokratie​
Als ob wir verlernt hätten, die Einfachheit Goethes Goethe, Johann Wolfgang von
zu verstehen​
Ottilie Ottilie
: "Eine ewige angenehme Bewegung"❬3❭
Andrerseits kann man vom Anblick einzig eines im Abendwind glänzenden Strauchs auch nicht auf die Dauer sein Seelenleben fristen​
Dem Schlafenden zuckte die Narbe an der Schulter, wo früher der Arm gewesen war ​
Etwas ganz Vergessenes und ganz Selbstverständliches bläut mir der Goethe Goethe, Johann Wolfgang von
mit jeder Zeile ein: daß "die andern auch Menschen ​
Zitiervorschlag

Handke, Peter: Notizbuch 15.03.1976-16.04.1976 (NB 003). Hg. von Anna Estermann und Katharina Pektor. In: Ders.: Notizbücher. Digitale Edition. Hg. von Katharina Pektor, Ulrich von Bülow und Bernhard Fetz. Deutsches Literaturarchiv Marbach und Österreichische Nationalbibliothek, Wien: Release 14.06.2024. Seite 101. URL: https://edition.onb.ac.at/fedora/objects/o:hnb.nb.197603-197604/methods/sdef:TEI/get?mode=p_101. Online abgerufen: 18.06.2024.

Transkription und Übersetzung fremdsprachiger oder stenographierter Textstellen

Ioannis Fykias (Altgriechisch), Ana Grigalashvili (Georgisch), Angelika Kolesnikow (Russisch), Anna Montané Forasté (Spanisch), Helmut Moysich (Italienisch, Französisch), Martin Springinklee (Steno), Dominik Srienc (Slowenisch) und Dorothea Weber (Latein).

Lizenzhinweis

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