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aus bei einem Radio-Inter-
view (S. Sorger, Valentin
)

29. Okt. 1977 Das schmutzig stehengeblie-
bene Geschirr erschien im Traum

A. Handke, Amina (Tochter)
, die in der Nacht durchs Haus
ging; die Selbstverständlichkeit,
mit der sie im Dunkeln mich
ansprach, als wüßte sie mich ⸢immer⸣
schon wach

Phantasie: ⸢organisierende, organische⸣ Variationen
zum Thema "Tagesbio-
graphie": wenn diese aber
unfaßbar, undeutlich ge-
blieben ist ‒ Phantasie
ohne ihr Lebenselement
unverbunden mit dem Erlebten,
abgestoßen vom ❬unklar❭ ❬abgetanen❭
Erlebten, ‒ unorganisch kalte,
herumgeisternde Phantasie,
unorganisch kaltes, erstarr-
tes Erlebtes als Ergebnis;
Außenwelt und Innenwelt ver-
kümmerten, isoliert voneinander
‒ er blieb nicht ⸢etwa⸣ phantasieun-
fähig: sondern seine Phantasie
versagte bei❬? ❭ ihrer Wiederbe-
atmung des vergangenen Tages mit
❬den❭ darin vergangene❬n❭ Menschen ‒
diese blieben schon versunken
in der "Zeitenferne" (und die auf
83
​aus bei einem Radio-Interview (S. Sorger, Valentin
)​
29. Okt. 1977
Das schmutzig stehengebliebene Geschirr erschien im Traum​
A. Handke, Amina (Tochter)
, die in der Nacht durchs Haus ging; die Selbstverständlichkeit, mit der sie im Dunkeln mich ansprach, als wüßte sie mich immer schon wach​
Phantasie: organisierende, organische Variationen zum Thema "Tagesbiographie": wenn diese aber unfaßbar, undeutlich geblieben ist ‒ Phantasie ohne ihr Lebenselement unverbunden mit dem Erlebten, abgestoßen vom unklar abgetanen Erlebten, ‒ unorganisch kalte, herumgeisternde Phantasie, unorganisch kaltes, erstarrtes Erlebtes als Ergebnis; Außenwelt und Innenwelt verkümmerten, isoliert voneinander ‒ er blieb nicht etwa phantasieunfähig: sondern seine Phantasie versagte bei ihrer Wiederbeatmung des vergangenen Tages mit den darin vergangenen Menschen ‒ diese blieben schon versunken in der "Zeitenferne" (und die auf ​

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29. Okt. 1977 Das schmutzig stehengeblie-
bene Geschirr erschien im Traum

A. Handke, Amina (Tochter)
, die in der Nacht durchs Haus
ging; die Selbstverständlichkeit,
mit der sie im Dunkeln mich
ansprach, als wüßte sie mich ⸢immer⸣
schon wach

Phantasie: ⸢organisierende, organische⸣ Variationen
zum Thema "Tagesbio-
graphie": wenn diese aber
unfaßbar, undeutlich ge-
blieben ist ‒ Phantasie
ohne ihr Lebenselement
unverbunden mit dem Erlebten,
abgestoßen vom ❬unklar❭ ❬abgetanen❭
Erlebten, ‒ unorganisch kalte,
herumgeisternde Phantasie,
unorganisch kaltes, erstarr-
tes Erlebtes als Ergebnis;
Außenwelt und Innenwelt ver-
kümmerten, isoliert voneinander
‒ er blieb nicht ⸢etwa⸣ phantasieun-
fähig: sondern seine Phantasie
versagte bei❬? ❭ ihrer Wiederbe-
atmung des vergangenen Tages mit
❬den❭ darin vergangene❬n❭ Menschen ‒
diese blieben schon versunken
in der "Zeitenferne" (und die auf
83
​aus bei einem Radio-Interview (S. Sorger, Valentin
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A. Handke, Amina (Tochter)
, die in der Nacht durchs Haus ging; die Selbstverständlichkeit, mit der sie im Dunkeln mich ansprach, als wüßte sie mich immer schon wach​
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Zitiervorschlag

Handke, Peter: Notizbuch 14.10.1977-23.12.1977 (NB 013). Hg. von Anna Estermann und Katharina Pektor. In: Peter Handke: Notizbücher. Digitale Edition. Hg. von Katharina Pektor, Ulrich von Bülow und Bernhard Fetz. Deutsches Literaturarchiv Marbach und Österreichische Nationalbibliothek, Wien: Release 01.10.2026. Seite 85. URL: https://edition.onb.ac.at/fedora/objects/o:hnb.nb.197710-197712/methods/sdef:TEI/get?mode=p_85. Online abgerufen: 05.10.2026.

Transkription und Übersetzung fremdsprachiger oder stenographierter Textstellen

Martin Springinklee (Steno), Dorothea Weber (Latein) und Helmut Moysich (Französisch).

Lizenzhinweis

Distributed under the Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International License (CC BY-NC-ND 4.0)

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