finde, geht es mir bei der Lek beim
Lesen von K.'s Kafka, Franz
Briefen an Milena Briefe an Milena
doch
durch den Kopf, er schreibe und schreibe,
um ein Leben zu beschwören, das er
nicht führen kann, aus Feigheit

Plötzlich die Vorstellung, ich fühlte mich
K. Kafka, Franz
nicht deswegen überlegen, weil
ich ein Kind habe, sondern, weil ich
mehr Geld habe!

Jetzt hatte ich das Gefühl, daß K. Kafka, Franz

gar nicht "ein guter Mensch" war, sondern
nur gut sein wollte

P. nicht identifiziert
spricht am Telefon in einem
Rhythmus und in der Geschwindigkeit
und Geläufigkeit, als spielte sie, das,
was sie sagte, von einem Tonband
ab, auf dem schon jeder meiner
möglichen Einwürfe im voraus berück-
sicht
ist: statt "automatischer
Antwort Anrufbeantworter" "der automatische
Anrufverrichter"

Ich erschr❬o❬e❭❭cke, als jemand
plötzlich vor mir steht, und spiele
dann noch einmal den Schrecken

Ich ließ, nach all dem, wieder,
und ganz beiläufig! einen Kreisel
sich drehen, und als ich später, nach-
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finde, geht es mir beim Lesen von K.'s Kafka, Franz
Briefen an Milena Briefe an Milena
doch durch den Kopf, er schreibe und schreibe, um ein Leben zu beschwören, das er nicht führen kann, aus Feigheit​
Plötzlich die Vorstellung, ich fühlte mich K. Kafka, Franz
nicht deswegen überlegen, weil ich ein Kind habe, sondern, weil ich mehr Geld habe!​
Jetzt hatte ich das Gefühl, daß K. Kafka, Franz
gar nicht "ein guter Mensch" war, sondern nur gut sein wollte​
P. nicht identifiziert
spricht am Telefon in einem Rhythmus und in der Geschwindigkeit und Geläufigkeit, als spielte sie das, was sie sagte, von einem Tonband ab, auf dem schon jeder meiner möglichen Einwürfe im voraus berücksichtigt ist: statt "automatischer Anrufbeantworter" "der automatische Anrufverrichter"​
Ich erschrecke, als jemand plötzlich vor mir steht, und spiele dann noch einmal den Schrecken​
Ich ließ, nach all dem, wieder, und ganz beiläufig!❬❭ einen Kreisel sich drehen, und als ich später, nach- ​

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finde, geht es mir bei der Lek beim
Lesen von K.'s Kafka, Franz
Briefen an Milena Briefe an Milena
doch
durch den Kopf, er schreibe und schreibe,
um ein Leben zu beschwören, das er
nicht führen kann, aus Feigheit

Plötzlich die Vorstellung, ich fühlte mich
K. Kafka, Franz
nicht deswegen überlegen, weil
ich ein Kind habe, sondern, weil ich
mehr Geld habe!

Jetzt hatte ich das Gefühl, daß K. Kafka, Franz

gar nicht "ein guter Mensch" war, sondern
nur gut sein wollte

P. nicht identifiziert
spricht am Telefon in einem
Rhythmus und in der Geschwindigkeit
und Geläufigkeit, als spielte sie, das,
was sie sagte, von einem Tonband
ab, auf dem schon jeder meiner
möglichen Einwürfe im voraus berück-
sicht
ist: statt "automatischer
Antwort Anrufbeantworter" "der automatische
Anrufverrichter"

Ich erschr❬o❬e❭❭cke, als jemand
plötzlich vor mir steht, und spiele
dann noch einmal den Schrecken

Ich ließ, nach all dem, wieder,
und ganz beiläufig! einen Kreisel
sich drehen, und als ich später, nach-
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Briefen an Milena Briefe an Milena
doch durch den Kopf, er schreibe und schreibe, um ein Leben zu beschwören, das er nicht führen kann, aus Feigheit​
Plötzlich die Vorstellung, ich fühlte mich K. Kafka, Franz
nicht deswegen überlegen, weil ich ein Kind habe, sondern, weil ich mehr Geld habe!​
Jetzt hatte ich das Gefühl, daß K. Kafka, Franz
gar nicht "ein guter Mensch" war, sondern nur gut sein wollte​
P. nicht identifiziert
spricht am Telefon in einem Rhythmus und in der Geschwindigkeit und Geläufigkeit, als spielte sie das, was sie sagte, von einem Tonband ab, auf dem schon jeder meiner möglichen Einwürfe im voraus berücksichtigt ist: statt "automatischer Anrufbeantworter" "der automatische Anrufverrichter"​
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Zitiervorschlag

Handke, Peter: Notizbuch 15.03.1976-16.04.1976 (NB 003). Hg. von Anna Estermann und Katharina Pektor. In: Ders.: Notizbücher. Digitale Edition. Hg. von Katharina Pektor, Ulrich von Bülow und Bernhard Fetz. Deutsches Literaturarchiv Marbach und Österreichische Nationalbibliothek, Wien: Release 14.06.2024. Seite 147. URL: https://edition.onb.ac.at/fedora/objects/o:hnb.nb.197603-197604/methods/sdef:TEI/get?mode=p_147. Online abgerufen: 18.06.2024.

Transkription und Übersetzung fremdsprachiger oder stenographierter Textstellen

Ioannis Fykias (Altgriechisch), Ana Grigalashvili (Georgisch), Angelika Kolesnikow (Russisch), Anna Montané Forasté (Spanisch), Helmut Moysich (Italienisch, Französisch), Martin Springinklee (Steno), Dominik Srienc (Slowenisch) und Dorothea Weber (Latein).

Lizenzhinweis

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