"Ich habe keine Zeit zu verlieren"
Sich im Gehen umschauen nach der Schönheit
(des Himmels)

In der Liebe jemanden nicht anschauen, sondern
von ihm wegschauen müssen

Sie ist wirklich sein Leben geworden (wie sie
weggeht, entfernt sich sein eigentliches Leben)

Kunst: = Konstruktion
Fäden vertikal im hohen blauen Himmel,
wie aus der Tiefe der Erde aufsteigend,
feiner gigantischer Springbrunnen

Und doch haben die künstlichen Dinge
den Rhythmus, die Hektik (zum Außerich-
sein) der Menschen angenommen (Roll-
treppe); sie beruhigen nicht; entmenschen,x

x diese Dinge sind keine Lehre
Jähe Reiselust
Ruhiger Abschied von einem geliebten Ort:
wie ein Fest (als ein Fest) [C. nicht identifiziert
am erhabenen
Junitag]

Eine Journalistin, freudig erregt über ihren
ge-künstelten Zorn (weil ihr das Künsteln ge-
lungen ist; es auch ihre Pflicht ist)

Bring deinen Glanz von der Reise mit in
dein leeres Haus!

Als seine stummen Lippen lebten
Er schont sich, nicht atmend
Riesenraumwahrnehmung, mit dem Geliebten
klein und stark drin: Gebet (Er konnte
beten)

"Evidemment les potentialités fictionelles, les
chances de la fiction sont d'autant plus
grandes qu'il existe la possibilité de faire
jouer la profondeur de l'image."[1] ("Cahier Entretien avec Bruno Nuytten, Directeur de la Photographie
60
Legende
ABC: RegistereintragABC bzw. : weiterführende Informationen[n]: Stellenkommentar
"Ich habe keine Zeit zu verlieren" ​
Sich im Gehen umschauen nach der Schönheit (des Himmels) ​
In der Liebe jemanden nicht anschauen, sondern von ihm wegschauen müssen ​
Sie ist wirklich sein Leben geworden (wie sie weggeht, entfernt sich sein eigentliches Leben) ​
Kunst: = Konstruktion ​
Fäden vertikal im hohen blauen Himmel, wie aus der Tiefe der Erde aufsteigend, feiner gigantischer Springbrunnen ​
Und doch haben die künstlichen Dinge den Rhythmus, die Hektik (zum Außerich-sein) der Menschen angenommen (Rolltreppe); sie beruhigen nicht; entmenschen, diese Dinge sind keine Lehre ​
Jähe Reiselust ​
Ruhiger Abschied von einem geliebten Ort: wie ein Fest (als ein Fest) [C. nicht identifiziert
am erhabenen Junitag] ​
Eine Journalistin, freudig erregt über ihren ge-künstelten Zorn (weil ihr das Künsteln gelungen ist; es auch ihre Pflicht ist) ​
Bring deinen Glanz von der Reise mit in dein leeres Haus! ​
Als seine stummen Lippen lebten ​
Er schont sich, nicht atmend ​
Riesenraumwahrnehmung, mit dem Geliebten klein und stark drin: Gebet (Er konnte beten) ​
"Evidemment les potentialités fictionelles, les chances de la fiction sont d'autant plus grandes qu'il existe la possibilité de faire jouer la profondeur de l'image."[1] ("Cahiers Entretien avec Bruno Nuytten, Directeur de la Photographie
Legende
ABC: RegistereintragABC bzw. : weiterführende Informationen[n]: Stellenkommentar
[1]Übersetzung: "Eindeutig sind die fiktionalen Möglichkeiten, die Chancen der Fiktion, umso größer, je mehr die Möglichkeit besteht, die Tiefe des Bildes ins Spiel zu bringen" (Übersetzung der Editor*innen). Peter Handke zitiert eine Aussage der Cahiers -Redakteure, die das Gespräch mit Bruno Nuytten führen.



"Ich habe keine Zeit zu verlieren"
Sich im Gehen umschauen nach der Schönheit
(des Himmels)

In der Liebe jemanden nicht anschauen, sondern
von ihm wegschauen müssen

Sie ist wirklich sein Leben geworden (wie sie
weggeht, entfernt sich sein eigentliches Leben)

Kunst: = Konstruktion
Fäden vertikal im hohen blauen Himmel,
wie aus der Tiefe der Erde aufsteigend,
feiner gigantischer Springbrunnen

Und doch haben die künstlichen Dinge
den Rhythmus, die Hektik (zum Außerich-
sein) der Menschen angenommen (Roll-
treppe); sie beruhigen nicht; entmenschen,x

x diese Dinge sind keine Lehre
Jähe Reiselust
Ruhiger Abschied von einem geliebten Ort:
wie ein Fest (als ein Fest) [C. nicht identifiziert
am erhabenen
Junitag]

Eine Journalistin, freudig erregt über ihren
ge-künstelten Zorn (weil ihr das Künsteln ge-
lungen ist; es auch ihre Pflicht ist)

Bring deinen Glanz von der Reise mit in
dein leeres Haus!

Als seine stummen Lippen lebten
Er schont sich, nicht atmend
Riesenraumwahrnehmung, mit dem Geliebten
klein und stark drin: Gebet (Er konnte
beten)

"Evidemment les potentialités fictionelles, les
chances de la fiction sont d'autant plus
grandes qu'il existe la possibilité de faire
jouer la profondeur de l'image."[1] ("Cahier Entretien avec Bruno Nuytten, Directeur de la Photographie
60
Legende
ABC: RegistereintragABC bzw. : weiterführende Informationen[n]: Stellenkommentar
"Ich habe keine Zeit zu verlieren" ​
Sich im Gehen umschauen nach der Schönheit (des Himmels) ​
In der Liebe jemanden nicht anschauen, sondern von ihm wegschauen müssen ​
Sie ist wirklich sein Leben geworden (wie sie weggeht, entfernt sich sein eigentliches Leben) ​
Kunst: = Konstruktion ​
Fäden vertikal im hohen blauen Himmel, wie aus der Tiefe der Erde aufsteigend, feiner gigantischer Springbrunnen ​
Und doch haben die künstlichen Dinge den Rhythmus, die Hektik (zum Außerich-sein) der Menschen angenommen (Rolltreppe); sie beruhigen nicht; entmenschen, diese Dinge sind keine Lehre ​
Jähe Reiselust ​
Ruhiger Abschied von einem geliebten Ort: wie ein Fest (als ein Fest) [C. nicht identifiziert
am erhabenen Junitag] ​
Eine Journalistin, freudig erregt über ihren ge-künstelten Zorn (weil ihr das Künsteln gelungen ist; es auch ihre Pflicht ist) ​
Bring deinen Glanz von der Reise mit in dein leeres Haus! ​
Als seine stummen Lippen lebten ​
Er schont sich, nicht atmend ​
Riesenraumwahrnehmung, mit dem Geliebten klein und stark drin: Gebet (Er konnte beten) ​
"Evidemment les potentialités fictionelles, les chances de la fiction sont d'autant plus grandes qu'il existe la possibilité de faire jouer la profondeur de l'image."[1] ("Cahiers Entretien avec Bruno Nuytten, Directeur de la Photographie
Legende
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[1]Übersetzung: "Eindeutig sind die fiktionalen Möglichkeiten, die Chancen der Fiktion, umso größer, je mehr die Möglichkeit besteht, die Tiefe des Bildes ins Spiel zu bringen" (Übersetzung der Editor*innen). Peter Handke zitiert eine Aussage der Cahiers -Redakteure, die das Gespräch mit Bruno Nuytten führen.

Zitiervorschlag

Handke, Peter: Notizbuch 24.04.1978 - 26.08.1978 (NB 015), hg. von Anna Estermann, Vanessa Hannesschläger und Katharina Pektor. In: Ders.: Notizbücher. Digitale Edition, hg. von Ulrich von Bülow, Bernhard Fetz und Katharina Pektor. Deutsches Literaturarchiv Marbach und Österreichische Nationalbibliothek, Wien: Release 21.11.2022. Seite 62. URL: https://edition.onb.ac.at/fedora/objects/o:hnb.nb.197804-197808/methods/sdef:TEI/get?mode=p_62. Online abgerufen: 24.03.2023.

Lizenzhinweis

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